HOME

"Transformers"-Regisseur Bay: "Wow! Das war ein peinlicher Auftritt ..."

Es sollte der glanzvolle Höhepunkt der Samsung-Show auf der CES werden, doch es wurde ein Reinfall: Erst verhaspelte sich Action-Regisseur Michael Bay mehrfach, dann verließ er vorzeitig die Bühne.

Von Christoph Fröhlich

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich namhafte Firmen bekannte Hollywood-Stars, Musiker oder Sportler bei Messe-Events auf die Bühne holen, um die Teenie-Idole ein wenig über das neue Smartphone, das ultradünne Tablet oder den superhochauflösenden Fernseher schwärmen zu lassen. "Two And A Half Men"-Star Ashton Kutcher beispielsweise stellte im vergangenen Jahr das neue Yoga-Tablet von Lenovo vor, beim letztjährigen iPhone-Event war Musiklegende Elvis Costello der musikalische Rausschmeißer. Um auf der Technikmesse CES, die derzeit in Las Vegas stattfindet, mächtig Eindruck zu hinterlassen, ließ es sich Samsung nicht nehmen, niemand Geringeres als "Transformers"-Regisseur Michael Bay zu verpflichten. Der Macher von Actionblockbustern wie "Pearl Harbor", "Bad Boys" und "The Rock" sollte auf der Bühne die Vorzüge der neuen biegbaren, ultrahochauflösenden Smart-TVs loben. Die Betonung liegt auf sollte. Denn das kurze Stelldichein mit dem Hollywood-Star wurde zum Debakel für Samsung.

Die schnelle Flucht des Michael Bay

Auf der riesigen Bühnenleinwand war zunächst ein Zusammenschnitt seiner bombastischsten Actionszenen zu sehen, schließlich betrat Bay unter dem Beifall von etwa 1000 anwesenden Tech-Journalisten und begleitet von pompöser Einmarschmusik die Bühne. "Wie geht’s euch allen heute?", rief der 48-Jährige lässig in die Zuschauerreihen, nur um dann gleich weiter zu quasseln: "Von meinem Job als Regisseur träumte ich mein ganzes Leben!" Dann merkte Bay offenbar seinen Fauxpas, auf eine Frage geantwortet zu haben, die noch gar nicht gestellt wurde. Nervös spielte er mit den Händen hin und her und suchte mit seinem Blick den Teleprompter.

Samsungs Nordamerika-Manager versuchte die Situation zu retten, indem er den Vorfall überspielte und einfach weitermachte: "Michael, du bist bekannt für unglaubliche Actionfilme. Was inspiriert dich, wie kommst du auf deine Ideen?" Bay flüchtet sich anschließend in hohle Phrasen ("Hollywood bietet seinen Zuschauern Rückzugsmöglichkeiten"), kommt aber immer wieder ins Stottern. Dann der entlarvende Satz: "Was ich als Regisseur versuche, ähhh, seufz, der Teleprompter ist aus, aber ich improvisier das einfach."

Doch ganz so flexibel wie der monströse 105-Zoll-Fernseher im Hintergrund ist Bay offenbar nicht: Statt die Kurven des neuen Flaggschiff-Fernsehers zu loben und davon zu schwärmen, wie toll seine Actionfilme auf eben jenem Gerät aussehen würden - dafür war Bay schließlich auf die Bühne geholt worden -, machte Bay auf den Hacken kehrt, nuschelte ein "Entschuldigt mich, tut mir leid" ins Mikrofon und hastete von der Bühne.

Erst dachten viele der anwesenden Zuschauer, die Aktion sei geplant gewesen und die Pointe würde jeden Moment kommen, doch nach einem kurzen Moment des Wartens blieb ein peinlich berührtes Publikum und ein verdutzter Samsung-Moderator zurück. Dieser versuchte das Debakel kurz darauf mit einem flotten Spruch zu retten: "Das ist Vegas, Leute – hier ist alles live."

"Live-Shows sind wohl nicht mein Ding"

Doch es war zu spät: Die zigtausend im Netz zugeschalteten Zuschauer frotzelten bereits auf Twitter und Co. Ein User meint: "Michael Bay wurde heute live zum Meme", der Schauspieler Seth Rogen schreibt augenzwinkernd: "Michael Bay scheint wirklich gut im Improvisieren zu sein".

Mittlerweile hat sich Bay auf seiner Webseite selbst zu Wort gemeldet: "Wow! Das war ein peinlicher Auftritt für mich bei der CES…", schrieb Bay. Und weiter: "Ich war so aufgeregt, hier sprechen zu dürfen, da bin ich wohl über mein eigenes Intro gestolpert, und dann hab ich mich im Teleprompter verloren", so Bay. Zum Schluss schien aber auch Michael Bay den Zwischenfall mit Humor zu nehmen. "Live-Shows sind wohl nicht mein Ding", schrieb der "Transformers"-Star, der sich in einem Telefonat nach dem Auftritt bei Samsung-Chef Baxter entschuldigte.