Sie habe gewusst, dass sie fliegen könne. Das verrät Senta Berger bereits vor vielen Jahren im Titel ihrer Autobiografie, in der sie auch die schwierigen Momente ihrer Karriere offen anspricht.
Dazu gehören ihre sogenannten „Handwerksjahre“, in denen sie als sehr junges Mädchen am laufenden Band in Filmen zu sehen gewesen war, aber die Qualität kaum eine Rolle spielte. Manche Größen jener Zeit, wussten jedoch bereits, mit wem man es zu tun hatte. Filmlegende Hans Moser hatte damals Autogrammjägern bereits empfohlen, zur jungen Senta um eine Unterschrift zu gehen: „Aus der wird noch was!“
Wie recht er doch haben sollte. 1974 bis 1982 feierte sie als Buhlschaft im „Jedermann“ der Salzburger Festspiele Erfolge, spielte in internationalen Filmen an der Seite von Frank Sinatra, Yul Brynner oder O.W. Fischer, der sie sexuell zu misshandeln versuchte. Auch darüber sollte sie öffentlich sprechen, ebenso wie sie als überzeugte Sozialdemokratin für Willy Brandt kämpfte und sich 1971 in einer stern-Titelgeschichte für die Abschaffung des § 218 einsetzte, der Schwangerschaftsabbrüche kriminalisierte.
Nach Erfolgen mit Kultserien wie „Kir Royal“, oder „Die schnelle Gerdi“ feierte Berger zuletzt Erfolge in Filmen ihres Sohnes Simon Verhoeven. Für „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ ist sie nun für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie als beste Schauspielerin nominiert – fünf Jahre nachdem sie den Preis für ihr Lebenswerk erhalten hat.