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Texas Nach dem Tod eines Sechsjährigen: Stadt warnt vor hirnzersetzenden Amöben im Leitungswasser

Wasserhahn

© Fotostand / K. Schmitt/ / Picture Alliance
Eine texanische Stadt warnt ihre Bürger vor gefährlichen Einzellern im Leitungswasser. Es handelt sich um die hirnzersetzende Amöbe Naegleria Fowleri. Infektionen verlaufen meist tödlich.

Nachdem in Proben die Präsenz einer lebensgefährlichen Amöbe im Leitungswasser nachgewiesen wurde, hat die Stadt Lake Jackson im US-Bundesstaat Texas eine Warnung an ihre Einwohner herausgegeben, kein Wasser aus dem Hahn zu verwenden.

Diese gelte, bis das Wasserversorgungssystem der Stadt durchgespült und desinfiziert ist, berichtet das regionale Nachrichtenportal "Click2Houston".

Zuvor hatte sich dem Bericht zufolge ein sechsjähriger Junge mit dem Erreger infiziert und war an den Folgen verstorben. Eine Probe aus dem elterlichen Haushalt wies den Erreger ebenso auf, wie eine aus einem städtischen Wasserreservoir und aus einem Hydranten. Weil infolge der Warnung das Wasser in Supermärkten knapp wurde, gab die Stadt in den letzten Tagen Rationen an die Bürger heraus, heißt es. 

Naegleria fowleri: Die meisten bekannten Fälle verlaufen tödlich

Die Amöbe Naegleria fowleri ist der Erreger der Primären Amöben-Meningoenzephalitis, kurz PAM. "Für eine Infektion reicht vermutlich ein kurzer, einmaliger Kontakt", teilt das Robert Koch-Institut auf seiner Webseite zum Erreger mit. Die Amöben, zu finden in warmen Süßgewässern, gelangen demnach durch die Nase in das Zentrale Nervensystem und somit das Gehirn. Eine Infektion ist sehr selten, aber hochgefährlich: Die meisten beschriebenen Fälle verliefen tödlich, schreibt das RKI. "Gelangt Naegleria fowleri mit dem Wasser zur Nasenschleimhaut, wandert die Amöbe entlang des Riechnervs ins Hirn und zersetzt innerhalb von wenigen Tagen das Hirngewebe", heißt es in einem Bericht der "Ärztezeitung" zu dem Thema. 

In der jüngeren Vergangenheit wurden einige entsprechende Fälle in den USA bekannt: Im August starb ein 13-Jähriger in Florida, nachdem er sich den Erreger in einem Badesee zugezogen hatte. Im September 2019 infizierte sich ein zehnjähriges Mädchen, ebenfalls in Texas, mit dem Erreger. Im Oktober 2018 starb ein junger Surfer an den Folgen. 2016 wiederum endete ein Ausflug in einen Wasserpark für eine 18-Jährige aus Ohio tödlich. In Deutschland wurde bislang kein Fall bekannt. 

Quellen: "Click2Houston" RKI, "Ärztezeitung"

rös

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