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40.000 Infusionen unterdosiert: Hat ein Apotheker in Bottrop massenhaft Krebsmedikamente manipuliert?

Ein Apotheker aus Bottrop steht im Verdacht, aus dem Todeskampf krebskranker Menschen Profit geschlagen zu haben. Wie viele Menschen er tatsächlich geschädigt haben könnte, ist offen.

Ein Apotheker aus Bottrop steht im Verdacht, tausende Krebsmedikamente verfälscht zu haben.

Über Jahre hinweg soll ein Apotheker aus Bottrop Krebspatienten um ihre Medizin betrogen haben (Symbolbild)

Der Kampf gegen den Krebs ist teuer. In Deutschland fließen knapp zehn Prozent der Gesundheitsausgaben in die Behandlung von Krebs, nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind das mehr als 15 Milliarden Euro im Jahr.
Die hohen Summen für Krebsmedikamente soll sich nun ein Pharmazeut aus Bottrop zu Nutze gemacht haben, indem er tausende Medikamente falsch zusammen mischte.

Apotheker sitzt in Untersuchungshaft

Der 46-Jährige sitze in Untersuchungshaft, teilte die Staatsanwaltschaft Essen am Donnerstag mit. In mindestens 40.000 Fällen soll er die Infusionen zur Krebsimmuntherapie abweichend von den individuellen ärztlichen Verordnungen zu gering dosiert haben. Dabei habe er auch gegen Hygienevorschriften verstoßen. Mit den Kassen habe der Apotheker den vollen Betrag für die angeforderte Dosierung abgerechnet. Der finanzielle Schaden liege bei 2,5 Millionen Euro.

Schnelle Aufklärung gefordert

Welchen gesundheitlichen Schaden der Apotheker angerichtet hat, ist noch offen. Es sei voraussichtlich nicht herauszubekommen, welche Patienten von fehlerhaften Infusionen betroffen waren und welche Auswirkungen das gehabt haben könnte, erklärte die Staatsanwaltschaft. Der Apotheker schweige.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert die Ermittler auf, schnellstens aufzuklären, welche Patienten gestreckte Medikamente erhalten haben. "Das Schweigen des Apothekers darf den Opferschutz nicht behindern. Schließlich sind die Daten der Patienten den belieferten Krankenhäusern und Arztpraxen bekannt", sagte Vorstand Eugen Brysch. Deshalb seien auch die Kliniken und Ärzte aufgefordert, nicht nur die Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen zu unterstützen, sondern direkt Kontakt mit den betroffenen Patienten aufzunehmen.

sve/dpa

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