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Cascada enttäuscht beim ESC Katerstimmung im deutschen Lager

Deutschland ist gefrustet: Trotz Glitzerkostüm und Pyrotechnik landete Cascada beim Eurovision Song Contest nur auf dem 21. Platz. Nun herrscht Ratlosigkeit.

Am Ende war die deutsche Delegation vor allem ratlos. Am Ende stand ein enttäuschender 21. Platz für Deutschland beim diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC). Mit all ihrer Stimmgewalt, mit Glitzerkostüm und Pyrotechnik war die deutsche Disco-Pop-Formation Cascada entgegen der Erwartungen beim europäischen Publikum durchgefallen. Dieses ließ sich von der 20-jährigen Dänin Emmelie de Forest verzaubern, die barfuß und im Sterntaler-Kleidchen souverän den ESC-Sieg einfuhr.

Nur 18 Punkte für Cascada

"Natürlich sind wir alle überrascht und enttäuscht" - Cascada-Sängerin Natalie Horler versuchte erst gar nicht, ihr schlechtes Abschneiden im ESC-Finale schön zu reden. "Wir haben in der Woche ein viel besseres Feedback vom Publikum und den Medien bekommen." Bei Buchmachern hatte die international bekannte Formation mit dem Lied "Glorious" im Vorfeld konstant unter den Top-Zehn rangiert. Am späten Samstagabend sollte der europaweite Absturz folgen.

Mit Albanien, Österreich, Israel, Spanien und der Schweiz hatten lediglich fünf von 38 Ländern Punkte für den deutschen Beitrag übrig. Auf gerade einmal 18 Zähler hatte es Horler mit ihrem Auftritt im goldenen Glitzerkleid gebracht. Es ist das schlechteste deutsche Abschneiden seit 2008, als die Pop-Band No Angels mit nur 14 Punkten nach Hause fahren musste.

Viel Kritik für "Glorious" im Vorfeld

"Für 2014 wollen wir uns noch mehr auf die Songauswahl konzentrieren", lenkt am Tag nach dem Finale der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber den Blick nach vorne. Gerade mit dem Lied hatte es vor dem diesjährigen ESC mächtig Ärger gegeben: "Glorious" hatte stark in der Kritik gestanden, weil das Lied sehr an das Siegerlied von 2012, "Euphoria" von Loreen, erinnere. Der für den ESC zuständige NDR hatte schließlich ein musikwissenschaftliches Gutachten erstellen lassen, um Plagiatsvorwürfe offiziell auszuräumen.

Im Gegensatz zu Deutschland wurde Dänemark den hoch gesteckten Erwartungen voll gerecht. Im Vorfeld als haushohe Favoritin gehandelt, siegte Sängerin de Forest mit ihrem Pop-Lied "Only Teardrops" souverän mit 281 Punkten. "Es war überwältigend", beschrieb sie hinterher ihren Auftritt, bei dem die dänischen ESC-Macher auf Ethno-Optik gesetzt hatten. Vor feuerroter Kulisse und begleitet von Flötenspielern und Trommlern präsentierte de Forest ihr Lied.

Lena patzte bei Punktevergabe

Die 11.000 Zuschauer in der Arena von Malmö habe sie "richtig fühlen" können, sagte die 20-Jährige. Ihren ESC-Auftritt noch einmal wiederholen und wie die deutsche ESC-Siegerin von 2010, Lena Meyer-Landrut, zur Titelverteidigung antreten werde sie aber trotz aller Freude wohl nicht. "Man weiß nie, was die Zukunft bringt, aber ich glaube nicht", sagte die Dänin.

Meyer-Landrut indes leistete sich einen Patzer, der ins Bild der deutschen Missgeschicke dieses Abend passte. Live von der Hamburger Reeperbahn verkündete die 21-Jährige das Ergebnis der deutschen Punktevergabe - und verwechselte dabei Dänemark mit Norwegen. "Das war ein Komplett-Ausfall. Es ist mir so unangenehm", sagte sie später in der ARD.

Von Dracula bis zum Glitzerbikini

Geschätzt rund 125 Millionen Zuschauer verfolgten am Samstagabend den populären Musikwettbewerb, 8,21 Millionen davon in Deutschland. Sie sahen mal die große Inszenierung, wie die des rumänischen Countertenors Cezar, der im ausladenden Dracula-Kostüm auftrat. Mal gab es puristische Darbietungen, wie die des Italieners Marco Mengoni oder des Ungarn ByeAlex. Wie aus der vergangenen ESC-Dekade hergebracht mutete die Darbietung aus Weißrussland an, bei der Sängerin Alyona Lanskaya im mit Lametta behängten Bikini einer Discokugel entstieg. Für Großbritannien war mit Bonnie Tyler die wohl bekannteste Künstlerin ins Rennen gegangen. Für sie reichte es am Ende für Rang 19 - hinteres Mittelfeld, aber eine deutliche Steigerung gegenüber 2012. Damals hatten die Briten ihr Glück mit Schmusesänger Engelbert Humperdinck versucht - und waren Vorletzter geworden.

Caroline Uhl/DPA DPA

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