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Sepsis: Ein Mann verliert Arme und Beine - wegen Hundespeichel

Greg Manteufel aus dem US-Bundesstaat Wisconsin liebte Hunde. Eine Liebe, die er beinahe mit dem Leben bezahlen musste. 

Die Schnauze eines Hundes in Nahaufnahme

Der Speichel von Hunden enthält ein Bakterium namens Capnocytophaga canimorsus

Getty Images

Greg Manteufel ist einer dieser Menschen, die man guten Gewissens als Hundefreund bezeichnen kann. Der 48-Jährige ist selbst Hundebesitzer und umgibt sich gerne mit den Tieren. "Er liebt Hunde", sagt seine Frau Dawn Manteufel über ihn. "Er würde jeden Hund berühren."

Als Greg Manteufel plötzlich Fieber bekam und sich übergeben musste, brachte er die Symptome zunächst nicht mit seiner Tierliebe in Verbindung. Er legte sich ins Bett und dachte, er hätte sich die Grippe eingefangen. Am darauffolgenden Morgen war er kaum ansprechbar, er glühte vor Fieber. Seine Frau fuhr ihn sofort ins Krankenhaus, berichtet die "Washington Post". 

Dort fanden die Ärzte den Grund für die Symptome: Greg Manteufel litt an einer lebensbedrohlichen Sepsis - hervorgerufen durch das Bakterium Capnocytophaga canimorsus. Was war geschehen?

Offenbar hatte sich der Maler unbemerkt bei einem Hund mit dem Erreger infiziert. Das Bakterium lebt natürlicherweise im Mundraum von Hunden und Katzen. Die Vierbeiner können es durch Beißen, Lecken oder Kratzen auf den Menschen übertragen.

An einen Biss erinnerte sich Greg Manteufel allerdings nicht. Als wahrscheinlich gilt, dass ein Hund das Bakterium durch Lecken übertragen hat. Ob es sein eigener Hund war oder ein anderer, ist unklar. In den Tagen vor Ausbruch der Krankheit hatte Manteufel Kontakt zu insgesamt acht Hunden.

Bakterien in Hundespeichel sind für Gesunde meist harmlos

Dass gesunde Menschen durch Hundespeichel ernsthaft erkranken, ist selten. In Ausnahmefällen kann der Speichel jedoch in zu schweren Infektionen führen - so wie bei dem US-Amerikaner. Meist handelt es sich dabei um Patienten, die an Vorerkrankungen wie Alkoholismus oder einer kaputten Milz leiden. Das Fachblatt "BMJ Case Reports" berichtete 2016 über den Fall einer 70-Jährigen, die ebenfalls an einer Sepsis erkrankt war. Als wahrscheinlicher Auslöser kam das Haustier der älteren Dame in Frage: Ein italienischer Windhund, der es liebte, sein Frauchen abzuschlecken. Die Patientin überlebte.

Auch Greg Manteufel überlebte die schwere Blutvergiftung. Eine Therapie mit Antibiotika schlug an. Der 48-Jährige erlitt aber gravierende Komplikationen: Als Folge der Blutvergiftung starben seine Füße und Arme ab. Die Ärzte mussten ihm die Gliedmaßen amputieren, um sein Leben zu retten.

Trotz des schweren Schicksalsschlags sei ihr Mann zuversichtlich, berichtet Dawn Manteufel. "Er sagte zu den Ärzten 'Tut, was ihr tun müsst, um mich am Leben zu halten. Es ist wie es ist, und wir müssen nun nach vorne schauen.'"

Die Familie hat eine Spendenseite für Greg Manteufel eingerichtet. Von dem Geld sollen unter anderem Operationen und Prothesen bezahlt werden. Die Unterstützung ist enorm: In wenigen Tagen kamen 67.000 US-Dollar zusammen.

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ikr

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