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"Polizeiruf 110" aus Magdeburg Düster und brutal: Dieser Krimi ist verstörend gut

"Polizeiruf 110" aus Magdeburg
Szene aus dem "Polizeiruf 110": Hat Markus Wegner (Sascha Alexander Geršak) zwei Frauen umgebracht? Hauptkommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) glaubt das - kann ihm jedoch nichts nachweisen.
© MDR/filmpool fiction/Stefan Erhard / ARD
Eine junge Frau ist verschwunden. Kommissarin Brasch glaubt den Täter zu kennen, nachweisen kann sie es jedoch nicht. So ermittelt sie auf eigene Faust – und bringt sich in Gefahr. Ein brutaler "Polizeiruf" nach Weihnachten.
  • 3 von 5 Punkten
  • Sehenswerter Film, der zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt ausgestrahlt wird

Worum geht's?

Eine junge Krankenpflegerin ist verschwunden, Kriminalhauptkommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) verdächtigt schnell den Gärtner Markus Wegner (Sascha Alexander Geršak). Der behauptet in einer Vernehmung tatsächlich, die Frau getötet zu haben - und gesteht sogar noch einen weiteren Mord, für den ein anderer Mann seit einigen Jahren in Haft sitzt. Brasch war damals die ermittelnde Kommissarin - und glaubt mittlerweile an Ermittlungsfehler. Gegen den Willen der Staatsanwaltschaft verbeißt sie sich in den Fall. Über Wegners Ehefrau (Laura Tonke) versucht sie an den Mann heranzukommen - und riskiert dadurch ihren Job und sogar ihr Leben.

Warum lohnt sich dieser "Polizeiruf 110"?

Lange hat kein Sonntagskrimi mehr gezeigt, welch zerstörerische Gewalt von Psychopathen ausgeht. "Der Verurteilte" führt einen Täter ein, dem die Aggressivität aus jeder Pore strömt - und der eine geradezu toxische Wirkung auf sein Umfeld hat. Sehenswert.

Was stört?

Kommissare, die im Hochsommer durch tiefen Schnee stapfen, Ermittler, die im Winter im T-Shirt herumlaufen: An dieser Stelle wurde schon öfter die Terminierung der ARD-Krimis moniert. Doch selten kommt ein "Polizeiruf" zu seinem derart ungünstigen Zeitpunkt wie diesmal: "Der Verurteilte" ist ein düsteres, bisweilen brutales Stück Fernsehen geworden. Wieso um Himmels Willen strahlt man diesen Film am Ende der Weihnachtsfeiertage aus?

Die Kommissarin?

Seit dem Ausstieg von Sylvester Groth als Kommissar Drexler ist Doreen Brasch auf sich alleingestellt. Was gleich mehrere Probleme mit sich bringt: Die ohnehin zu Alleingängen neigende Ermittlerin verbeißt sich nun zunehmend in ihre Fälle. Auch der Zuschauer weiß nicht immer, was in ihr vorgeht.

Ein- oder ausschalten?

Wer nach drei Tagen mit der Familie bereit ist, in den dunklen Keller der menschlichen Abgründe herabzusteigen, kann gerne einschalten. Wer einen gemütlichen Abend verleben will, der sollte sich für 3Sat entscheiden - da läuft die Gaunerkomödie "Der Clou" mit Robert Redford und Paul Newman.

Doreen Brasch ermittelte zuletzt in diesen Fällen:


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