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"Hart aber fair": AfD-Mann Gauland giftet bei Plasberg gegen das "Reschke-Fernsehen"

Seit der Silvesternacht von Köln stehen Polizei und Journalismus in der Kritik. Ihnen wird vorgeworfen, im Umgang mit Ausländern zu lasch zu sein. AfD-Sprecher Gauland giftete gegen die NDR-Journalistin Anja Reschke.

Von Paul Middelhoff

-Parteivize macht es sich einfach: Er habe Verständnis für all jene, die auf Demonstrationen "Lügenpresse" skandierten, schließlich hätten Politiker wie der -Vorsitzende sie als "Pack" abgestempelt. Die Menschen sähen eben keinen anderen Weg, sich in einer ihnen feindlich gesinnten Welt noch Gehör zu verschaffen. Die öffentliche Schmähung der Presse - ein Gegenangriff der Unverstandenen also?

AfD-Vizechef Alexander Gauland.

AfD-Vizechef Alexander Gauland.

So einfach ist es nicht. Die Talk-Runde bei "Hart aber fair" machte deutlich, dass im Journalismus nicht nur arrogante Weltverbesserer arbeiten. Viel eher ist die Branche offenbar sogar zur Selbstkritik fähig. So präsentierte eine Entschuldigung des "heute journal"-Moderators , der -Demonstranten in einer Moderation als "Fremdenfeinde, Nationalisten und Zweifler" kritisiert hatte. Er bedauere seine Wortwahl, ließ Kleber ausrichten - jemand, der zweifle, sei schließlich per se nichts Schlechtes und dürfe nicht in einen Topf mit rechten Demonstranten geworfen werden. Sogar Alexander Gauland war mit dieser Entschuldigung zufrieden: "Damit muss es auch gut sein", sagte er.

Massive Kritik an den Medien

Anlass für die Diskussion um die Rechte und Pflichten von Journalisten und Polizisten war erneut die Silvesternacht von Köln. Schließlich war der Polizeipräsident der Stadt geschasst worden, nachdem er die Öffentlichkeit nicht vollständig über die Herkunft der Täter aufgeklärt hatte. Auch die Medien hatten sich in der vergangenen Woche massive Kritik an ihrer angeblich zurückhaltenden Berichterstattung ausgesetzt gesehen. Frank Plasberg ließ seine Gäste deshalb darüber diskutieren, ob die Öffentlichkeit ein Recht auf vollständige Information hat oder nicht. 

Neben Alexander Gauland von der AFD nahm auch die Grünen-Fraktionsvorsitzende an der Diskussion Teil. In ihren Augen müsse die Herkunft von Straftätern unbedingt genannt werden, um gesellschaftliche Probleme klar benennen zu können, erklärte sie. , Sänger der Pop-Gruppe "Die Prinzen" pflichtete ihr bei: Nur durch umfassende Informationen könnte ein Erstarken rechter Gruppen und Parteien verhindert werden. 

Gauland kritisiert Reschke

AfD-Sprecher Gauland ist einer dieser Nutznießer - in jüngsten Umfragen kommt seine rechtspopulistische Partei in auf bis zu 15 Prozent aller Wählerstimmen und liegt damit nur vier Prozent hinter der SPD. Die Angst vor den Übergriffen in Köln treibt der AfD die Wähler zu. Wohl auch deshalb kritisierte Gauland bei "Hart aber fair" den Journalismus in Deutschland scharf, wittert durch die Zusammensetzung der Rundfunkräte eine "Schere im Kopf" der zuständigen Redaktionen.

Und er ging noch weiter: "Der Begriff Lügenpresse ist überspitzt, aber stellt etwas Richtiges dar. Die Medien haben Propaganda pro Flüchtlinge gemacht", sagte Gauland und richtete seine Kritik direkt gegen die anwesende ARD-Moderatorin : "Ich habe das Reschke-Fernsehen genannt. Wir sollen einfach alles gut und richtig finden." Doch fühlten sich die "Leute auf der Straße" von dieser Art Journalismus nicht mehr vertreten. 

Leider kam die Talk-Runde jedoch über den Medien-Diskurs nicht hinaus. Entgegen des Titels der Sendung "Frisierte Polizeiberichte, bevormundete Bürger" drehte sich das Gespräch ausschließlich um die Versäumnisse des Journalismus. Die Rolle der Kölner , die maßgeblicher Verursacher der öffentlichen Kritik war, blieb im Dunkeln. 

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo