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Vogelgrippe: Vogelgrippe-Verdacht auf La Réunion nicht bestätigt

Der Verdacht einer Infektion mit dem gefährlichen Vogelgrippe-Erreger H5N1 bei drei aus Thailand zurückgekehrten Einwohnern der französischen Insel La Réunion, konnte nicht bestätigt werden. Allerdings tauchte in Rumänien ein weiterer infizierter Vogel auf.

Der Verdacht auf H5N1 wurde in keinem der Fälle bestätigt. Man sei von den französischen Behörden informiert worden, dass die Kranken an einer gewöhnlichen Grippe litten, teilte das thailändische Gesundheitsministerium am Freitag in Bangkok mit. Die drei Franzosen waren bei Untersuchungen auf La Réunion östlich von Madagaskar zunächst positiv auf den auch für Menschen gefährlichen H5N1-Erreger getestet worden. Zur Überprüfung wurden die Proben zum Institut Pasteur nach Paris geschickt, von wo am Donnerstag zunächst Entwarnung in einem Fall gekommen war. Für Freitag waren die Ergebnisse der beiden weiteren Patienten erwartet worden. "Die Personen sind mit H3N2 infiziert", sagte Thawat.

Weitere Tests an den kroatischen Schwänen

Suntarajarn vom thailändischen Gesundheitsministerium. "Dabei handelt es sich um eine gewöhnliche Grippe." Die Franzosen gehörten zu einer Gruppe von 20 Bewohnern aus La Réunion, die bei einer Reise nach Thailand einen Tierpark besuchten und dort direkten Kontakt zu Vögeln hatten.

In Kroatien wurden unterdessen drei tote Schwäne auf das H5N1-Virus getestet. Die verendeten Vögel waren am Donnerstagabend auf einem Teich nahe der ostkroatischen Stadt Slavonski Brod entdeckt worden. Bei sechs toten Schwänen aus dem 30 Kilometer entfernten Naturschutzgebiet Zdenci hatte sich vor einer Woche der Vogelgrippe-Verdacht bestätigt.

Graugänse aus Göttingen hatten keine Vogelgrippe

Die virologische Untersuchung von insgesamt acht bei Göttingen tot aufgefundenen Graugänsen hat jeden Verdacht auf eine Infektion der Tiere mit der Vogelgrippe ausgeräumt. Der Erreger der Seuche sei bei keinem der acht Vögel nachgewiesen worden, teilte das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit am Freitag in Oldenburg mit. Schon bei der Obduktion der abgemagerten Tiere hatten sich keine Hinweise auf eine Virusinfektion gefunden. Man geht daher davon aus, dass die noch jungen Graugänse bei einer Rast auf dem Vogelzug an Entkräftung gestorben sind. An einem Baggersee in Roßdorf bei Göttingen waren zunächst vier Tote Graugänse und später noch weitere verstorbene Tiere aufgefunden worden. Das Landesamt in Oldenburg hat nach eigenen Angaben alle an dem See aufgefundenen Graugänse untersucht.

Vogelgrippe-Quarantäne in Türkei nach drei Wochen aufgehoben

Drei Wochen nach dem Auftreten des gefährlichen Vogelgrippevirus H5N1 im asiatischen Teil der Türkei ist am Freitag die Quarantäne um die Ortschaft Kiziksa wieder aufgehoben worden. Dort waren nach dem Massensterben von 1 800 Freiland-Puten fast 10.000 Stück Geflügel vorsorglich getötet worden. Dank der schnellen Maßnahmen sei es bei dem einen Fall geblieben und eine Ausbreitung der Vogelseuche in der Türkei verhindert worden, teilten die Behörden mit. Die Überwachungsmaßnahmen würden dennoch fortgesetzt. So sollen in der kommenden Woche im Umkreis von zehn Kilometern in 15 Dörfern Blutproben von Stallgeflügel genommen und auf mögliche Viren untersucht werden.

Weiterer Fall in Rumänien

In Europa ist am Freitag ein weiterer Fall des auch für den Menschen gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1 entdeckt worden. Der Erreger wurde erneut in Rumänien bei einem vor einer Woche an der Grenze zu Moldawien tot aufgefundenen Reiher nachgewiesen, teilte das Agrarministerium in Bukarest mit. Dies habe eine Untersuchung in einem britischen Labor ergeben. Rumänien war das erste europäische Land, in dem sich zuvor der Verdacht auf H5N1-Fälle bestätigt hatte. Der Erreger wurde seitdem auch in Russland, Kroatien und der Türkei nachgewiesen. Indes hieß es in China, ein völliges Ausmerzen der Krankheit erscheine unrealistisch. Wie der oberste Vertreter der Veterinärbehörden in Peking sagte, trat in China bislang jedoch kein Fall menschlicher Ansteckung an H5N1 auf.

Im rumänischen Bezirk Vaslui forderten die Behörden dazu auf, Hühner in Ställen zu halten, um eine Ausbreitung der Vogelgrippe zu verhindern. Dem Agrarministerium zufolge wurden in dem Land in den vergangenen zwei Wochen mehr als 500 Tiere negativ auf Vogelgrippe getestet.

In Asien grassiert die Vogelgrippe seit 2003. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben dort in vier Ländern bislang 62 Menschen an der Krankheit. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Freitag, es fehlten Medikamente, um alle Nutzvögel im Land zu impfen. China werde sicherstellen, im Falle weiterer Ausbrüche der Krankheit eine Ausbreitung zu verhindern, sagte Jia Youling, Chef-Veterinär im Landwirtschaftsministerium. Seit vergangener Woche hat China drei Vogelgrippe-Ausbrüche mit 3800 toten Vögeln bestätigt.

Experten befürchten, das Virus könne so mutieren, dass es sich von Mensch zu Mensch überträgt. Dann könne eine weltweite Pandemie mit Millionen Toten drohen.

Die Besorgnis um die Vogelgrippe erfasst inzwischen verstärkt auch die USA. Der Senat in Washington bewilligte am Donnerstag fast acht Milliarden Dollar für den Ausbau der Lagerbestände an Impfstoffen und anderen Medikamenten zur Bekämpfung einer möglichen Pandemie.

DPA/Reuters

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