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Royaler Nachwuchs : Ärger um die geheime Taufe von Baby Archie

Die Queen kommt nicht und die Briten sind sauer: Kurz vor der Taufe des kleinen Archie läuft bei Meghan und Harry aktuell gar nichts rund. Dabei wollten die frischen Eltern doch eigentlich nur eins: möglichst wenig Aufmerksamkeit. 

Archie, Meghan und Harry bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt

Mit ihrer Geheimhaltung rund um ihren Sohn Archie machen sich Meghan und Harry unter den Briten wenig Freunde.

Getty Images

Ihre Hochzeit im Mai 2018 war das royale Medienereignis des Jahres – doch die Taufe des Erstgeborenen von Prinz Harry und Herzogin Meghan am 6. Juli soll die Weltöffentlichkeit nun nicht live und in Farbe miterleben dürfen. Keine TV-Kameras und keine Fotografen werden vor Ort zugelassen, nicht einmal vor dem Eingang zur Kapelle – anders als bei den Taufen der drei Cambridge-Kinder. Und um sicher zu gehen, dass auch wirklich niemand, der nicht zu der gut 20-köpfigen Taufgesellschaft gehört, einen Blick auf den kleinen Archie erhaschen kann, haben die jungen Eltern auch noch die persönliche Kapelle der Königin im privaten Teil von Schloss Windsor gewählt, statt der teilweise öffentlich zugänglichen St. George’s Chapel, wo die Trauung stattgefunden hatte.

Der Herzog und die Herzogin von Sussex stehen dieser Tage in Großbritannien zunehmend wegen ihrer sehr restriktiven Informationspolitik in Bezug auf das Privatleben der Familie in Kritik. Schon bei Archies Geburt weigerten sie sich lange, den Ort der Entbindung bekannt zu geben. Als sie das Neugeborene dann zum Fototermin brachten, hatte es eine Mütze auf, die das Gesicht kaum sehen ließ. Seitdem hat das Paar auf seinem Instagram-Account nur merkwürdig stilisierte Bilder zum Vater- bzw. Muttertag veröffentlicht, auf denen der kleine Junge auch immer nur in Ausschnitten zu sehen war.

Meghan und Harry: Chaos in der Terminplanung   

So ist bisher außer des Ortes entsprechend wenig bekannt von den Plänen für die Taufzeremonie. Der Erzbischof von Cantrerbury, Justin Welby, wird sie leiten und dass das traditionelle Taufkleid aus Honiton-Spitze zum Einsatz kommt, gilt zwar als wahrscheinlich, ist aber noch nicht bestätigt. Selbst die Namen der Taufpaten sollen geheim bleiben. Viel deutet allerdings darauf hin, dass von Meghans Seite neben ihrer Mutter Doria Ragland einige Freunde aus den USA und Kanada kommen werden. Auf der Gästeliste stehen unter anderem wohl zwei College-Freundinnen von Meghan, Lyndsay Roth und Genevieve Hillis, mit denen sie diese Woche schon das Tennisturnier in Wimbledon besuchte. Außerdem wird sicherlich Meghans beste Freundin und Stylistin Jessica Mulroney mit von der Partie sein. Freundin und Tennis-Ass Serena Williams, die letztes Jahr auch unter den Hochzeitsgästen war, hat hingegen bereits abgesagt: Sie muss am Samstag arbeiten, also Tennis spielen.

Prinz George in dem traditionellen Taufkleid

Das royale Taufkleid, hier an Prinz George, ist seit Jahrhunderten Tradition in der Königsfamilie. 

Getty Images

Aus Harrys Freundeskreis wird Schulfreund Charlie van Straubenzee als Pate hoch gehandelt, sowie sein väterlicher Freund Mark Dyer und Ex-Nanny Tiggy Pettifer. Bruder Prinz William oder Schwägerin Kate hingegen werden genau wie Prinz Charles und Camilla zwar anwesend sein, aber kein Patenamt übernehmen.

Fehlen wird leider Archies Urgroßmutter, Queen Elisabeth II., wegen lange geplanter konkurrierender Termine. Offenbar hatten Archies Eltern zwar im Vertrauen mit ihren engsten Freunden das Datum der Taufe abgesprochen, aber viel zu spät das Büro der Queen und des Prinzen von Wales eingeweiht. Das Ergebnis: Die Königin kann gar nicht anwesend sein. Großvater Prinz Charles zuliebe wurde der Termin schließlich sogar noch um einen Tag verschoben und findet daher nicht wie ursprünglich geplant am 5. Juli statt. 

Das Paar verärgert die Briten mit dem Umbau ihres Herrenhauses 

Diese als unnötig empfunden Geheimniskrämerei um ein eigentlich doch so freudiges Ereignis für die königliche Familie und die ganze Nation führte bei vielen Royal-Fans sowieso schon zu großer Aufregung. Richtig schwierig wurde es für Harry und Meghan aber, als das britische Königshaus kürzlich seinen Finanzreport für das Jahr 2018/19 veröffentlichte: Damit kam heraus, dass die Renovierung des neuen herzoglichen Wohnsitzes Frogmore Cottage in Windsor bislang schon 2,4 Millionen Pfund (fast 2,7 Millionen Euro) aus Steuermitteln gekostet hat. Selbst bezahlt haben die beiden privat sehr vermögenden Royals (Harry durch das Millionenerbe seiner 1997 verstorbenen Mutter Diana, Meghan durch ihre über Jahre verdienten TV-Serien-Gagen) vom Umbau bisher offenbar nicht wirklich viel. Dafür haben viele Briten derzeit immer weniger Verständnis, zumal auch die Arbeitsstatistik der Mitglieder des Königshauses für das erste Halbjahr 2019 zeigt, dass die Sussexes nicht gerade zu den fleißigsten Repräsentanten der Firma Windsor gehören.

Die Londoner Times schließt sich der Empörung an  

Die öffentliche Debatte in Großbritannien ist inzwischen so ausgeufert, dass die konservativ-königstreue Londoner Tageszeitung "The Times" – die seit 1785 täglich den "Court Circular" genannten royalen Terminkalender der königlichen Familie abdruckt – unter ihren Lesern eine Umfage gestartet hat: "Should the Duke and Duchess of Sussex pay for their own housing costs?" (übersetzt etwa "Sollten der Herzog und die Herzogin von Sussex selbst für die Umbaukosten ihres Hauses aufkommen?"). Die Ergebnisse sollen am kommenden Sonntagabend vorliegen. Es könnte durchaus sein, dass die Mehrheit der Teilnehmer mit "Ja" stimmt – dann müssten die Sussexes vielleicht doch einmal innehalten und ihr inkonsequentes Verhalten überdenken.

Derweil bleibt allen Royal-Fans nur, den herzoglichen Instagram-Account @sussexroyal im Auge zu behalten: Dort werden die öffentlichkeitsscheuen Eltern laut Pressemitteilung des Buckingham Palastes ein paar Tage nach der Taufe ein vom Fotografen Chris Allerton aufgenommenes offizielles Taufbild veröffentlichen – vermutlich passend mit gepixelten Gesichtern des Täuflings und der Taufpaten.