Deutscher Filmpreis 2026
„In die Sonne schauen“ ist der große Gewinner

Für die „In die Sonne schauen"-Regisseurin Mascha Schilinski war es ein erfolgreicher Abend.
Für die „In die Sonne schauen"-Regisseurin Mascha Schilinski war es ein erfolgreicher Abend.
© imago/Eventpress / Eventpress Fuhr

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Beim 76. Deutschen Filmpreis wurde das Drama „In die Sonne schauen“ zehnfach ausgezeichnet - und gewann auch die Goldene Lola.

Beim 76. Deutschen Filmpreis sind am Freitagabend die besten Filmschaffenden Deutschlands in Berlin geehrt worden. Als klarer Gewinner des Abends ging das historische Drama "In die Sonne schauen" hervor: Der Film von Mascha Schilinski wurde insgesamt zehnmal ausgezeichnet, darunter mit der Goldenen Lola für den besten Spielfilm. Silber erhielt das Politdrama "Gelbe Briefe", Bronze sicherte sich die Joachim-Meyerhoff-Romanadaption "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke".

Senta Berger ist die beste Hauptdarstellerin

Neben dem Hauptpreis gewann der Film "In die Sonne schauen", der weibliche Lebensrealitäten, Erinnerung und Familiengeschichte auf einem abgelegenen Bauernhof verwebt, unter anderem auch in den Kategorien beste Regie, bestes Drehbuch, bester Schnitt und beste Tongestaltung. Lena Urzendowsky wurde für ihre Rolle in dem Film als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Sie setzte sich gegen ihre Co-Darstellerin Claudia Geisler-Bading sowie Laura Tonke ("22 Bahnen") durch.

Für einen besonders emotionalen Moment sorgte Urzendowskys Dankesrede: Der Zettel, auf dem sie ihre Worte notiert hatte, zitterte in ihrer Hand, auch ihre Stimme war wackelig - am Ende brach sie ganz weg.

Als bester Hauptdarsteller wurde August Diehl ausgezeichnet, der in "Das Verschwinden des Josef Mengele" den NS-Verbrecher Josef Mengele verkörpert. Senta Berger gewann den Preis als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" und erhielt Standing Ovations im Saal. Den Preis für den besten Nebendarsteller nahm Michael Wittenborn für denselben Film entgegen.

Weitere Gewinner beim Filmpreis

Collien Fernandes überreichte die Lola für den besten Dokumentarfilm an das Team hinter "Siri Hustvedt - Dance Around the Self". Der Film beleuchtet Leben und Karriere der US-Schriftstellerin Siri Hustvedt. In der Kategorie Bester Kinderfilm setzte sich "Zirkuskind" gegen "Das geheime Stockwerk" durch.

"Das Kanu des Manitu" wurde als besucherstärkster Film ausgezeichnet. Zudem erhielten die Produzenten Thomas Wöbke und Philipp Trauer den Bernd-Eichinger-Preis. Beide arbeiteten unter anderem an "22 Bahnen" mit. Der Sonderpreis wird nur unregelmäßig vergeben und ehrt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um den deutschen Film verdient gemacht haben.

Ernste Worte auf der Bühne

Auch gesellschaftliche und politische Themen spielten beim Filmpreis eine Rolle. Moderator Christian Friedel hielt zu Beginn des Abends ein Plädoyer für die Kunstfreiheit. Diese wird beim Deutschen Filmpreis gemeinsam mit der "Vielfalt des deutschsprachigen Kinos" gefeiert. Kunstfreiheit sei "kein Luxus, sondern sie ist die Voraussetzung dafür, dass wir auch in Zukunft Filme haben, die uns emotionalisieren, auch mal herausfordern, auch mal unterhalten dürfen", sagte Friedel. Dafür müsse man kämpfen.

Eine der längsten Reden des Abends hielt Regisseur Wim Wenders, der mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Gegen Ende seiner Dankesrede sprach er eine seit Jahren diskutierte Kontroverse um seinen Film "Falsche Bewegung" aus dem Jahr 1975 an. "Es gibt gegen diesen Film ein Aufbegehren, dass man eine Szene schneiden möge. Es gibt in dem Film eine Szene mit der 13-jährigen Nastassja Kinski, die mit bloßem Oberkörper gefilmt wurde", erklärte Wenders. Er betonte: "Das würde ich heute nie mehr so machen." Die Entscheidung darüber, ob die Szene entfernt werden sollte, wolle er jedoch nicht allein treffen, sondern diskutieren.

Die Debatte war zuletzt durch ein Interview von Nastassja Kinski mit der "Süddeutschen Zeitung" erneut aufgekommen. Darin bekräftigte sie unter anderem ihre Forderung, die Szene aus dem Film zu entfernen. Zudem erklärte sie, bereits seit Langem ein Gespräch mit Wenders führen zu wollen.

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