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Deutscher Fernsehpreis: "Weiß jemand, wie es jetzt weitergeht?"

Welche der vielen Peinlichkeiten beim Deutschen Fernsehpreis Marcel Reich-Ranicki den Kragen platzen ließ, konnte wohl keiner der Anwesenden genau sagen. Eher unfreiwillig sorgte er mit seiner harschen Kritik am deutschen Fernsehen für den Höhepunkt des Abends - und einen Moderator in Höchstform.

Von Alexander Kühn, Köln

Unterstellen wir mal, dass Marcel Reich-Ranicki milde gestimmt nach Köln gereist war, vielleicht sogar in Vorfreude. Was man ihm spendieren wollte, war zwar keine Goetheplakette und kein Ehrendoktor, sondern nur der Deutsche Fernsehpreis, verliehen von ARD, ZDF, RTL und Sat 1. Vergleichsweise popelig, immerhin aber die Würdigung seines televisionären Lebenswerks, also seiner Schlachten im "Literarischen Quartett". So etwas tätschelt die Eitelkeit schon.

Kann ja sein, dass der 88-Jährige, versunken in Heine oder Mann, zuletzt immer weniger mitbekommen hat von der Welt, zumindest von jener, die das Fernsehen uns als Wirklichkeit verkaufen will. Dass er deshalb mit brennender Sorge Abendprogramm samt Abendland untergehen sah, als am Samstag vor seinen Augen die Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" preisgekrönt wurde sowie die Doku-Soap "Die Ausreißer", in der Jugendliche von zuhause abhauen dürfen, um von RTL wieder eingefangen zu werden.

Unterirdische Einspielfilme

Vielleicht war es auch der kalauernde Atze Schröder im weißen Kapitäns-Anzug, der dem Alten die Laune verhagelt hatte. Oder die unterirdischen Einspielfilme, lustig gemeinte Montagen, die Günther Jauch zeigten, wie er Harald Schmidt einen Fußtritt verpasst, oder Fritz Wepper, im Saal heimlich einen Wein entkorkend. Was an Peinlichkeit nur überboten wurde durch die Fernsehköche Lafer und Lichter, die das Prinzip Trennkost an zwei von einander separierten Häufchen Hackfleisch illustrierten.

Schon nach kurzer Zeit hatte sich über das Kölner Coloneum eine derartige Unlust gelegt, gemischt mit der Angst vor jedem herannahenden Witz. Man brauchte nur mal in die müden Gesichter im Publikum zu schauen. In die finsteren Mienen von ARD-Talker Frank Plasberg oder "Tatort"-Kommissar Dietmar Bär. Oder hinüber zum stoisch Kaugummi kauenden Rudi Assauer. Wer auch immer für diese Verleihung die Gags geschrieben hatte: Wäre er vor Ort geoutet worden - man hätte ihm Leibwächter zur Seite stellen müssen.

Lobrede auf den Grantler

Und dann, mitten hinein in diese Gewitterschwüle, die kalte Dusche von Reich-Ranicki: "Ich nehme diesen Preis nicht an!" Wie jetzt? Ein Scherz? Der Kritiker als Comedian, sich selbst karikierend als ewiges Nörgeli? Eine Retourkutsche für Moderator Thomas Gottschalk, der in seiner Lobrede auf den Grantler fabelhaft dessen Kieksstimme samt S-Fehler nachgeäfft hatte? Doch schon holte Reich-Ranicki erneut aus: "Ich finde es schlimm, dass ich das hier heute abend erleben musste", er tadelte den "Blödsinn, den wir hier zu sehen bekommen haben". Und moserte und schimpfte, bis ein Hustenanfall ihn niederrang.

Man stelle sich bitte für einen Augenblick vor, RTL-Moderationsroboter Marco Schreyl hätte, wie im Jahr zuvor, durch den festlichen Abend geführt. Mehr als ein hilfloses Japsen nach Worten wäre nicht zu vernehmen gewesen. Thomas Gottschalk dagegen bot Reich-Ranicki kurzerhand an, eine Stunde lang mit ihm und den Chefs der großen Sender über Fernsehen und Bildung zu diskutieren, irgendwann demnächst in einer Sondersendung. Worauf RR, von derartiger Umarmung schier erdrückt, Gottschalk spontan das Du anbot, umgehend abtrat und sich ins Hotel zurückbringen ließ.

"Weiß jemand, wie es jetzt weitergeht?"

Zurückblieb ein nun doch etwas verdutzter Thomas Gottschalk, der in Richtung Regie fragte: "Machen wir weiter? Weiß jemand, wie es jetzt weitergeht?", um selbst zu dem Schluss zu gelangen: "Jetzt isses wurscht, jetzt sind wir ihn los." Später auf der Party, bei Entenbrust und Sushi: Lob von allen Seiten. Schlange stehende Prominente, noch nachts um eins. Anna Loos und Jan-Josef Liefers, Cordula Stratmann, Bernhard Hoecker, alle wollten sie den Moderator zu seiner Geistesgegenwart beglückwünschen. "Ich hatte keine Ahnung, was Reich-Ranicki vorhat", sagte Gottschalk zu stern.de. "Wir hatten nur mitbekommen, dass er sich ärgert, und dann beschlossen, dass wir seine Ehrung vorziehen - nicht dass er noch vorher geht."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(