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TV-Kritik

Tag 11 im Dschungel: Friede, Freude, Reierkuchen? Currywurst-Chris nimmt die Entschuldigung von Yotta an

Was für ein Spektakel! In einer der besten Folgen der Dschungelcampgeschichte überhaupt können Chris und Bastian gerade noch eine "Dschungelbusch-Prügelei" abwenden. Ein Alphamännchen-Drama in drei Akten.

Von Mark Stöhr

Dschungelcamp 2019

Die mageren Zeiten im Dschungelcamp scheinen vorbei. Seit das Essen nicht mehr von Gisele allein erspielt wird, werden die Mahlzeiten wieder üppiger. Am Montag gehen Sandra Kiriasis, Leila Lowfire und Bastian Yotta gemeinsam zur Dschungelprüfung. In der "Sterneküche" müssen die drei die Spezialitäten selbst zubereiten und anschließend verspeisen

MG RTL D

RTL kann Hollywood, wer rechnet mit so was. High Noon mit dem Wurstverkäufer und dem Muskelguru. Die beiden Super-Egos Chris Töpperwien und Bastian Yotta dösen und dissen seit dem Einzug auf die Eskalation hin – an Tag 11 war es endlich so weit: Ein in der Geschichte des Dschungelcamps bislang einzigartiger Orgasmus der schlechten Gefühle entlud sich mit der Stärke 5 auf der Sybille-Rauch-Skala und schreckte die Tiere des Waldes aus dem Schlaf. Danach dämmerten die Erzfeinde erschöpft weg. Die Stille nach dem Schuss. Man kennt das aus dem Massagestudio.

Prolog: Yotta weint

Einen prügelnden Vater wünscht man keinem. Unter Tränen erzählte Bastian Yotta von Stockhieben, die er als Kind über sich ergehen lassen musste. Später stieg er bei seinem Vater in die Firma ein und wurde von ihm lediglich als Businesspartner behandelt. Alles nicht schön. Aber beim Selfmade-Illusionisten Yotta ist Vorsicht angebracht. Seine Metamorphose zum Sympathieträger wirkte arg beschleunigt. Felix, der Peter Orloff der Generation Y, glaubte ihm: "Du hast momentan diese Realness."

1. Akt: Chris und das "Stück Scheiße" auf dem Teller

Chris hasst Bastian, jeden Tag um ein Yotta mehr. Warum nochmal? Bastian hatte Chris in einer Instagram-Story unterstellt, dass er auf Sex mit Hunden und – was der noch viel schlimmer findet – auf Sex mit Männern steht. Gestern erreichte der Hass des "Currywurstmanns" die Alarmstufe Knallrot. "Ich kann die Fresse nicht mehr sehen", schimpfte er und wechselte der Anschaulichkeit halber in die Welt der Kulinarik. "Das ist wie ein Stück Scheiße, das vor dir auf dem Teller liegt, und rechts und links essen die Leute Pizza. Und was machst du? Du versuchst, das Stück Scheiße auszublenden, indem du auf den Tellerrand glotzt." 

Seine Mutter habe ihn vor dem Schritt in den Dschungel gewarnt: "Die sagte: Mit so einem Verbrecher gehst du ins Fernsehen, spinnst du?" Je mehr der 44-jährige Rheinländer sich in seinen Furor reinsteigerte, umso weinerlicher wurde er. "Ich bin total deprimiert von seiner Anwesenheit", jammerte er und psychoanalysierte sich blitzschnell selbst: "Ich bin einfach zu echt." Verfluchte Realness.

2. Akt: "Die Maschine is back"

Da verkackt der Yotta mal die Dschungelprüfung nicht – schon ist er Superman. Er musste mit Sandra und Leila Gerichte mit so schillernden Namen wie "Friede, Freude, Reierkuchen", "Toast Auwei" oder "Grusel Gratin" zubereiten und verspeisen. Auf der Zutatenliste stand das übliche: Pansen, Schweinepenis, Kamelhirn, fermentierte Enteneier, Mehlwürmer, Kakerlaken, alles irgendwie zusammen gerührt und geschüttelt. 

Dschungelmcamp 2019, Tag 11: Schlucken, protzen und heulen - Bastian Yotta dreht auf
Dschungelcamp 2019

Die mageren Zeiten im Dschungelcamp scheinen vorbei. Seit das Essen nicht mehr von Gisele allein erspielt wird, werden die Mahlzeiten wieder üppiger. Am Montag gehen Sandra Kiriasis, Leila Lowfire und Bastian Yotta gemeinsam zur Dschungelprüfung. In der "Sterneküche" müssen die drei die Spezialitäten selbst zubereiten und anschließend verspeisen.

Das Trio holte alle Sterne, Basti Fantasti war vor Selbstliebe ganz aus dem Häuschen. "Das war ein Wahnsinns-Comeback von mir", interviewte er sich selbst. Später faselte er noch was von "Die Maschine is back" und "Jetzt bin ich warm", dass sich die Palmen vor Peinlichkeit krümmten. Chris saß indes wie Macbeth auf seiner Pritsche, sein Bauch eine knurrende Mördergrube. Nur ein Shake und ein Bier konnten jetzt noch ein Blutbad verhindern.

3. Akt: "Mädchen, das ist jetzt gerade ein ernsthaftes Gespräch!" 

Die beiden Streithähne in dieser aufgeladenen Stimmung zusammen auf eine Schatzsuche zu schicken, war natürlich ein genialer Schachzug der RTL-Regie. Evelyn als Dritte im Bunde brachte einen modernen "Göhte"-Faktor in das klassische Drama ("Isch wusste nischt, dass das so tiefgründisch ist zwischen denen. Isch habe Angst, dass die 'ne Dschungelbusch-Prügelei machen."). 

Gut munitioniert brach die Delegation in die Nacht auf (Yotta: "Wenn er sich nicht fair verhält, mach‘ ich ihn platt") und musste schon auf halber Strecke Halt machen für eine spontan einberufene Pressekonferenz. Beide Seiten legten noch einmal ihre unversöhnlichen Positionen dar. Chris: "Er hat mich ethisch und menschlich beleidigt. Das werde ich ihm nie verzeihen."

In einer Höhle dann kam es bei einem blödsinnigen Buzzer-Spiel zum Showdown. Als die Steingrotte wegen der vielen schlechten Vibes schon kurz vor dem Einsturz stand, lenkte Bastian plötzlich ein: "Ich bin übers Ziel hinaus geschossen. Da waren ein paar Witze dabei, die nicht okay waren." Chris: "Das war der einzige Grund, warum ich so reagiert habe." Bastian: "Ich bin einer, der einen fairen Kampf eingeht, aber das war unter der Gürtellinie." Chris: "Ich nehme deine Entschuldigung an, auch wenn ich das jetzt nicht direkt verzeihe."

Evelyn wollte auch was sagen, bekam von Yotta aber postwendend einen Maulkorb verpasst ("Mädchen, das ist jetzt gerade ein ernsthaftes Gespräch!"). Das war ein Ding unter Männern. Hier wurden Claims abgesteckt (Chris: "Jeder macht sein Business."). Als alles besprochen war, fielen kübelweise Insekten von der Decke wie ein klärender Regen. Was für eine Dramaturgie. Ganz großes Kakerlaken-Kino.

Alle Infos zu "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" im Special bei RTL.de.