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Kino-Vorschau 2014: Auf diese Filme freuen wir uns

Das neue Jahr wird gut. Richtig gut! Zumindest im Kino. Unsere Vorfreude auf die Muppets, das Regiedebüt von Ryan Gosling, "Interstellar" und jede Menge anderer Filme kennt jedenfalls keine Grenzen.

Von Patrick Heidmann

Der Jahresanfang ist auch 2014 wieder eine gute Zeit für Kino-Fans. Nicht des Wetters wegen, sondern weil endlich all die Oscar-Favoriten in Deutschland anlaufen, so wie dieser Tage etwa "12 Years a Slave", "All Is Lost" und Scorseses "Wolf of Wall Street". Und im Februar geht's dann gleich mit der Berlinale weiter, bei der unter anderem Neues von George Clooney und Lars von Trier Premiere feiert. Doch auch der Rest des Jahres könnte cineastisch verdammt stark werden. Unsere Liste der Filme, auf die wir uns 2014 am meisten freuen, auf 15 Titel zu beschränken, fiel uns jedenfalls verdammt schwer.

Muppets Most Wanted

Wer ein Kind der Siebziger und Achtziger Jahre ist und kein Herz für die Muppets hat, der hat gar kein Herz. So oder ähnlich geht ein altes Sprichwort, das sich eigentlich immer wieder bewahrheitet. Wie viel Begeisterung die von Jim Henson erfundene Truppe um Kermit, Piggy und Co. bis heute noch auslöst, merkte man anlässlich ihres Kino-Comebacks vor rund zwei Jahren selbst im Hause Disney (wo die Rechte an den Puppen inzwischen liegen). Also kommt nun ein weiterer Film der Muppets auf die Leinwand, und auch wenn Über-Fan Jason Segel dieses Mal nicht mit von der Partie ist, könnte unsere (kindliche?) Vorfreude kaum größer sein. Denn Ersatz wurde in Ricky Gervais und Tina Fey gefunden, Danny Trejo oder Christoph Waltz geben sich ebenfalls die Ehre. Ganz zu schweigen von Sam, dem Adler, Dr. Honigtau Bunsenbrenner und all den anderen schrägen Vögeln. Kinostart: 01.05.

Can a Song Save Your Life?

Sieben Jahre ist es her, dass Regisseur John Carney die ganze Welt verzauberte mit "Once", seinem kleinen Film über Straßenmusiker und die Liebe, dessen Songs die Fans heute noch mitsingen können. Erst jetzt meldet sich der Ire mit einem neuen Film zurück - und wieder geht es um Musik. Ein ausgebrannter Produzent (Mark Ruffalo) entdeckt zufällig eine ebenso hübsche wie talentierte Songwriterin (Keira Knightley), die allerdings so gar keine Lust hat, sich an den Mainstream zu verkaufen. Klingt irgendwie abgeschmackt, und dass Adam Levine in einer Nebenrolle sein Schauspieldebüt gibt, stimmte uns auch nicht hoffnungsfroh. Doch beim Festival in Toronto konnten wir den Film schon sehen, daher können wir versichern: viel Zauberhafteres wird es 2014 nicht zu sehen geben. Und die Songs haben auch wieder Ohrwurm-Potenzial. Kinostart: 01.05.

Kinotrailer: "Godzilla"

Godzilla

Eigentlich hatten wir mit "Godzilla" ja längst abgeschlossen. Die uralten japanischen Schwarzweiß-Filme sind schon seit frühester Kindheit eher unter "Trash" als unter "Kult" abgeheftet. Und Roland Emmerich raubte uns mit seinem aufgeblasenen Nichts von Remake 1998 dann endgültig die Lust auf mehr. Warum also gerade jetzt die Vorfreude auf eine Neuverfilmung? Zumal doch neulich nicht einmal Guillermo Del Toro dem Riesenechsen-Genre mit "Pacific Rim" was Spannendes abringen konnte? Nun, hier gibt mit Gareth Edwards einfach ein Regisseur sein Hollywood-Debüt, dessen Erstling "Monsters" zum Erfrischendsten gehört, was es in den letzten Jahren in Sachen Science Fiction zu sehen gab. Dass er hier nun "Breaking Bad"-Star Bryan Cranston, Juliette Binoche und andere Ausnahme-Schauspieler vor die Kamera holte, schadet natürlich auch nicht. Kinostart: 15.05.

