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"Heute-Show": Hitler und die Außerirdischen - der irre Besuch bei einem Reichsbürger

Angela Merkel ist die Tochter von Helmut Kohl und die Außerirdischen waren mit Adolf Hitler auf ihrem Planeten: Die "Heute-Show" war zu Gast bei Reichsbürger Norbert Schittke. Der scheint tatsächlich zu glauben, was er erzählt.

Heute Show mit Carsten van Ryssen und einem Reichsbürger

Die "Heute Show" zu Gast beim "Reichskanzler": Carsten van Ryssen (l.) und Norbert Schittke, der vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Das Klingelschild unter der vergilbten Abdeckung liest sich ziemlich lang: "Fürst Norbert R. zu Romkerhall / Ritterhof aus dem Haus Schittke, Hannover, Windsor, Herzogtum Sachsen-Coburg und. Gotha" (sic) steht darauf geschrieben. Doch wer erwartet, dies wäre der Eingang zu einem kleinen Schloss, der irrt. Seine Hoheit "Reichskanzler Schittke" residiert in einem spießigen Einfamilienhaus. Dort empfängt er aber gerne Gäste.

"Er hat tatsächlich Carsten van Ryssen in seinem Palast, beziehungsweise Reihenendhaus, ein Interview gegeben", kündigt "Heute-Show"-Moderator Oliver Welke den Besuch bei dem Reichsbürger an. Schittke bestreitet die Existenz der Bundesrepublik Deutschland und sieht sich als Führer des aus seiner Sicht weiter bestehenden Deutschen Reiches. Auch sonst hat er ziemlich absurde Ansichten.

Der Beweis: Darum ist Angela Merkel die Tochter von Helmut Kohl

Auf die Frage nach dem Verhältnis von Helmut Kohl und Angela Merkel antwortet Schittke mit voller Ernsthaftigkeit: "Helmut Kohl, der hat ein nettes Mädel kennengelernt, Kinder gemacht. Eins davon ist die Merkel." Aha, Angela Merkel ist also die Tochter von Helmut Kohl. Als van Ryssen staunend schaut, fügt Schittke hinzu: "Wie er in allen Reden sagt, sie ist mein Mädel."

Der "Reichskanzler der Exilregierung Deutsches Reich", wie sich Schittke selbst nennt, sitzt in einer Phantasieuniform mit Schärpe und Orden in seinem Wohnzimmer. Dass er keinen normalen Reporter, sondern den Mitarbeiter einer Satiresendung vor sich hat, scheint er nicht zu bemerken.  Völlig ernsthaft versucht er van Ryssen, seine Ansichten zu erklären. Schittke lebt in einer Welt aus Geschichtsverfälschung, Lügen und Phantastereien.

"Heute-Show" kommt nicht aus Aldebaran, aber Hitler war schon da

"Wir befinden uns mit 64 Ländern im Krieg", erfindet Schittke. Das belege eine "Feindstaatenklausel". "Sie fahren in Feindesland, um Urlaub zu machen." Van Ryssen hakt verschmitzt nach: "Wie, ich fahre nach Spanien?" "Feindesland!", fährt Schittke dazwischen. "Italien?" "Feindesland!", kommt reflexartig. "Sie können nach Honolulu fahren, dann sind sie noch immer im Feindesland", erklärt Schittke. "Wohin soll ich denn dann in Urlaub fahren?", fragt der Reporter. "Sie sollen zuhause bleiben und arbeiten", sagt der Rentner. Lacher bei den Zuschauern.

Doch es wird noch absurder. Schittke glaubt an die Existenz Außerirdischer, die mit "Diplomatenpässen" ausgestattet die Erde besuchen. Ihr Name: Aldebaraner. "Sie wollen sich immer mit dem stärksten und besten zusammentun", erklärt Schittke und - so, führt das ehemalige Mitglied der rechtsextremen Partei "Die Republikaner" aus - deshalb "auch mit Adolf Hitler." Die Aldeberaner, so versichert Schittke ernsthaft, hätten Hitler mit auf ihren Planeten genommen. Zum Beweis zeigt er eine Reichsadlerplakette, die angeblich auf dem Raumschiff angebracht worden sei. Er selbst sei auch schon mit einem Aldebaraner Kaffee trinken gewesen.

"Ich bin doch kein Phantast"

Doch die Märchenstunde ist noch nicht zu Ende. Schittke glaubt auch daran, dass im Erdinneren Menschen leben. "Es gibt mehrere Eingänge zum Mittelpunkt der Erde und es gibt mehrere Völker, die dort leben." Und Schittke hält noch ein besonderes Bonmot bereit: "Deswegen ist der Dalai Lama ein Freund von Adolf Hitler." Äh, was? Hitler habe den Bau von Eingängen zum Erdinneren im Himalaya gefördert. So erkläre sich die Freundschaft.

Der Besuch von "Reichsreporter" Carsten van Ryssen, wie Oliver Welke seinen Kollegen nennt, endet mit einem Händedruck vorm Reichssofa. "Ich bin doch kein Phantast", gibt Schittke dem Reporter mit auf den Weg. Das Publikum lacht. Und auch der Reporter kann sich das Grinsen kaum noch verkneifen. "Natürlich nicht", antwortet er schnell. Die Ironie bemerkt Schittke nicht.

"Liebe Aldebaraner, bitte dran bleiben", verabschiedet sich Oliver Welke aus der "Heute-Show", "jetzt gibt es gleich noch mehr Geschichtsfälschung bei 'Sketch-History'."

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mai