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WHO beschwichtigt: Ein Komplettverzicht auf Wurst ist nicht nötig

Die Nachricht, Wurst sei krebserregend, hat viele Verbraucher verunsichert. Sollte man jetzt auf Salami, Schinken und Wiener verzichten? Nein, sagt die Weltgesundheitsorganisation. Ein Komplettverzicht sei nicht notwendig.

Ein Teller mit Wurstbroten

Auch weiterhin darf man bei Wurst zugreifen, sagt die WHO. Allerdings sollte jeder seine Konsumgewohnheiten überdenken.

Am Montag verkündete die Krebsforschungsagentur (IARC), dass vom Verzehr von Wurstwaren ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs ausgeht. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher nach der Analyse von 800 Studien. Jeder Fünfte in Deutschland macht sich seither Sorgen: 24 Prozent der Frauen und 16 Prozent der Männer in Deutschland sind beunruhigt (insgesamt: 20 Prozent) - das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor. Zu Recht? Bedeutet die WHO-Nachricht den Komplettverzicht auf Wurstwaren?

Nein. Die IARC fordert nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) keinen völligen Verzicht auf Wurst. Nach Protesten und Aufrufen zur Klarstellung erklärte die WHO am Donnerstag in Genf, die jüngste Bewertung ihrer Behörde verlange nicht von den Menschen Lebensmittel wie Würstchen, Schinken und anderes verarbeitetes Fleisch gar nicht mehr zu essen. Sondern die Agentur mache darauf aufmerksam, das ein geringerer Verzehr das Krebsrisiko vermindern könne. 

Die WHO-Behörde hat auch rotes Fleisch als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Darunter wird das Muskelfleisch aller Säugetiere verstanden, also auch von Rind, Schwein, Lamm, Kalb, Schaf, Pferd und Ziege.  Die WHO-Behörde kam zu dem Schluss, dass das Darmkrebs-Risiko je 50 Gramm verarbeitetes Fleisch am Tag um 18 Prozent steigt. Laut der YouGov-Umfrage will mehr als jeder siebte Befragte künftig weniger Fleisch essen.

mh/DPA

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