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Europaweite Untersuchung Erstmals Crystal Meth im deutschen Abwasser gefunden

Besonders in Dresden wurden hohe Werte der Droge Crystal Meth im Abwasser gefunden
Besonders in Dresden wurden hohe Werte der Droge Crystal Meth im Abwasser gefunden
© Fredrik Von Erichsen/Picture Alliance
Hatte man Spuren von Chrystal Meth bislang nur in der Slowakei gefunden, ist die Droge einem neuen Drogen-Bericht zufolge nun auch in Deutschlands Abwasser nachgewiesen worden. Hauptstadt in Sachen Kokain ist London - jedoch nur werktags.

Crystal Meth, Kokain und andere Drogen sind in den Abwässern Europas klar nachweisbar. Für den neuen Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, der am Dienstag in Lissabon veröffentlicht wurde, wurden Proben aus Dutzenden Städten 18 europäischer Länder untersucht. Die Untersuchungen werden jedes Jahr von der Behörde durchgeführt.

Crystal Meth in Dresden, München und Dortmund

Spuren von Methamphetamin, dem Grundstoff von Crystal Meth, seien bisher nur in osteuropäischen Ländern wie der Slowakei gefunden worden. Die Droge war jetzt auch in Abwässern in Ostdeutschland und Nordeuropa enthalten.  Während in München täglich im Schnitt nur knapp 25 Milligramm pro 1000 Menschen nachgewiesen wurden, waren es in Dresden 136,7 Milligramm. In Dortmund ergaben die Proben einen Gehalt von 3,7 Milligramm Crystal Meth.

London ist demnach die europäische Hauptstadt des Kokains - aber nur von Montag bis Freitag. An den Wochenenden ist die belgische Stadt Antwerpen auf Platz eins. In Dresden scheint der Kokain-Konsum hingegen gering zu sein: Die Experten fanden nur 17,7 Milligramm pro Tag und 1000 Menschen in den Abwässern. München hingegen kam auf fast 114 und Dortmund sogar auf knapp 421 Milligramm.

Drogenkonsum in nordeuropäischen Städten

Spuren von Amphetamin (Speed) sind dem Report zufolge in nordeuropäischen Städten höher als im Süden des Kontinents. Von den untersuchten deutschen Städten kam Dülmen in Nordrhein-Westfalen auf den höchsten Wert (177 Milligramm).

Bei der chemischen Verbindung MDMA (Ecstasy) lagen die gemessenen Werte in Deutschland nicht höher als 24 Milligramm pro Tag und 1000 Menschen (München). Zum Vergleich: Die norwegische Hauptstadt Oslo kam dem Report zufolge etwa auf die vierfache Menge. 

fri DPA

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