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borisbecker.com: Berliner Start-up ersteigert Homepage von Boris Becker

Insolvenzverfahren, Zivilprozess und nun kam auch noch die Homepage von Boris Becker unter den Hammer: Ein Berliner Start-up ersteigerte die Domain. Der Firmenchef verriet dem stern, was er damit vorhat.

Boris Becker

Der frühere Tennisstar Boris Becker soll Schulden in Millionenhöhe haben

Wer den Namen Boris Becker googelt, der erhält 18 Millionen Treffer. Auf der ersten Seite finden sich neben einem Wikipedia-Eintrag über den einstigen Tennishelden viele Nachrichten über die vermeintlichen Geldsorgen des 49-Jährigen, die in den vergangenen Wochen die Schlagzeilen bestimmen. Mitte Juni wurde Becker von einem Londoner Gericht für bankrott erklärt. Auf der zweiten Google-Seite wird es dann persönlicher. Dort erscheint Beckers verifiziertes Facebook- und Twitterprofil. Auf beiden Seiten weist Becker auf seine Homepage hin: www.borisbecker.com.

Auf der Website von Becker steht nur eine Nachricht

Doch wer auf den Link klickt, bekommt nicht etwa Neuigkeiten oder Fotos von Boris Becker zu sehen, sondern folgende Nachricht. "Lieber Boris", heißt es da "mit etwas Wehmut haben wir die Schlagzeilen um deine Person in den vergangenen Tagen zur Kenntnis genommen. Als Ikone des Tennissports und gefeierter Star hast du uns in den vergangenen Jahrzehnten begeistert." In einem kurzen Text werden dann Beckers Erfolge als aktiver Tennisprofi sowie seine Zeit als Trainer des serbischen Tenisspielers Novak Đoković aufgelistet. Zum Schluss heißt es allerdings: "Leider mussten wir mit Bedauern feststellen, dass deine Webseite zur Auktion stand."

Boris Becker: Aufstieg und Fall einer Legende
Boris Becker

"Glauben Sie mir, es ist derzeit keine schöne Zeit", sagte Boris Becker jüngst der "Neuen Zürcher Zeitung". Es ist eines der wenigen Interviews, die Becker gegeben hat, seit ein Londoner Gericht ihn im Juni für zahlungsunfähig erklärte. Gegen den 50-Jährigen läuft ein Insolvenzverfahren, das, wenn alles glatt läuft, im Sommer 2018 beendet sein könnte. Über die Höhe der Summe und die Anzahl der Gläubiger, denen Becker angeblich Geld schuldet, gibt es unterschiedliche Angaben. Becker beteuerte aber in der "NZZ": "Es ist irrsinnig zu glauben, ich sei pleite" und "Der Name Boris Becker ist heiß". Es sind turbulente Zeiten für den einstigen Tennishelden, der mit nunmehr 50 Jahren auf ein bewegtes Lebens zurückblickt.

Homepage von Boris Becker ging für 827 Euro weg

Verfasst haben diese Nachricht Henning Kruthaup und seine Kollegen des Berliner Start-up Sparheld.de. Das 2009 gegründete Unternehmen will Online-Kunden beim Sparen helfen, indem es auf Rabatte und Gutscheine hinweist. Durch Zufall stieß Kruthaup selbst auf ein echtes Schnäppchen: Als er sich im Internet über Boris Becker informierte, landete er auf dem Portal GoDaddy.com, bei der Firmen sich eine Domain sichern können.

Dort wurde die Domain borisbecker.com angeboten. "Wir wissen selbst nicht genau warum, und ob dies etwas mit seinem derzeitigen Insolvenzverfahren in Großbritannien zu tun hat", sagte Kruthaup dem stern. Er griff zu und ersteigerte am 6. Juli die Homepage von Boris Becker per Sofortkauf für 827,60 Euro. Das Geld gehe an den bisherigen Eigentümer, den Kruthaup allerdings nicht kennt. "Wir hatten im Rahmen der Auktion auch keinen direkten Kontakt mit dem Verkäufer", sagt der Unternehmer.

Internetauftritt soll an Boris Becker zurückgehen

Wichtig ist ihm zu sagen, dass er Beckers Homepage nicht als Investor, sondern als Fan erstanden habe. "Auch wenn man es Herrn Becker in diesen Tagen vielleicht unterstellen könnte, dass er sparen müsste, verfolgen wir keinerlei geschäftlichen Absichten mit der Domain. Es treten leider schon genug Menschen auf Herrn Becker ein. Wir wollen nicht nachtreten, sondern helfen", sagt Kruthaup. Er wolle sicher gehen, dass mit der Domain "kein Schindluder getrieben wird" und sie solange verwalten, bis sich Boris Becker bei ihm meldet und seine Homepage zurückfordert. Bisher hat der 49-Jährige das nicht getan. "Wenn Sie etwas von ihm hören, können Sie ihm gerne meine Kontaktdaten geben", sagt Kruthaup.

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