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Schwangerschaft Schon wenig Alkohol beeinflusst offenbar das Gesicht des Babys

Eine schwangere Frau hält ein Glas Rotwein in der Hand.
Folgenschwerer Konsum: Alkohol in der Schwangerschaft
© Getty Images
Die Gefahren von Alkohol in der Schwangerschaft sind hinlänglich bekannt. Dennoch greift manche werdende Mutter hin und wieder zum Glas. Wird schon nichts machen, oder? Doch, sagen nun australische Kinderärzte.

Ein Schluck Rotwein hier, ein Glas Bier da: Einigen werdenden Müttern fällt es schwer, in der Schwangerschaft auf Alkohol zu verzichten. Einen Grund mehr, es doch zu tun, nennen nun australische Mediziner: Demnach könnten bereits überschaubare Mengen Alkohol in der Schwangerschaft die Gesichtsform des Babys beeinflussen.

In einer Studie untersuchten Forscher um Jane Halliday vom "Murdoch Children's Institute" in Victoria, Australien, die Gesichter von 415 Kindern im Alter von einem Jahr. An der Studie nahmen 195 Mädchen und 220 Jungen teil. Dabei fanden die Forscher einen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft und der Gesichtsform der Kinder: Babys, deren Mütter in der Schwangerschaft Alkohol konsumiert hatten, hatten etwa eine etwas kürzere, leicht nach oben zeigende Nase im Vergleich zu Babys, deren Mütter abstinent geblieben waren. Die Studie veröffentlichten die Forscher im Fachblatt "Jama Pediatrics". 

Mit bloßem Auge war der Zusammenhang nicht zu erkennen, die Forscher machten ihn jedoch mit einer speziellen Technik sichtbar, für die sie 3D-Aufnahmen der Kinder auswerteten. Der Effekt trat den Forscher zufolge schon bei gemäßigten Mengen Alkohol auf. Dazu zählten die Mediziner bis zu sieben alkoholische Getränke in der Woche und maximal zwei alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit. Für eine Schwangere sind das ohnehin viel zu große Mengen. Mediziner raten werdenden Müttern, komplett auf Alkohol zu verzichten.

Eine junge Frau trinkt Bier

Unklar ist, was der Zusammenhang für die Entwicklung des Kindes oder dessen Gesundheit bedeutet, betonen die Forscher. "Wir wissen nicht, ob diese kleinen Veränderungen in der Gesichtsform der Kinder auch in irgendeiner Weise in Verbindung zu einer veränderten Entwicklung stehen", erklärte Jane Halliday gegenüber dem "New Scientist".

Jährlich tausende alkoholgeschädigte Babys

Dass Alkohol eine gesundheitliche Gefahr für das Ungeborene birgt, ist hinlänglich bekannt: Trinkende Mütter riskieren bei ihrem Baby ein großes Spektrum an Störungen. Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Alkohol getrunken hatten, zeigen oft Entwicklungsverzögerungen, psychische Auffälligkeiten oder besitzen einen niedrigeren IQ. Schwere Schädigungen durch Alkohol werden als fetales Alkoholsyndrom (FAS) bezeichnet.

Schwangerschaft: Schon wenig Alkohol beeinflusst offenbar das Gesicht des Babys

Neu an der Studie hingegen ist, dass sich bereits gemäßigte Mengen Alkohol in der Schwangerschaft auf das Aussehen des Kindes auswirken können - auch wenn dieses ansonsten gesund erscheint.

In Deutschland kommen jährlich Tausende Babys mit einem diagnostizierten FAS auf die Welt: Sie besitzen ein niedriges Geburtsgewicht und zeigen auch optische Auffälligkeiten. Ihr Gesicht ist abgeflacht, der Nasenrücken kurz und breit und der Augenabstand größer als üblich. Zudem können sie intellektuelle oder soziale Störungen aufweisen.

Ärzte betonen deshalb, wie wichtig ein Alkoholverzicht in der Schwangerschaft ist. Er sollte - so heißt es auf der Seite des Berufsverbandes der Frauenärzte - "selbstverständlich" sein.

ikr

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