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Kostet ihn der Lena-Song die Moderation? Raab in Gefahr


Sein eigenes Lied könnte ihm zum Verhängnis werden: Stefan Raab soll am 14. Mai den Eurovision Song Contest in Düsseldorf moderieren. Sein Auftritt steht aufgrund eines möglichen Regelverstoßes allerdings auf der Kippe.
Von Jens Maier

Der 14. Mai sollte die Krönung seiner Arbeit werden. Der Lohn dafür, dass er den Eurovision Song Contest nach 28 Jahren wieder nach Deutschland geholt hat. Der Lohn dafür, dass er den Wettbewerb nach den Misserfolgen der Gracias, No Angels und Miss Kisses von seinem angestaubten Image befreit hat. Und der Lohn dafür, dass er Lena entdeckt hat. "Ohne Stefan Raab hätten wir in Oslo nicht gewonnen, deshalb ist es nur angemessen, wenn er moderiert", hatte NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber erst vor einigen Tagen gesagt. Doch Raabs Grand-Prix-Job steht jetzt auf der Kippe.

Schuld daran könnte sein eigener Song sein. Bei "Unser Song für Deutschland" hatten die Zuschauer die Raab-Komposition "What Happened To Me", die er gemeinsam mit Lena Meyer-Landrut geschrieben hat, ins deutsche Vorentscheid-Finale am 18. Februar gewählt. Sollte sein Song dort tatsächlich gewinnen und Lena damit Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC) in Düsseldorf vertreten, wird Stefan Raab den Wettbewerb nicht moderieren dürfen.

Veranstalter: Regelung hat nichts mit Raab zu tun

Das besagt eine Klausel in den Regeln des ESC. In "Anlage 1 (Pflichten des gastgebenden Fernsehsenders), Regel 1, Paragraph 1" heißt es: "Die für die Show verpflichteten Moderatoren sollen neutral sein und nicht in irgendeiner Weise an der Komposition und/oder Betextung eines Teilnehmerliedes beteiligt sein." Die European Broadcasting Union (EBU), die für das Regelwerk verantwortlich ist, bestätigte stern.de, dass diese Klausel auch für den Contest 2011 gilt.

Die Regelung verwundert deshalb, weil in der Vergangenheit bereits Komponisten als Moderatoren für den Grand Prix tätig waren. Zuletzt 2008 in Belgrad, als Željko Joksimović gleichzeitig die Show präsentierte und den serbischen Beitrag "Oro" verfasst hatte. Warum will die EBU also jetzt Stefan Raab verhindern?

Raab trägt es mit Fassung

"Diese Regelung hat nichts mit Stefan Raab zu tun", sagte ein Sprecher der EBU stern.de. Der Zusatz sei bereits vor dem Song Contest 2010 in Oslo ins Regelwerk aufgenommen worden und damit zeitlich unabhängig von einer möglichen Moderation des deutschen Entertainers erfolgt.

Beim in Deutschland für den Eurovision Song Contest verantwortlichen Sender NDR war die Regelung bekannt. Raab soll als Moderator im Notfall ersetzt werden. "Sollte das Fernsehpublikum in Deutschland Lena mit einem eigenen Song, an dem Stefan Raab beteiligt war, nach Düsseldorf schicken, würden wir dann entsprechend mit der Frage der Moderation umgehen", sagte eine Sprecherin. Wer als Ersatz zur Verfügung steht, konnte sie aber nicht sagen.

Raab selbst trägt den möglichen Verzicht auf die Moderation mit Fassung: "Ja, diese Regelung war mir seit Dezember bekannt", sagte er am Donnerstag. "Egal wie es kommen wird, ob ich als Moderator oder Komponist dabei bin, ich freue mich auf die Aufgabe, die dann auf mich wartet. Man muss im Leben flexibel sein."


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