HOME

Eurovision Song Contest: Ein bisschen Hoffnung - diese Kandidaten wollen für Deutschland singen

Sie sollen eine erneute Pleite verhindern: Der NDR hat die sechs Kandidaten für den deutschen Vorentscheid zum ESC in Lissabon vorgestellt. Vor allem "The Voice"-Zuschauern dürften einige Namen bekannt vorkommen.

Die Kandidaten für den ESC-Vorentscheid 2018

Die Kandidaten für den ESC-Vorentscheid 2018: Natia Todua, voXXclub, Michael Schulte (oben, v.l.), Ryk, Xavier Darcy und Ivy Quainoo.

So kompliziert und aufwendig war das Auswahlverfahren noch nie: 4000 Bewerber, 20 potenzielle Kandidaten, ein "Europa-Panel" genanntes Entscheider-Gremium aus 100 Personen, eine zusätzliche internationale Expertenjury und eine Beraterfirma. Puh! Der NDR will nach mehreren Pleiten in Folge (vorletzter Platz 2017 und zwei letzte Plätze in den beiden Jahren davor) in Sachen Eurovision Song Contest nichts mehr dem Zufall überlassen. Das Ergebnis dieses mehrstufigen Prozesses hat der Sender am Freitag bekannt gegeben.

Sechs Kandidaten für den deutschen ESC-Vorentscheid am 22. Februar in Berlin stehen fest. Vor allem "The Voice"-Zuschauern dürften einige Namen bekannt vorkommen, denn drei der Kandidaten sind durch die Castingshow bekannt geworden. Neben der aktuellen "Voice"-Siegerin Natia Todua aus Georgien werden die Siegerin der ersten Staffel, Ivy Quainoo, und Michael Schulte (Dritter der ersten "The Voice"-Staffel) beim Vorentscheid antreten. Außerdem dabei sind die Interpreten Xavier Darcy, Rick (Ryk) Jurthe und die Band voXXclub.

Auch Jamie Lee kam von "The Voice"

Doch führen diese Kandidaten Deutschland zurück zum Erfolg? Wir erinnern uns: Mit Jamie Lee Kriewitz trat 2016 schon einmal eine "The Voice"-Siegerin für Deutschland an - und scheiterte. Fraglich ist auch, ob sich Erfolg so planen lässt, wie der NDR das gerade mit dem komplizierten Vorauswahl-Verfahren vorgemacht hat. Stefan Raab traf seine Entscheidungen meist aus dem Bauch heraus, nicht nach dem Konzept einer Beraterfirma. Das Ergebnis ist bekannt.

Doch es gibt zumindest ein bisschen Hoffnung. Die sechs Teilnehmer haben unbestrittene gesangliche Qualitäten und decken eine große geschmackliche Bandbreite ab - vom Schmusepop bis zur Volksmusik. Jetzt kommt es vor allem auf das Lied an, das sie am 12. Mai beim ESC-Finale in Lissabon singen werden. Und das stammt diesmal nicht aus dem Giftschrank der Plattenindustrie.

Jetzt kommt alles auf den richtigen ESC Song an

Die sechs Kandidaten werden vom NDR in ein sogenanntes "Song Writing Camp" gesteckt. Dort sollen sie zusammen mit 15 nationalen und internationalen Textern, Komponisten und Produzenten ein Lied entwickeln, das zu ihnen passt. Ob dabei ein Hit entsteht? Ausgeschlossen ist es nicht. Der Versuch ist mutig und an Mut hat es dem deutschen Vorauswahlverfahren in den vergangenen Jahren gemangelt. Jetzt fehlt nur ein Quäntchen Glück.