Die Autorin und Kolumnistin Tara-Louise Wittwer hat den Marie-Juchacz-Frauenpreis 2026 des Landes Rheinland-Pfalz erhalten. "Wir ehren heute eine Persönlichkeit, die mit Mut, klugem Witz und sprachlicher Schärfe den feministischen Diskurs prägt und für eine junge Generation von Feministinnen steht", sagte Ministerpräsident Alexander Schweitzer laut Mitteilung bei der Feierstunde in Mainz anlässlich des Weltfrauentags.
Schweitzer betont Bedeutung des Frauentags
"Ob als Bestseller-Autorin, als Kolumnistin beim Spiegel oder als Publizistin mit enormer Reichweite: Tara-Louise Wittwer verbindet feministische Perspektive, publizistische Klarheit und digitale Reichweite auf beeindruckende Weise", führte der SPD-Politiker aus. Die 35-Jährige mache strukturelle Ungleichheiten sichtbar, entlarve frauenfeindliche Narrative im Netz und widerspreche Sexismus auch dort, wo andere wegsehen oder aus Angst vor Anfeindungen schweigen würden.
Schweitzer unterstrich bei der Preisverleihung die Bedeutung des Frauentags und appellierte auch an die Verantwortung der Männer, da Gleichberechtigung nur gemeinsam gelingen könne. Der 8. März biete Gelegenheit, Bilanz zu ziehen über das Erreichte, notwendige Schritte zu benennen und Persönlichkeiten zu würdigen, die sich auf dem Weg zur Gleichberechtigung besondere Verdienste erworben hätten.
Frauenrechtlerin als Namensgeberin
Der im Jahr 2019 ins Leben gerufene Frauenpreis 2026 des Landes Rheinland-Pfalz ist benannt nach der Sozialreformerin und Frauenrechtlerin Marie Juchacz (1879-1956), die 1919 als erste Frau in der Weimarer Nationalversammlung eine Rede hielt. Die Auszeichnung wird immer am Internationalen Frauentag am 8. März verliehen. Preisträgerinnen waren unter anderem die frühere Bundestagspräsidentin und Bundesfamilienministerin Rita Süssmuth (CDU) und die Journalistin Golineh Atai.
Tara-Louise Wittwer wurde 1990 im schleswig-holsteinischen Elmshorn geboren, wuchs am Niederrhein auf und lebt heute in Berlin, wo sie als Autorin und Publizistin tätig ist.