The Disappearence of Eleanor Rigby

Noch so ein Film, den wir schon in Toronto gesehen haben und es kaum erwarten können, noch einmal reinzugehen. Oder müsste man sagen: zwei Filme? Die tragische Liebesgeschichte zwischen Eleanor und Connor wird hier nämlich gleich doppelt erzählt, einmal aus ihrer und einmal aus seiner Sicht. Das dauert insgesamt über drei Stunden, ist aber keinen Moment langweilig. Sondern - nicht zuletzt dank Jessica Chastain und James McAvoy - unglaublich authentisch und berührend und vor allem erzählerisch bemerkenswert clever. Der Rest der Besetzung ist mit Isabelle Huppert, Viola Davis, William Hurt und anderen übrigens auch verschwenderisch gut. Kinostart: steht noch nicht fest

Inherent Vice

Im Grunde reichte der Name Paul Thomas Anderson, um diesen Film auf unsere Liste zu setzen. Denn einen schlechten Film hat der Regisseur, seit ihm 1997 mit "Boogie Nights" der Durchbruch gelang, bis heute nicht abgeliefert. Dass er mit diesem Krimi aber nun die erste offizielle Verfilmung eines Werks von Kult-Autor Thomas Pynchon abliefert (mit seinem "The Master"-Star Joaquin Phoenix als Privatdetektiv sowie Josh Brolin, Reese Witherspoon und Owen Wilson in weiteren Rollen), erhöht die Spannung nur noch mehr. Kinostart: steht noch nicht fest

Kinotrailer: "Snowpiercer"

Snowpiercer

Langes Warten erhöht mitunter die Vorfreude noch gewaltig. So im Falle des ersten englischsprachigen Films des Koreaners Bong Joon-ho ("The Host"). Schon vergangenen Mai in Cannes ließ Tilda Swinton (die hier wohl eine selbst für ihre Verhältnisse schräge Rolle spielt) verlauten, dass uns etwas ganz besonderes erwartet. Anschließend sorgte der Science-Fiction-Film in Korea und Frankreich für Kassenrekorde, während der Regisseur in den USA mit Harvey Weinstein darüber stritt, ob und wie seine Version gekürzt werden darf. Und wir? Warten einfach weiter geduldig und freuen uns, dass der Film immerhin einen deutschen Verleih hat. Kinostart: 03.04.

Gone Girl

Es gab in den letzten zwei Jahren kaum einen spannenderen (oder erfolgreicheren) Thriller als Gillian Flynns Roman "Gone Girl". Die unumgängliche Verfilmung bringt nun ein paar Fallstricke mit sich. Zum einen hatten wir uns Nick Dunne und seine verschwundene Frau Amy etwas anders vorgestellt als Ben Affleck und Rosamund Pike, die sie nun spielen (Neil Patrick Harris ist auch mit von der Partie, zur Abwechslung mal in einer ernsten Rolle). Und zum anderen lässt sich die raffinierte Erzählstruktur des Buches nicht so ohne weiteres auf einen Film übertragen. Aber wenn das jemandem zuzutrauen ist, dann Thriller-Experte David Fincher ("Sieben", "Verblendung"). Kinostart: 02.10.

Kinotrailer: "Interstellar"

Interstellar

Worum es hier geht? Wir haben nicht die geringste Ahnung! Dem ersten Trailer lässt sich praktisch nichts entnehmen, und offiziell wurde bisher nur bekannt, dass ein Wurmloch, ein Forscherteam und womöglich sogar Zeitreisen oder Parallelrealitäten eine Rolle spielen. Aber seit Christopher Nolan die "Batman"-Reihe revolutioniert hat (und auch mit "Inception" nicht enttäuschte), trauen wir ihm alles zu. Was nach Filmen wie "Magic Mike", "The Paperboy" und aktuell "Wolf of Wall Street" sowie "Dallas Buyers Club" erstaunlicherweise auch für seinen Hauptdarsteller Matthew McConaughey gilt. Kinostart: 06.11.

Love Is Strange

Der neue Film des New Yorkers Ira Sachs feiert diesen Monat seine Weltpremiere beim Festival in Sundance. Mit etwas Glück kommt er dann im Februar auch zur Berlinale. Aber das mit dem offiziellen Kinostart kann leider noch ein Weilchen dauern. Um Filme über nicht mehr ganz taufrische schwule Ehepaare in der Krise reißt man sich hierzulande nämlich leider nicht. Was uns allerdings ein Rätsel ist, zumal wenn die beiden Männer von grandiosen Schauspielern wie John Lithgow ("Dexter") und Alfred Molina ("Spider-Man 2") verkörpert werden. Kinostart: steht noch nicht fest

