HOME

Stern Logo Dschungelcamp

Dschungelcamp 2013: Bergers Ausstieg riecht nach Schmu

Rekordhitze, Rücken kaputt, Kreislaufprobleme: Der rasante Abgang von Camp-Opa Helmut Berger aus dem Dschungel wurde dem RTL-Publikum gut verkauft - doch es regt sich ein Verdacht.

Von Marc Drewello

Helmut Berger war der große Star im Dschungelcamp und bescherte der RTL-Show schon vor Beginn der Staffel jede Menge Schlagzeilen. Doch ab sofort muss die Sendung ohne den Schauspieler ("Ludwig II.") auskommen. Der 68-Jährige ist abgereist und berief sich dabei auf gesundheitliche Gründe - ein Abgang, der für Diskussionen sorgt.

Spekulationen, dass Bergers frühes Aus von Beginn an geplant gewesen sei, weist RTL zurück: "Da ist nichts dran", versicherte Sprecher Claus Richter gegenüber stern.de. "Wir hatten natürlich gehofft, dass er uns möglichst lange erhalten bleibt. Er hatte für die volle Zeit unterschrieben."

Doch Fragezeichen bleiben: "Ich habe große Probleme mit dem Kreislauf", begründete Berger in der Sendung vom Samstagabend seinen Ausstieg nach nur zwei Tagen. Teamarzt Dr. Bob habe ihm zur Abreise aus dem australischen Busch geraten. Der Mediziner sprach vom heißesten Wetter seit hundert Jahren. Und Berger meinte, im Urwald solle es in den nächsten Tagen wärmer als 50 Grad werden.

Die Wetterdaten der Gegend sprechen da allerdings eine andere Sprache: Im 10.000-Einwohner-Städtchen Murwillumbah, in dessen Nähe das ehemalige Farmgelände liegt, auf dem die Show gedreht wird, soll in den nächsten Tagen nicht mal die 30-Grad-Marke geknackt werden. Natürlich kann es im Dschungel heißer sein als in der Stadt, doch die von Berger und Bob vorhergesagten mehr als 50 Grad sind von der Realität arg weit entfernt. Zumal der Temperaturrekord für den Ort ohnehin nur bei 42,9 Grad liegt, und die wurden zuletzt am 12. 1. 2002 erreicht. RTL erklärte die Hitze-Angst im Gespräch mit stern.de mit der Lage des Camps, das "wie ein Kessel sei".

Ersatzmann stand schon bereit

Aber auch Bergers andere gesundheitliche Probleme wirken als Ausstiegsargument nicht sehr überzeugend: "Nach meiner Rückenoperation ist es für mich sehr schwierig, spazieren zu gehen", klagte die Filmlegende. "Und der Sinn ist es ja nicht, dass ich in den Dschungel gekommen bin, nur um im Schatten zu liegen." Dass faules Herumhängen aber durchaus die Hauptbeschäftigung im RTL-Dschungel sein kann, haben frühere Campbewohner wie Rainer Langhans längst bewiesen.

Als weiteren Hinweis darauf, dass der Sender mit einem schnellen Ausscheiden Bergers rechnete, könnte man den schon bereitstehende Ersatzmann betrachten: Klaus Baumgart, 58, Sänger des Duos Klaus und Klaus, rückte für den Filmstar nach. Das sei jedoch nicht außergewöhnlich, erklärte RTL-Sprecher Richter. Auch in vorangegangenen Staffeln seien mögliche Ersatzkandidaten bereits vor Ort gewesen.

Berger war mit Abstand der prominenteste unter den elf Camp-Insassen. Und es drängt sich der Verdacht auf, dass er von Anfang an vor allem für die nötige PR vor der Show sorgen sollte. Mit der Aufregung um ihn, weil er schon vor dem Abflug nach Australien am Flughafen zur Flasche gegriffen hatte, und der Diskussion darüber, ob RTL jemanden, der scheinbar mit Alkoholproblemen zu kämpfen hat, in das Camp schicken darf, hat er diese Aufgabe ja auch perfekt erfüllt.

P.S.: Alle aktuellen Infos und Livekommentare zu Ihren Lieblingsserien und TV-Shows finden Sie ab jetzt bei "stern Sofa", unserem neuen Kanal auf Twitter.

mit Agenturen