In Thüringen sind in der letzten Januarwoche im Schnitt rund 233 Grippefälle pro Tag gemeldet worden. Insgesamt waren es im Verlauf der Woche 1.633 Neuerkrankungen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die am stärksten von Grippe betroffene Altersgruppe sind weiterhin Kleinkinder im Alter bis zu vier Jahren.
Die Zahl der von den Gesundheitsbehörden seit Beginn der Grippesaison im Herbst erfassten Fälle von Influenza stieg bis Ende Januar auf insgesamt 6.429. Ursächlich daran gestorben sind bisher 20 Menschen - betroffen war die Altersgruppe der 50- bis über 80-Jährigen. Aufgrund einer Virusgrippe wurden 1.133 Menschen stationär im Krankenhaus behandelt.
Bei den Zahlen ist von einer gewissen Dunkelziffer auszugehen. Wegen der meist eindeutigen klinischen Symptome veranlassen Ärzte nicht immer eine für den direkten Nachweis von Grippeviren notwendige Labordiagnostik.
Volle Arztpraxen
Wegen Grippe und anderer akuter Atemwegserkrankungen sind die Thüringer Arztpraxen derzeit stark belastet. Statistisch kam es deswegen in der letzten Januarwoche zu rund 1.800 Arztbesuchen je 100.000 Einwohner, was 38.000 Arztkontakten entspricht.
Stark in Anspruch genommen werden vor allem Kinderärzte. Sie bekommen es zunehmend mit etwa RSV-Infektionen zu tun, also Atemwegsinfektionen durch das Respiratorische Synzytial-Virus. 147 dieser Fälle wurden im Berichtszeitraum gemeldet, seit Saisonbeginn waren es 464. Auch hier sind hauptsächlich kleine Kinder bis vier Jahre betroffen.