In Gifhorn
Mitarbeiter protestieren gegen Stellenabbau bei IAV

Beschäftigte von IAV protestieren gegen den geplanten Stellenabbau. (Archivfoto) Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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IG Metall spricht von "Kahlschlagsplänen": Die geplante Schließung des Berliner IAV-Stammsitzes sorgt jetzt auch in Gifhorn für Empörung und Protest.

Mehrere hundert Beschäftigte des VW-Entwicklungsdienstleisters IAV haben am Standort Gifhorn gegen den geplanten Stellenabbau an anderen Standorten protestiert. Nach Angaben der IG Metall versammelten sich rund 1.000 Beschäftigte vor dem Entwicklungszentrum, darunter zahlreiche Mitarbeiter aus Sachsen, aus Süddeutschland und von dem von Schließung bedrohten Standort Berlin.

Anfang Mai hatte IAV die Belegschaft über die Pläne informiert, bis Mitte 2027 an den deutschen Standorten rund 1.400 Stellen abzubauen. Der Berliner Stammsitz mit rund 1.250 Beschäftigten soll dann geschlossen werden. Der Standort Gifhorn könnte dagegen sogar gestärkt werden: Den Berliner Mitarbeitenden bietet IAV einen Wechsel nach Gifhorn an. Für die IG Metall sei das aber "keine ernsthafte Option", hieß es.

IG Metall fordert tragfähiges Zukunftskonzept

"Das ist kein Zukunftskonzept – das ist ein Vertrauensbruch", sagte Niedersachsens IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger laut Mitteilung. Die Belegschaft stehe zusammen, lasse sich nicht spalten und fordere ein tragfähiges Zukunftskonzept.

Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, sprach in Gifhorn von "Kahlschlagsplänen", gegen die sich Belegschaft und IG Metall zur Wehr setzten. "Die Schließung des Stammsitzes Berlin oder anderer Standorte werden wir nicht hinnehmen." 

Proteste bereits in Berlin

Bereits vor einer Woche hatten Hunderte in Berlin gegen die geplante Schließung des Standorts protestiert. Die IG Metall forderte die Geschäftsführung auf, die angekündigten Pläne zurückzunehmen. Die IG Metall werde sich Verhandlungen nicht verweigern. Voraussetzung sei jedoch, dass die Geschäftsführung ein belastbares Zukunftskonzept vorlege. "Einseitige Diktate" seien keine Verhandlungsgrundlage.

Das Unternehmen - IAV steht für Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr - gilt als einer der führenden Entwicklungsdienstleister der Automobilindustrie mit Schwerpunkten in den Bereichen E-Mobilität, autonomes Fahren und Fahrzeugentwicklung. Bundesweit hat es rund 5.500 Beschäftigte an fünf Standorten. Größter Anteilseigner ist Volkswagen mit 50 Prozent.

dpa