Schönheitsprodukte Ein Beauty-Star namens Goethe – wie eine Heilpflanze Karriere in der Schönheitsindustrie macht

Eine Frau erntet Goethe-Pflanzen
Mit der Ernte der Goethe-Pflanze verdienen die Frauen in Madizobe etwa 140 Euro pro Jahr
© Guido Mocafico
Im Norden Madagaskars wird der Saft einer besonderen Pflanze für die Pariser Schönheitsindustrie angebaut. Ein Strauch, der im Deutschen den Namen "Goethe-Pflanze" trägt.
Von Dirk van Versendaal

Die Hinterräder des Geländewagens schmieren ab, roter Staub wirbelt auf, eine Rinderherde glotzt blöd, der Fahrer grummelt, Jean-Pierre Nicolas platzt der Kragen: "Verdammte Zombie-Zebus!"

Der Franzose liebt Pflanzen, Tier und Mensch, Gottes Geschöpfe zuhauf – nur die Buckelrinder Madagaskars sind ihm ein Gräuel. "Die Viehbauern halten sie nur, um mit ihnen anzugeben. Um ihren Ahnen zu imponieren. Sie sind fady." Die Zebus sind also tabu, sind heilig, ihr Mist darf nicht als Dünger verwendet werden, Frauen sollten sich tunlichst von ihnen fernhalten, und Tiere, die ihrem Besitzer im Traum begegnet sind, werden schnell verkauft, erzählt er. "Ohne fady läuft hier gar nichts."

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