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Ernährung: Experte erklärt, warum man zur Vollmilch greifen sollte - und fettarme Milch dick macht

Ein Experte ist sich sicher, dass Vollmilch das beste Getränke ist, das man trinken kann. Fettarme Milch hingegen könne dazu führen, dass man an Gewicht zulegt. Was ist dran an der These?

Milch

Greifen Sie besser zur Vollmilch als zur fettreduzierten Variante

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Über Generationen hinweg galt Milch als gesundes Nahrungsmittel, vor allem für Kinder. Sie sei gut für die Knochen und wurde als Muntermacher der Nation gesehen. Immer mehr aber wird Kuhmilch kritisch betrachtet und ihre Effekte auf Umwelt und Gesundheit sind umstritten. Kein Wunder also, dass der Absatz von Kuhmilch-Alternativen von Jahr zu Jahr wächst. 

Der Brite Michael Mosley, der regelmäßig für die "BBC" über medizinische Themen berichtet, schrieb jüngst für die "Daily Mail", dass Milch, eines der besten Getränke sei - also die mit dem normalen Fettgehalt von mindestens 3,5 Prozent. In Großbritannien greifen mittlerweile 35 Prozent der Kunden zu Milchalternativen wie Soja-, Mandel- oder Kokosmilchdrinks, oder aber zur fettreduzierten Kuhmilch-Variante. Immer mehr Verbraucher klagen beim Genuss von normaler Milch über Unwohlsein oder ein Völlegefühl. Aber sind die Alternativen wirklich die gesünderen Varianten?

Ist Jod der Knackpunkt?

Kuhmilch enthält viel Protein und Vitamin B12, das steckt schon mal nicht in Pflanzenmilch aus Nüssen oder Hafer. Jeder weiß, dass Milchprodukte eine optimale Quelle für Kalzium sind, das vor allem für die Knochengesundheit essentiell ist. Und dann ist in Milch noch jede Menge Jod vorhanden.

Ein kleines Glas Milch deckt 70 Prozent des Tagesbedarfs. Jod ist für die Entwicklung der Gehirne bei Kleinkindern von großer Bedeutung. Pflanzenmilch hingegen enthält davon etwa nur zwei Prozent. Mosley weist darauf hin, dass man den Bedarf an Jod auch über Meeresalgen oder Fisch decken kann, aber Kuhmilch ist gewissermaßen die Hauptquelle von Jod. 

Jod wird zum Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt. Ein Mangel kann zu Symptomen wie Gewichtszunahme, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche führen. Ein Jod-Mangel während der Schwangerschaft könnte sich negativ auf die Gehirnentwicklung des Fötus' auswirken.

Fettreduzierte Milch könnte dick machen

Auch das Fett, dass in der Milch enthalten ist, könnte einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben. Früher ging man davon aus, dass der Konsum von gesättigten Fettsäuren zu einem erhöhten Cholesterin-Spiegel führen könnte, und der wiederum das Risiko für Herzkrankheiten erhöht. Fett ist aber nicht gleich Fett: Neueste Studien geben daher Entwarnung. Zumindest bei der Vollmilch. Dachte man früher, dass fettreduzierte Milch dabei helfen würde, das Gewicht zu stabilisieren, ist das Gegenteil der Fall: Wer Milch mit normalen Fettgehalt konsumiert, scheint sogar schlanker zu sein als die, die zur anderen Variante greifen.

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Wir haben mit der Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm gesprochen, die zumindest Mosleys These bestätigt, was das Milchfett angeht. "Solange die kleinen Fettmoleküle intakt sind, scheint sich Milchfett tatsächlich nicht negativ auf den Blutfettspiegel auszuwirken. Epidemiologische Studien sprechen tatsächlich dafür, dass Vollmilchtrinker schlanker sind, warum das so ist, wissen wir noch nicht genau. Und das Milchfett hat noch weitere positive Effekte: Es scheint eine vorbeugende Wirkung gegen Allergien zu haben - vor allem, wenn es nicht homogenisiert ist. "

Kritisch sieht sie hingegen den Aspekt mit dem Jod, das sei für sie nicht entscheidend. Den Bedarf könne man durch jodiertes Salz decken - und bei Schwangerschaft, Stillzeit und früher Kindheit supplementieren. "Wichtig ist Kalzium für die Entwicklung der Knochendichte zumindest in den ersten 20 bis 30 Lebensjahren", sagt Cramm.

Laut dem Referenzwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beträgt der Jodbedarf eines Erwachsenen 200 Mikrogramm pro Tag. 100 ml Vollmilch liefern hingegen nur 12 Mikrogramm. Der Jodanteil bei fettarmer Milch ist laut Nährwerttabelle auch nicht niedriger.

Fakt ist, dass Milch aber viel mehr gesundheitsfördernde Wirkung hat als bisher bekannt. Mosley ist daher wieder auf Vollmilch umgestiegen. Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm trinkt auch Vollmilch, aber nicht mehr als von der DGE empfohlen: also maximal 200 bis 250 Milliliter pro Tag.

Quellen: "Daily Mail", "DGE"

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