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Streetart-Künstler Banksy versteigert sozialkritisches Werk – Erlös geht an palästinensische Klinik

Banksy versteigert Werk für guten Zweck
Mit "Mediterranean Sea View 2017" nimmt Banksy die Flüchtlingskrise in den Blick. Das Werk soll zu Gunsten eines Krankenhauses im Westjordanland versteigert werden.
© Tristan Fewings / Getty Images
Ein Werk des anonymen Künstlers Banksy soll für einen guten Zweck versteigert werden. Darauf zu sehen ist eine Szene, die als Kritik am Umgang mit der Flüchtlingskrise verstanden wird. 

Der Name Banksy ist geheimnisumwittert, aber nicht konturlos. Immer wieder brachte sich der Künstler mit gesellschaftskritischen Werken in die Schlagzeilen. Eines dieser Werke soll nun für ein palästinensisches Krankenhaus versteigert werden. "Mediterranean Sea View 2017" besteht aus drei Ölgemälden und kritisiert die Flüchtlingskrise mit ihren vielen Opfern. Zu sehen ist auf dem Triptychon eine Küste am Mittelmeer mit angespülten Rettungswesten. Den Wert des Werkes, das Dienstagabend vom Auktionshaus Sotheby's in London versteigert werden sollte, schätzen Experten auf bis zu 1,2 Millionen Pfund (etwa 1,3 Millionen Euro).

Das Geld soll an ein Krankenhaus in der Stadt Bethlehem im Westjordanland gehen. Aufgebaut werden soll damit ein Zentrum für akute Schlaganfälle. Zudem sollen davon Hilfsmittel für die Rehabilitation von Kindern beschafft werden. In Bethlehem steht auch das von Banksy mitgestaltete "The Walled Off Hotel". In diesem hing das Werk, das nun versteigert werden sollte. Das Hotel liegt direkt an der hohen Mauer, die Israel und das Westjordanland trennt.

Banksys Identität gibt nach wie vor Rätsel auf

Nach vielen Jahren und einigen StreetArt-Künsten ist über Banksy immer noch nicht viel bekannt. Als sicher gilt nur, dass er aus Bristol im Südwesten Englands stammt und Ende der 90er Jahre nach London kam. Einen Namen machte er sich mit gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motiven, die oft überraschend auftauchen. Dabei thematisierte er zum Beispiel auch Obdachlosigkeit, Konsumverhalten und die Corona-Krise. Zuletzt hatte der Streetart-Künstler in einer Londoner U-Bahn mit Ratten-Bildern für das Tragen von Masken während der Pandemie geworben. Auf einem auf Instagram verbreiteten knapp einminütigen Video soll Banksy sogar selbst zu sehen sein – mit Maske, weißem Schutzanzug, blauen Gummi-Handschuhen und einer orangefarbenen Warnweste. In der U-Bahn der Hauptstadt sind die Bilder nicht mehr zu sehen – sie wurden von Reinigungskräften weggewischt.

Im Mai hatte sich Banksy mit einem großen Gemälde in einer Klinik im südenglischen Southampton bei den Helden der Corona-Krise bedankt. Das Bild zeigt einen Jungen, der eine Krankenschwester-Puppe in seiner Hand durch die Luft schweben lässt. Der Künstler hinterließ außer seinem Bild auch einen Zettel, auf dem stand: "Danke für alles, was Sie tun. Ich hoffe, dies erhellt den Ort ein wenig." Besonders großes Aufsehen erregte er 2018 mit einer Aktion bei Sotheby's. Das Bild "Girl with a Balloon" war für knapp 1,2 Millionen Euro versteigert worden. Kurz nachdem der Hammer fiel, lief es zum Erstaunen der Teilnehmer durch einen im Rahmen verborgenen Schredder. Übrig blieb der obere Teil des Bildes, der Rest hing in Streifen herunter. Banksy stellte die Aktion auf Instagram als Kritik am Kunstmarkt dar. Die Käuferin nahm das geschredderte Bild an.

sve DPA

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