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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Der Sommer der lüsternen Promis

Da hatten wir schon geglaubt, die Matthäus-Festspiele seien der Höhepunkt des Promijahres, und dann das: Von Angelina Jolie bis Mutter Beimer - erotische Enthüllungen, so weit das Auge schauen kann.

Von Stefan Mielchen

Im Zentrum der erotischen Enthüllungen der vergangenen sieben Tage steht eine, die man immer für grundsolide hielt: Mutter Beimer! Die ist gerade 70 geworden und mag nicht mehr länger nur Spiegeleier in der Lindenstraße braten, wie sie der "Bild am Sonntag" verriet. Marie-Luise Marjan, der man mit dem Titel Volksschauspielerin schon sehr entgegenkommt, will mehr: "Zum Beispiel einen Liebesfilm fürs Kino." Und da sie es dort natürlich nur mit vergleichbaren Leinwandgrößen aufnehmen möchte, hat sie ihre bevorzugten Filmpartner gleich mit genannt: "George Clooney oder Kevin Costner, das sind gestandene, tolle Männer und Schauspieler." Die Herren sollen sich um das Angebot bereits geprügelt haben. Marjan würde auch eine Sexszene bis zum Höhepunkt spielen. "Bei einem richtig guten Drehbuch", versteht sich. Das hatten wir schon lange gefürchtet: Erotik im Kurzarmnachthemd aus 100 Prozent Baumwolle in Blümchen-Optik. Frauen kommen langsam, aber gewaltig? Zu schade, dass an richtig guten Drehbüchern ein solcher Mangel herrscht.

Mit derartigen Kleinigkeiten hat sich Charakterdarstellerin Nora Baumberger nie aufhalten müssen. Sie kann auf ein umfangreiches Werk verweisen und schenkte der Welt experimentelle Dokumentarfilme wie "Outing" oder "Casting", in denen sie gleichzeitig die Glocken läuten ließ und artifizielle Laute von sich gab - ganz großes Kino! Als Dolly Buster reüssiert sie nun im musikalischen Fach. Mit dem Song "Wake Up (Be Good To Me)" will sie künftig öffentlich auftreten. Und weil sie nach eigener Aussage ihr Privatleben derzeit aus den Medien heraushält, plauderte sie folgerichtig auf "Bunte.de" in epischer Breite über ihre Kunst und den neuen Mann an ihrer Seite: Tim, 26. Mehr weiß man von ihm nicht, aber es steht zu vermuten, dass er über das künstlerische Frühwerk Zugang zu Dolly fand und sich nun freut, das Glück mit beiden Händen greifen zu können. "Wir leben, sind happy und sehr glücklich zusammen", beschreibt Frau Porno ihre neue Liebe. "Ich weiß, was er an mir schätzt", glaubt sie. Es wird der Charakter sein.

Angelina und Mick im Fetischclub - huh

Mit der Körbchengröße von Dolly kann es Angelina Jolie zwar nicht aufnehmen. Über ihr Mitwirken in Frau Busters mehrteiligem Epos "Dreams Of Fetish" hätte man sich rückblickend allerdings nicht gewundert. Zumindest, wenn man den Enthüllungen von Großinquisitor Andrew Morton Glauben schenkt, der bereits das Leben von Lady Diana und Madonna gewinnbringend zwischen zwei Buchdeckeln zurechtrückte. Demnach soll Angelina nicht nur eine Drogen konsumierende, gefürchtete Männerfalle, sondern auch eine kleine SM-Mieze gewesen sein. Keinen Geringeren als Mick Jagger soll sie in einen Fetischclub geführt haben, was unter diesen Voraussetzungen eine Begegnung auf Augenhöhe gewesen sein dürfte. Morton behauptet: "Sie erzählte Freunden, dass sie beide ausgepeitscht wurden." So what? Die beiden werden es wohl verdient haben.

Dass Lady Gaga ihren Künstlernamen völlig zu Recht trägt, ist bekannt. In dieser Woche langweilte die Sängerin mit dem Geständnis, mehrmals im Jahr zu koksen - was in ihrem beruflichen Umfeld indes zu den Schlüsselqualifikationen zählt und daher nur allgemeines Gähnen hervorrief. Da Gaga dies wohl gemerkt hat, schob sie gleich einen weiteren wichtigen Hinweis hinterher: sie hat dem Thema Sex weitgehend abgeschworen - mit 24! Die Popsirene vermeidet Geschlechtsverkehr weitgehend, denn: "Ich habe diese seltsame Angst, dass, wenn ich mit jemandem schlafe, mir meine Kreativität durch meine Vagina entnommen wird." Da kann Vorsicht nicht schaden, denn der Verstand scheint bereits auf anderen Wegen abhanden gekommen zu sein.

Wo bleibt da die Gerechtigkeit?

War sonst noch was? Na klar: In Amerika wurde mal wieder der Vogel in Sachen weiblicher Diskriminierung abgeschossen. Zwei Promis wanderten in dieser Woche vom Knast direkt in den Entzug. Schauspieler Charlie Sheen, der seine Gattin vertrimmt sowie mit dem Messer und folglich dem Tode bedroht hat, muss für schlappe 30 Tage in die Suchtklinik. Sternchen Lindsay Lohan, die keiner Fliege ein Leid zufügte und nur für sich selber soff, muss hingegen satte drei Monate in die Trinkerheilanstalt, in der nicht mal Laptop und Handy erlaubt sind und selbst die Benutzung eines iPod genehmigt werden muss. Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Lindsays Mutter ist zwar froh, ihre Kleine "in guten Händen" zu wissen. In Wahrheit aber kommt ein Brutalo wie Sheen, der zu den bestbezahlten TV-Schauspieler der USA gehört, einfach besser weg als eine abgehalfterte Junkie-Braut, deren größte Missetat es war, "Mörtel" Lugner beim Wiener Opernball sitzengelassen zu haben.

Das ist aus feministischer Perspektive natürlich vollkommen inakzeptabel. Da aber mit Feminismus schon lange kein Staat mehr zu machen ist, greift hier eine andere Erkenntnis: Warum wurden Frauen Jahrhunderte lang unterdrückt? Weil es sich bewährt hat!