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US-Auswanderer Flucht vor Corona und den Protesten: Darum möchte Frédéric Prinz von Anhalt zurück in die Heimat

Frédéric Prinz von Anhalt
Frédéric Prinz von Anhalt will künftig deutlich mehr Zeit in Deutschland verbringen.
© Peter Kneffel / DPA
Vor mehr als 35 Jahren zog er in die USA und fand dort sein Glück. Nun erwägt Frédéric Prinz von Anhalt eine Rückkehr nach Deutschland. Mit US-Präsident Donald Trump hat das allerdings nichts zu tun.

Kaum einer hat den amerikanischen Traum so ausgekostet wie er. 1984 zog Frédéric Prinz von Anhalt in die USA, heiratete dort zwei Jahre später die Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor und führt seither ein prunkvolles Leben im Herzen der Traumfabrik. Doch geht es nach ihm, gehört dieses Leben bald der Vergangenheit an. Den 77-Jährigen zieht es zurück in die alte Heimat: Seit rund zwei Wochen weilt er im noblen Bayerischen Hof in München.

Geht es nach ihm, wird das sein fester Wohnsitz. Ähnlich wie Udo Lindenberg in Hamburg im Hotel Atlantic residiert, könnte sich der Prinz bei einem passenden Angebot vorstellen, dauerhaft in dieses Hotel zu ziehen. Denn in den USA gefällt es ihm nicht mehr. 

Die seit Wochen andauernden Proteste schrecken ihn ebenso ab wie die Corona-Pandemie, die in den Vereinigten Staaten nach wie vor wütet und auf die in Kalifornien zeitweise mit strikten Ausgangsbeschränkungen reagiert wurde. "Ich lasse mich ungern einsperren", sagt von Anhalt dem stern. Dazu kommt das amerikanische Gesundheitssystem, das er als ineffizient und teuer beschreibt. "Es ist viel besser, in Deutschland alt zu werden."

Geboren wurde er als Hans-Robert Lichtenberg

In den USA hat er alles erreicht, wovon er je geträumt hat: "Ich bin Amerika sehr dankbar", sagt er heute. "Amerika hat mir alles gegeben, was ich haben wollte. Ich wollte in Amerika reich werden, und das hab ich auch geschafft." Dabei half dem 1943 als Hans-Robert Lichtenberg geborenen gelernten Bäcker sein Adelstitel, den ihm 1980 die Adoption durch Marie Auguste Prinzessin von Anhalt einbrachte. Seither nennt er sich Prinz von Anhalt.

"Der Titel war das Werkzeug für meine Karriere", sagt er rückblickend. Dieses Werkzeug habe er in Amerika eingesetzt, und es hat funktioniert: "Ich habe Zsa Zsa Gabor kennengelernt, und die wollte einen Prinzen." Dass er den Titel nicht qua Geburt, sondern durch Adoption erworben hat, habe dort niemanden interessiert: "Kein Amerikaner hat mich je danach gefragt."

Doch er hat mittlerweile genug: "Wenn Sie in Amerika leben, können Sie von Europa nur träumen", schwärmt er. "Wir sind alle nach Amerika gegangen, um das schnelle Geld zu verdienen. Nicht wegen der Kultur und Architektur. Motive, die er auch dem neuesten royalen Zuwachs in Hollywood unterstellt: "Es kann mir keiner sagen, dass Prinz Harry aus England abhaut, weil Los Angeles schöner ist. Aber hier ist die Show – und die haben sie auch bekommen." Er prophezeit: "Bei den Oscars gehen die beiden über den roten Teppich." 

Frédéric Prinz von Anhalt glaubt an Donald Trump

Obwohl er den USA den Rücken zukehren will, hält er nach wie vor große Stücke auf den amtierenden Präsidenten - und ist fest von seiner Wiederwahl überzeugt: Die Proteste würden Donald Trump helfen, der bereits den Slogan "Law and Order" ausgerufen hat. Damit habe schon Nixon seine Wahl gewonnen, sagt von Anhalt: "Jeder Amerikaner, gerade die Mittelklasse, liebt das."

Dass die Wirtschaft - das wichtigste Thema von Trumps erster Amtszeit - gerade einbreche, würde ihm nicht schaden: "Vor Corona hatten alle die Taschen voll. Es ging uns gut. Der Dow Jones war bei 30.000 Punkten." Jetzt gehe der Präsident täglich vor die Kamera und erkläre den Leuten: "Es ist nicht unsere Schuld".

Die Demokraten hätten dagegen ein Problem: den Spitzenkandidaten. "Joe Biden hat keine Chance, weil er aus dem Keller seine Berichte macht, das kommt nicht gut rüber." Biden wirke durch die Quarantäne gealtert. So rechnet er Trump gute Chancen aus - auch wenn der in den Umfragen derzeit noch hinten liege. "Viele trauen sich nicht zuzugeben, dass sie Trump wählen", erklärt er. 

Derzeit hat Frédéric Prinz von Anhalt allerdings andere Sorgen als den US-Wahlkampf: Er bereitet die Beisetzung seiner Frau in Ungarn vor. In vier Wochen soll sie in Budapest, wo sie 1917 geboren wurde, ihre letzte Ruhe finden. 

Und auch der Prinz selbst wird wohl in der ungarischen Hauptstadt verewigt: In dem geplanten Madame Tussauds in Budapest sollen auch Frederic und Zsa Zsa aufgenommen werden. Eine große Ehre für einen gelernten Bäcker, der in den USA das große Glück fand.


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