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"Wollt ihr die totale Meinungsfreiheit?" Erst Applaus, dann Buhrufe: Kabarettist auf Corona-Demo dreht den Spieß um

Sehen Sie im Video: "Querdenken"-Demo zieht durch Stuttgart – auch ein Fußballweltmeister tritt auf.




Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen haben sich am Samstag in Stuttgart zu einer «Querdenken»-Demo versammelt. Die Polizei sprach von mehreren Hundert Teilnehmern, die Veranstalter nannten die Zahl 5000. Zunächst waren die Teilnehmer bei großer Hitze auf dem Marienplatz zusammengekommen und zogen dann Richtung Innenstadt. Demonstranten zeigten Transparente mit Aufschriften wie «Mit Maske - Ohne Mich» oder «Wir haben Euch durchschaut». Sie skandierten «Freiheit, Freiheit». Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative «Querdenken 711». Bei der Kundgebung trat auch der Fußballweltmeister von 1990, Thomas Berthold, auf. Die Polizei sprach von einem ruhigen Verlauf. Die Teilnehmer waren bemüht, die geforderten Mindestabstände einzuhalten.
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Erst jubelten sie ihm zu, dann drehte sich die Stimmung: Kabarettist Florian Schroeder hat den Teilnehmern der Corona-Demo in Stuttgart eindrucksvoll den Spiegel vorgehalten.

Ein provokativer Auftritt des Kabarettisten Florian Schroeder auf der "Querdenken"-Demo in Stuttgart hat im Netz viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Schroeder (40) kam nach eigenen Angaben am Samstag auf die Bühne, um "die Grenzen ihrer Meinungsfreiheit" auszutesten. Für seine ersten Äußerungen bekam er noch Applaus, wie ein Video zeigt, das Schroeder in seinem eigenen Youtube-Kanal verbreitete: "Mein Name ist Schroeder, ich komme aus dem Mainstream" sagt er, und: "Man hat mir gesagt, hier in Stuttgart ist die Freiheit."

Doch recht schnell nimmt die Begeisterung des Publikums ab. Schroeder fragt, ob wir "in einer Corona-Diktatur" leben. Nach einem vielstimmigen "Ja" aus der Menge argumentiert der Kabarettist dagegen: "Wenn wir irgendeine Form von Diktatur hätten, dann dürftet Ihr euch hier gar nicht versammeln, dann dürftet Ihr hier gar nicht stehen."

"Müsst meine Meinung aushalten"

Auch auf die Frage: "Wollt Ihr die totale Meinungsfreiheit?" ist von den Zuhörern ein lautes "Ja" zu hören. Anschließend sagt Schroeder: "Ich bin der Auffassung, dass Corona eine hochgefährliche, ansteckende Krankheit ist, und ich bin der Überzeugung, dass Maskentragen und Abstand halten das Wichtigste und Beste ist, was wir in diesen Tagen tun können." Dafür erntet er Buhrufe und schiebt hinterher: "Wenn Ihr für Meinungsfreiheit seid, müsst Ihr meine Meinung aushalten."

Die Teilnehmer der Kundgebung in Stuttgart forderten am Samstag ein Ende der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen, mit denen die Gefahr einer Übertragung des Coronavirus reduziert werden soll. Die Veranstalter von "Querdenken 711" sprachen von 5000 Teilnehmern, die Polizei zählte mehrere Hundert. Für den Sonntag war eine ähnliche Veranstaltung mit 1500 angemeldeten Menschen in Dortmund geplant.

bak DPA

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