Tarifverhandlungen
Erste Warnstreiks auch im hessischen Handel

Es gibt erste Warnstreiks im Einzelhandel. Foto: Federico Gambarini/dpa
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Warnstreik am Brückentag: Während die Läden offen bleiben, kämpfen Beschäftigte in Hessen für 7 Prozent mehr Lohn. Warum Verdi die Angebote der Arbeitgeber als "vergiftet" ablehnt.

Die Geschäfte bleiben offen, die Teilnehmerzahlen überschaubar: Mit ersten Warnstreiks am Brückentag hat die Gewerkschaft Verdi die Tarifauseinandersetzung im Einzel- und Großhandel auch in Hessen eröffnet. Bei zentralen Kundgebungen in Kassel und Frankfurt versammelten sich mehrere hundert Beschäftigte, um der Forderung nach 7 Prozent mehr Lohn Nachdruck zu verleihen. Bundesweit hatte die Gewerkschaft mit mehreren tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern gerechnet.

Der Branchenverband HDE rechnete nicht mit größeren Einschränkungen beim Einkaufen. "Uns liegen bislang keine Erkenntnisse etwa zu Ladenschließungen oder Ähnlichem bundesweit vor, sodass es heute zu keinen Beeinträchtigungen für die Kunden im Einzelhandel kommen wird", sagte HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke der Deutschen Presse-Agentur.

Verdi fordert 7 Prozent mehr Lohn

In Hamburg und Nordrhein-Westfalen hatte die Arbeitgeberseite in dieser Woche erste Tarifangebote für den Einzelhandel vorgelegt, die von Verdi prompt als "vergiftet" abgelehnt wurden. Die Arbeitgeber bieten von November an eine Erhöhung um 2 Prozent und ab August 2027 um weitere 1,5 Prozent. In Hessen ist die zweite Verhandlungsrunde für Montag (18. Mai) geplant.

Die Beschäftigten seien empört, sagt der Verdi-Verhandlungsführer in Hessen, Marcel Schäuble, laut Mitteilung. "Wir haben kein Verständnis dafür, dass die Arbeitgeber die Handelsbranchen in einer dauerhaften Krise sehen. Mit Umsatzzuwächsen von 5 Prozent im Einzelhandel und 6,4 Prozent im Großhandel ist der Handel in Hessen solide aufgestellt. Die Menschen an dem Erfolg zu beteiligen, die ihn erst möglich machen, ist mehr als angemessen."

Im Handel arbeiten laut Verdi deutschlandweit rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorigen Tarifverhandlungen zogen sich über mehr als ein Jahr hin. Am Ende stand für die Beschäftigten im Einzelhandel für den Zeitraum 2023 bis 2025 ein Einkommensplus von insgesamt rund 14 Prozent. Die Tarifbindung in der Branche ist seit Jahren rückläufig und vergleichsweise gering.

dpa