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Coronavirus Die Zahl 1000 - warum setzen Veranstaltungsverbote bei ihr an?

Links: Ein Konzert. Rechts: Eine Illustration des Coronavirus
Wegen des Coronavirus werden Großveranstaltungen ab 1000 Teilnehmern verboten. Warum gerade diese Zahl?
© Cdc/ZUMA Wire/Daniel Karmann / DPA
In Deutschland und auch in anderen europäischen Ländern wurden wegen des Coronavirus Veranstaltungsverbote erteilt – ab einer Teilnehmerzahl von 1000. So soll eine weitere Ausbreitung eingedämmt werden. Aber warum gerade diese Zahl?

Zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie setzen mehrere Länder auf ein Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) empfahl dies als Maßnahme - und viele Bundesländer folgen dieser Vorgabe inzwischen. Für Events mit 500 bis 1000 Personen sollten die Behörden jeweils eine Risikobewertung vornehmen, ergänzte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Andere europäische Länder wie Frankreich oder die Schweiz vertreten eine vergleichbare Linie, einige gehen noch drastischer vor. Österreich zum Beispiel untersagte am Dienstag Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen in geschlossenen Räumen. Eine Zahl, die so mancher Experte auch hierzulande gern als Maßstab sehen würde. "Ich bin auch persönlich eher bei 100 oder 200", sagte Frank Ulrich Montgomery, Chef des Weltärztebundes.

Sehen Sie im Video: Österreicherin berichtet aus der Quarantäne. Quelle: n-tv
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"Zahl 1000 heißt nicht: Alles da drunter ist per se ok"

Spahn erläuterte: "Die Zahl 1000 heißt ja nicht: Alles da drunter ist per se ok, und alles da drüber ist per se nur problematisch." Die genannte Größenordnung sei zum Teil europäischer Standard geworden. "Es gab ein Bedürfnis danach, das habe ich gespürt in vielen Gesprächen, mal ein Parameter zu haben." Mit dieser Zahl habe er auch denjenigen den Rücken stärken wollen, die solche Entscheidungen zu treffen haben.

Dabei komme es immer auf die Art der Veranstaltung an, erläuterte eine Sprecherin des Robert Koch-Instituts. Die Risiken seien unterschiedlich groß: "Eine Karnevalsveranstaltung ist natürlich anders zu bewerten als eine öffentliche Bibliothek, wo man Abstand voneinander hält." Im Einzelfall entscheiden müsse letztlich die zuständige Behörde vor Ort.

Entscheidungskompetenz liegt bei regionalen Gesundheitsbehörden

Die Zahl 1000 sei ein nicht ohne Grund gewählter Wert, sagte der Berliner Virologe Christian Drosten in einem NDR-Podcast vom Dienstag. Mit einem Verbot für Veranstaltungen mit weniger als 1000 Teilnehmern wären etwa auch für Unternehmen relevante wichtige Versammlungen in der Geschäftswelt betroffen, die notwendig seien, weil dort Entscheidungen getroffen würden. Bei über 1000 Teilnehmern seien eher Rockkonzerte, Fußballspiele, Messen und Kongresse betroffen, die nicht unbedingt sein müssten. Sie seien nicht essenziell im Wirtschaftsleben und daher verzichtbar. Auch typische Schülerzahlen spielten bei den Überlegungen eine Rolle.

Die Entscheidungskompetenz liege letztlich bei den regionalen Gesundheitsbehörden, sagte auch Drosten. Es gebe derzeit die Sorge vor Regressforderungen bei Gesundheitsämtern. "Da muss jetzt sehr schnell von der Bundespolitik nachreguliert werden, denn da kann ja die Bundespolitik etwas machen."

rw DPA

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