How to Catch a Monster

Was wir über Ryan Gosling bislang wissen: Er beherrscht Coolness wie kein Zweiter, hat Bauchmuskeln wie Photoshop sie nicht besser hinbekommen würde, rettet schon mal Menschenleben und hat sein eigenes Malbuch. Was wir noch nicht wissen: ob es hinter der Kamera genauso gut ist wie davor. Aber spannend klingt sein - angeblich von Fantasy-Elementen durchzogenes - Regiedebüt über eine allein erziehende Mutter allemal. Schon weil er bei der Wahl seiner Darsteller so guten Geschmack bewiesen hat. Neben Freundin Eva Mendes hat er auch "Mad Men"-Star Christina Hendricks sowie Matt "Dr. Who" Smith engagiert. Kinostart: steht noch nicht fest

Kinotrailer: "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit"

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

Ursprünglich hatten wir uns geschworen, dass auf dieser Liste keine Comic-Fortsetzungen kommen! Denn nichts gegen ein neues "Captain America"-Abenteuer oder einen weiteren "Amazing Spider-Man". Aber so langsam haben wir wirklich genug. Doch der letzte "X-Men"-Film war - nicht zuletzt dank James McAvoy, Michael Fassbender und Jennifer Lawrence - eine ziemlich lässige Angelegenheit. Nun kehrt außerdem noch Bryan Singer, mit dem 2000 die Mutanten-Saga und überhaupt der große Comic-Boom überhaupt erst los ging, zurück auf den Regiestuhl. Und Patrick Stewart, Ian McKellen, Halle Berry und Hugh Jackman hat er gleich mitgebracht. Wie soll man da standhaft bleiben? Kinostart: 22.05.

The Cut

Viel war bislang noch nicht über den neuen Film von Fatih Akin in Erfahrung zu bringen. Nach "Gegen die Wand" und "Auf der anderen Seite" ist dies nun wohl der Abschluss seiner "Liebe, Tod und Teufel"-Trilogie. Die Hauptrolle spielt der aus "Ein Prophet" bekannte Franzose Tahar Rahim (demnächst in "Le passé" zu sehen) - und spricht wohl, inspiriert von Sergio Leone genauso wie von Charlie Chaplin, den ganzen Film über kein Wort. Mehr aber war Akin nicht zu entlocken. Nicht einmal, ob er für die Weltpremiere wieder Cannes der Berlinale vorziehen wird. Kinostart: 18.09.

This Is Where I Leave You

Nach der unsäglichen Zumutung "Prakti.com", die ohne Frage zu den schlechtesten Filmen des vergangenen Jahres gehörte, sollte Regisseur Shawn Levy eigentlich jedes bisschen Vorfreude verspielt haben. Aber was soll man sagen? Mit einer Komödie über eine jüdische Großfamilie, in der nicht nur Jason Bateman und Tina Fey, sondern auch Adam Driver ("Girls"), Connie Britton ("Nashville"), Corey Stoll ("House of Cards"), Rose Byrne ("Damages"), Timothy Olyphant ("Justified") und die legendäre Jane Fonda mit von der Partie sind, wickelt man uns einfach um den Finger. Kinostart: steht noch nicht fest

Kinotrailer: "Veronica Mars"

Veronica Mars

Das wir das noch erleben dürfen! Sieben Jahre nach dem Ende der gleichnamigen Serie, in der sich Kristen Bell von der High School aus als Privatdetektivin versuchte und damit zum Star wurde, kommt nun doch noch der zugehörige Film in die Kinos. Kickstarter und einiger treuer Fans sei Dank, denn angesichts der eher mauen Quoten, die nach drei Staffeln zur Absetzung führten, hatten wir die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben, dass irgendwer für das Budget aufkommt. Ganz aufatmen können wir aber zumindest in Deutschland (wo die Serie noch weniger Zuschauer hatte) noch nicht: bislang steht nicht fest, ob es auch bei uns wirklich einen Kinostart geben wird.

Phoenix

Nachdem 2013 aus künstlerischer Sicht ein eher schwacher Jahrgang für den deutschen Film war, sieht es ganz so aus, als würde in diesem Jahr ein anspruchsvoller Knaller den nächsten jagen. Neben Fatih Akin (siehe oben) und Dominik Graf, dessen "Die geliebten Schwestern" auf der Berlinale Premiere feiern wird, hat auch Christian Petzold bald etwas Neues am Start. Es geht dabei, so hört man, um eine KZ-Überlebende, und die Hauptrolle spielt - wer sonst - Petzolds Muse Nina Hoss. Was eigentlich immer Grund genug ist, sich schon mal eine Kinokarte zu reservieren. Kinostart: steht noch nicht fest

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  • Patrick Heidmann