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Google Stadia: So schlägt sich der neue Gaming-Service

Am 19. November startet Google Stadia. Der Gaming-Service macht es möglich, neueste Videospiele auf unterschiedlichen Geräten zu zocken.

Googles Service Stadia startet am 19. November

Googles Service Stadia startet am 19. November

Das Internet ist die Zukunft - insbesondere, wenn es um Unterhaltung geht. Musik- und Videostreaming wie über Spotify oder Netflix sind seit geraumer Zeit angesagt. Mittlerweile gibt es auch Streaming-Alternativen für Videospiele. Am 19. November startet nun Google Stadia in vierzehn Ländern, darunter auch in Deutschland. Die Nachrichtenagentur spot on news konnte schon vor dem Launch Hand anlegen.

Die Cloud macht es möglich

Das Prinzip ist ganz einfach: Spieler zocken aktuelle Games direkt auf Smartphone, Tablet, PC, Laptop und am Fernseher - und das ganz ohne Download. Google Stadia ist eine Plattform, die auf der Cloud basiert und dadurch nicht auf einen einzelnen bestimmten Typus Endgerät angewiesen ist. So können Spieler zum Beispiel "Red Dead Redemption 2" am PC im Arbeitszimmer anschmeißen und eine halbe Stunde später einfach zum Fernseher im Wohnzimmer wechseln - und dort an der gleichen Stelle weiterspielen, an der sie gerade pausiert haben.

Da die Spielinhalte direkt gestreamt werden, ist kein vorheriger Download nötig. Gamer können direkt loslegen und müssen auch nicht mehr auf etwaige Patches oder Updates ihrer Plattform warten. Auf der anderen Seite ist ein Download leider auch nicht möglich. Sollte beispielsweise der Internetanbieter einmal Probleme machen, kann solange nicht auf den Service zugegriffen werden. Um spielen zu können, muss zwangsweise eine Internetverbindung bestehen.

Sieht fantastisch aus, spielt sich flüssig

Bei einer ausreichend schnellen Leitung sehen die Spiele umwerfend aus. Wer 35 Mbp/s oder mehr zur Verfügung hat, der kann laut Angaben von Google bedenkenlos in 4K-Auflösung und mit 60 Frames pro Sekunde streamen. Zudem werden HDR und 5.1-Surround-Sound unterstützt. Bei schlechteren Verbindungen wird die Auflösung allerdings auf 1080p oder sogar 720p heruntergeschraubt, um ein flüssiges Spielerlebnis zu gewährleisten. Das von Google empfohlene Minimum liegt bei 10 Mbp/s.

spot on news konnte vorab Google Stadia unter anderem mit den Spielen "Destiny 2: The Collection" und "Mortal Kombat 11" ausprobieren. Dabei ließ der neue Service keine Wünsche offen. Der Wechsel zwischen den einzelnen Plattformen klappte sehr zügig und ohne Probleme, die Bildqualität war durchgängig großartig und es gab keine spürbare Verzögerung bei der Eingabe von Befehlen über den Controller.

Apropos Controller: Derzeit ist Google Stadia nur in einer "Stadia Premiere Edition" zum einmaligen Anschaffungspreis von 129 Euro erhältlich, die mit einem eigenen Stadia-Controller, einem Google Chromecast Ultra und drei Monaten "Stadia Pro" daherkommt. Eine zuvor erhältliche "Founder's Edition", die allerdings fast identische Inhalte bietet, ist bereits vergriffen. Zwar werden unter anderem auch der Xbox-One-Controller von Microsoft und der DualShock-4-Controller von Sony unterstützt, der hauseigene Stadia-Controller bietet sich hier aber natürlich perfekt an. Der Controller hat ein angenehmes Gewicht und lag beim Ausprobieren gut in der Hand, wie er sich auf Dauer schlägt, muss sich aber erst noch zeigen.

Um den Gaming-Spaß auf den TV zu bringen, wird ein Chromecast Ultra mitgeliefert, über den man beispielsweise auch Inhalte von Netflix, YouTube und Co. auf den Fernseher streamen kann. Das kleine Streaming-Gerät ist quasi mit jedem aktuellen TV kompatibel. Ältere Chromecast-Modelle unterstützen Google Stadia derzeit leider nicht. Wer zudem auf dem Smartphone oder Tablet spielen möchte, der braucht zum Start zwingend ein Google Pixel 2, Pixel 3, Pixel 3a, Pixel 4 oder ein Tablet mit ChromeOS. Die Unterstützung für weitere Geräte soll in Zukunft folgen.

Diese Games gibt es zum Start

Zum Launch am 19. November können Gamer unter anderem "Red Dead Redemption 2", "Mortal Kombat 11", "Assassin's Creed: Odyssey", "Destiny 2: The Collection", "Gylt", "Just Dance 2020", "Kine", "Thumper", "Samurai Showdown" sowie die "Tomb Raider: Definitive Edition", "Rise of the Tomb Raider" und die "Shadow of the Tomb Raider: Definitive Edition" zocken.

Ebenfalls erhältlich sind ab Start oder in den kommenden Wochen: "Borderlands 3", "Darksiders Genesis", "Final Fantasy XV", "Football Manager 2020", "Grid", "Metro Exodus", "NBA 2K20", "Rage 2" und "Ghost Recon Breakpoint". Zusätzlich sind für später auch schon kommende Hits wie "Cyberpunk 2077" und "Doom Eternal" angekündigt.

"Stadia Pro" und "Stadia Base"?

Google Stadia soll es künftig in zwei verschiedenen Versionen geben: "Stadia Pro" und "Stadia Base". Spiele müssen jedoch weiterhin gekauft werden - bei beiden Modellen. Erhältlich sind die Games über eine Stadia-App für Android- und iOS. Es gibt jedoch auch Ausnahmen.

Zum Start ist vorerst nur die "Pro"-Variante von Stadia verfügbar, die nach Ablauf der im Paket enthaltenen drei Monate knapp zehn Euro monatlich kosten soll. Diese ermöglicht Streams mit einer Auflösung von bis zu 4K und 5.1-Surround-Sound. "Pro"-User erhalten zudem ausgewählte Angebote und regelmäßig kostenlose Spiele. Den Anfang macht "Destiny 2: The Collection", das zum Start quasi als Geschenk enthalten ist. Es ist nicht bekannt, wie häufig genau kostenlose Games veröffentlicht werden sollen.

Die "Base"-Variante wird kostenlos sein und soll 2020 an den Start gehen. Hier kann allerdings maximal mit einer Auflösung von 1080p und mit Stereo-Sound gestreamt werden. Es wird keine kostenlosen Games geben und auch die exklusiven Angebote bleiben "Pro"-Nutzern vorbehalten. Weitere Infos über das "Base"-Modell sind derzeit noch nicht bekannt.

Fazit:

Alles in allem präsentiert sich Google Stadia als ein zukunftsorientierter Gaming-Dienst, der einige interessante Möglichkeiten bietet. Zwar kostet die bisher erhältliche "Pro"-Variante - nach Ablauf der im Paket enthaltenen drei Monate - zehn Euro monatlich, man kann allerdings alle Spiele in hoher 4K-Auflösung genießen, ohne beispielsweise einen High-End-Rechner besitzen zu müssen. Nutzer müssen sich zudem keine Gedanken darüber machen, ihre Hardware womöglich immer wieder aufrüsten zu müssen. Google plant, seine Technik auf aktuellem Stand zu halten, ohne dass der Nutzer vor dem Fernseher, Smartphone oder Laptop überhaupt etwas davon mitbekommt und einfach immer drauf loszocken kann.

SpotOnNews