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Weiterbildung im Silicon Valley: "Bild"-Chef Diekmann geht in die USA

Auswanderer auf Zeit: Kai Diekmann, Chef der "Bild"-Zeitung, zieht für ein halbes Jahr an die Westküste der USA, um für den Medienkonzern Axel Springer nach neuen digitalen Geschäftsfeldern zu forschen.

Mindestens für ein halbes Jahr wird Chefredakteur Kai Diekmann von der "Bild"-fläche verschwinden. Gemeinsam mit zwei anderen führenden Verantwortlichen des Axel-Springer-Konzerns werde er in das globale Zentrum der Computer- und Internetindustrie im kalifornischen Silicon Valley bei San Francisco gehen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mit. Kai Diekmann bleibt Chefredakteur des größten deutschen Boulevardblattes "Bild", das Tagesgeschäft wird während seiner Abwesenheit ab September von seinen Stellvertretern Alfred Draxler und Marion Horn übernommen, wie Springer am Mittwoch mitteilte.

Diekmann soll im kalifornischen Palo Alto zusammen mit den dortigen Universitäten und Unternehmen im Rahmen eines Forschungsprojektes "neue unternehmerische Ideen für digitales Wachstum entwickeln". Ihn begleiten Peter Würtenberger, Chief Marketing Officer bei Springer, und Martin Sinner, Gründer und Geschäftsführer des Preisvergleichsportals Idealo, das mehrheitlich zur Springer-Gruppe gehört. Das Team werde mindestens sechs Monate an der US-Westküste arbeiten. Danach sollen sie wieder ihre jetzigen Aufgaben übernehmen.

Von Apple, Facebook und Google lernen

"In einem integrierten Medienunternehmen entsteht Wachstum heute nur durch die Kombination von kreativen Inhalten, innovativen IT-Lösungen und überzeugenden Marketing-Konzepten", sagte der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner. Im Silicon Valley könne man am meisten über digitales Wachstum lernen.

Das Silicon Valley ist der wohl bedeutendste Standort der Computer-, IT- und Internetwirtschaft weltweit. Viele Pionierunternehmen der Branche wurden dort gegründet und haben in der Region bis heute ihren Hauptsitz. Branchenriesen wie Apple, Facebook, Google, Ebay, Hewlett Packard, Adobe sowie die berühmte, für die Entwicklung der Branche wichtige Stanford-Universität sind dort zu finden.

Der Medienkonzern Axel Springer, in dem neben "Bild" unter anderem auch "Die Welt" und die "Berliner Morgenpost" erscheinen, erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro. Ein Drittel des operativen Ergebnisses werde bereits digital erzielt.

kmi/DPA/AFP / DPA