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TV-Kritik

"Ich bin ein Star, holt mich hier raus": Intime Geständnisse und Kröten beim Liebesspiel: Im Dschungelcamp fallen die Masken

So schnell kann es gehen: Gestern noch Hoffnungsträger, heute eine Nullnummer – trotz Maiskolben-Badeanzug. Giuliana macht Hoffnung. David ist ein hoffnungsloser Fall.

Von Simone Deckner

Dschungelcamp Tag 3

Es ist ja so eine Sache mit den Hoffnungsträgern: Martin Schulz kann eine Internationale davon singen. Einst verehrt wie der Messias, jetzt in Bonn nur knapp den Fall in die Bedeutungslosigkeit verhindert, weil ihm zuvor so ein Kevin die Show gestohlen hat.

Matthias Mangiapane war auch mal ein Hoffnungsträger. Für genau einen Tag. Da dachte man: "Hhm, nur, weil er bei VOX überflüssigen Klumpatsch testet oder sich im 'Sommerhaus der Stars' verdingt, muss er doch kein ganz schlechter Mensch sein, dieser Matthias Nie von dem gehört." Flugs bildete sich auch in der tendenziell schwer zu begeisternden Twitter-Community ein #TeamMatthias. Bis die erste Prüfung kam. Und ein Mangiapane, der stänkerte wie drei Markus Majowskis, kurz vorm "Anzeige ist raus!"-Stadium: Zehn Sterne hätten sie sicher gehabt, wenn die blonde Jenny (angeblich prominent, weil ihre Halbschwester Daniela Katzenberger heißt) nicht versagt hätte. Zehn Sterne! Hatte er ja schon allein geholt! Zehn, hier zwei ganze Hände voll. Hatte er schon gehabt, "als wie" gewonnen! Wenn denn die Jenny ... Team #SoKannManSichIrren.

Matthias tritt an - im Maiskolben-Badeanzug

Apropos enttäuschte Hoffnungen: Was in frischen Beziehungen erfahrungsgemäß nach drei Monaten passiert - im Dschungelcamp ist es schon nach drei Tagen soweit: die Masken fallen. Verstellen wird zunehmend unmöglich. Und so konnte der Mann, der so viele Sterne (wie viele waren es noch gleich?) fast geholt hätte, seine vermeintlichen Superkräfte an Tag 3 gleich noch mal beweisen. Bei einer Prüfung im Wasser. Matthias trat in einem Maiskolben-Badeanzug an, den er vermutlich im Urlaub 1994 am Goldstrand günstig geschossen hatte.

Bevor sich Matthias jedoch in sein Outfit schmiss, hatte er noch gewütet, er habe so einen Hals. Natascha, ihre Rolle als weiblicher Aushilfs-Jürgen-Höller sehr Ernst nehmend: "Mit dem Hals gehst du da rein und ziehst das durch!" Kurz durchzuckte es da den erfahrenen IBES-Zuschauer: Dicker Hals und eine Prüfung mit Wasser? Das Bild eines grinsenden "Honeys" flackerte vor dem inneren Auge auf. Und die salbungsvollen Worte des Ex von der GNTM-Kim mit den erst langen, dann kurzen Haaren, die niemand je vergessen wird, der sie hörte: "Mein Hals ist zu dick." Zu dicker Hals damals, dicker Maiskolben-Badeanzug heute – allein, das Ende, es glich sich auffallend: keine Sterne für Niemand.

Dschungelcamp 2018: Wasserspiele und intime Geständnisse: Das waren die Highlights an Tag 3
Und täglich grüßt das Murmeltier: Matthias Mangiapane muss den dritten Tag in Folge zur Dschungelprüfung. Ob das wohl an seinem emotionalen Ausraster an Tag 2 liegt? Mit Tauchbrille und Maiskolben-Badeanzug geht es ins kühle Nass.  Alle Infos zu "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im Special bei RTL.de

Und täglich grüßt das Murmeltier: Matthias Mangiapane muss den dritten Tag in Folge zur Dschungelprüfung. Ob das wohl an seinem emotionalen Ausraster an Tag 2 liegt? Mit Tauchbrille und Maiskolben-Badeanzug geht es ins kühle Nass.

Alle Infos zu "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im Special bei RTL.de


"Ich habe den Arsch in der Hose zu sagen: Ich hatte Angst"

"Ich hab zwar gesagt, ich probiere alles, aber ...", wollte sich der Mangiapane anfangs noch aus der Patsche lügen. Aber: Irgendwelche Brutkästen im Wasser? "Ich habe jetzt schon Beklemmungen, ich sehe ja gar nicht, wo ich da hin muss!" Der Einwand von Moderator Daniel Hartwich, es sei ja Wasser, also "extra australisches, durchsichtiges Wasser" und man könne also sehr gut sehen, wo es lang gehen soll, wischt der Maiskolben-Mann barsch beiseite: "Das geht einfach nicht, tut mir Leid." Außerdem war die Taucherbrille nicht dicht, hallo?! Das gehe nun wirklich zu weit, befand der Maiskolben-Mann und brach die Prüfung ab - noch ehe sie begonnen hatte.

Da keine Jenny da war, auf die er die Schuld hätte abwälzen können, entschied sich Matthias dieses Mal für die Variante sich selbst kasteiender, armer Tropf - natürlich nicht ohne sich im gleichen Atemzug dafür selbst abzufeiern: "Ich konnte es nicht, aber ich habe den Arsch in der Hose zu sagen: Ich hatte Angst", gab er vor seinen Mitcampern den Bekehrten.

Ansgar macht auf Coach

"Prüfung? Scheiß drauf! Scheißegal!" hatte Ex-Fußballer Ansgar Brinkmann zuvor die immer noch gebeutelte Jenny zu coachen versucht. Der Mann hat in einem Leben schon 38 Trainer gehabt. Immer noch schön die Erinnerung, von Kloppo zusammen geschissen zu werden. Das gehört so, sagt Ansgar. Und gibt Jenny Durchhalteparolen auf den Weg, die Natascha Ochsenknecht maiskolbengelb vor Neid werden lassen: "Da muss man durch". Und das hier sei ja auch bloß eine Show. "Mein Gott, so'n bißchen zelten, das geht doch."

"Viel besser geht es ja nicht", sprach der lebenslustige Longboarder nur kurze Zeit später. Er gab da gerade den Hahn im Dschungeltümpel und badete neben fünf Frauen. Vielleicht war das doch zu viel des Guten für den selbsternannten "weißen Brasilianer", der anschließend im Dschungeltelefon radebrechend nach Worten rang: "Frauen ist mit das Coolste, was diese Welt hat." Spontan wünschte man sich einen dieser Sportreporter an den Tümpelrand, der Brinkmann das Mikro unter die Nase hält und fragt: "Und? Woran lag's?"

Dschungelcamp: Giulianas Beichte

Dass Bachelor David mit das Dusseligste ist, was diese Welt hat, zeigte sich im Gespräch mit Transgender-Model Giuliana. Die beantwortete mit Engelsgeduld jede noch so anzügliche Frage, die ihr die Mitcamper zu ihrer Geschlechtsangleichung stellten. Natascha etwa wollte wissen, "ob Leute mit dem Finger auf dich zeigen" und wie schmerzhaft die Operationen gewesen seien. Antwort: ja und sehr. Giuliana sagte, sie sei immer sehr emotional bei dem Thema. Dann kam David an die Reihe. Jede Hoffnung war verloren:

"Du kannst normal mit Männern pennen, ne?"

"Aber schwanger werden kannste nicht?"

Wenn es noch eines letzten Beweises bedurft hätte, dass Typen bei der "Bachelorette" nicht nach Intelligenz gecasted werden, here you go! Die emotionale Intelligenz einer 21-jährigen Giuliana, die sich für ein "Leben und leben lassen" stark machte und nebenbei daran erinnerte, dass es nichts Traurigeres gibt als Eltern, die ihre Kinder nicht unterstützen, egal, in welchem Körper sie leben wollen, wünschte man sich unterdessen auch für eine Tatjana Gsell. Wobei, es besteht wenig Hoffnung: Die gerüchteweise frisch geliftete Madame trägt nämlich im Camp ein höchst antiquierte Weltbild zur Schau: Männer sind stark, Mädchen schwach. Dem sich selbst bemitleidenden Mangiapane drückt sie Sätze, spitz wie Stilettoabdrücke, in die Magengrube: "Das konntest du nicht schaffen. So ein Tier wie der Thorsten Legat stürzt da rein, aber Du? Du bist ein Mädchen!" Hallo, Frau Gsell: Die 50er haben angerufen, sie wollen ihre Rollenklischees zurück!

Vor dem Dschungel ins Magazin: Das fragwürdige Nacktkalkül der Dschungelfrauen


Gab es sonst noch Hoffnungsschimmer? Kaum. Daniele erkennt im Dschungelgrün erstmals, dass übermäßiger Nikotingenuss zu gelben Händen führen kann. Sidney weint, weil das Heimweh ihn schmerzt. Irgendwann hört Sandra Steffl etwas im Busch krauchen, und erkennt es dann auch. "Das sind fickende Kröten!", juchzt die Frau, die von allen Kandidaten die unbekannteste ist (3 Prozent Erkennungswert). Es wird der eine Satz sein, der von ihr in Erinnerung bleiben wird, so ist zu vermuten, wobei: Die Hoffnung, sie stirbt ja zuletzt.