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Boulahrouz im Sat1-Interview: Sabias mutige Flucht nach vorne

Wochenlang schwieg sie über die Gerüchte über ihre Schwangerschaft und ihre Trennung von Rafael van der Vaart. Jetzt wagt Sabia Boulahrouz den medialen Befreiungsschlag - und zeigt sich als verletzliche und gekränkte Frau.

Sabia Boulahrouz

Sabia Boulahrouz im November beim Interview mit dem Sat1-Frühstücksfernsehen.

Ob dies eine Flucht nach vorne sei, will der Moderator des Sat.1-Frühstücksfernsehens am Donnerstagmorgen von ihr wissen. "Flucht, weiß ich nicht", sagt Sabia Boulahrouz mit leiser Stimme. Die 37-Jährige wirkt fast schüchtern. Sie hat die Beine übereinander geschlagen, spielt nervös mit ihren Fingern. "Da anscheinend sehr viel öffentliches Interesse besteht, war das der beste Schritt."

Boulahrouz geht in die Offensive. Seit gestern ist sie nicht nur auf dem Titel der Zeitschrift "Gala" zu sehen, wo sie stolz ihren Babybauch zeigt. Sie gab auch dem ProSieben-Promimagazin "Red" ein Interview und sitzt nur wenige Stunden nach dessen Ausstrahlung im Sat1-Studio in Berlin. Einziges Thema: ihre Schwangerschaft und die Trennung von Fußballstar Rafael van der Vaart.

Gala

Das Cover der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Gala"

Wochenlang hatte die gebürtige Hamburgerin und Mutter von drei Kindern zu den Vorwürfen geschwiegen. Sie sei gar nicht schwanger, hatten einige Postillen verbreitet. Ihre Schwangerschaft sei vorgetäuscht, um Ex-Freund van der Vaart unter Druck zu setzen. Boulahrouz wurde als die Böse dargestellt. Die Frau, die Männer nur ausnutzt, um an deren Geld und Ruhm teilzuhaben. Bei ihrer Vorgeschichte kein Wunder.

Boulahrouz wurde als Tochter von türkischen Einwanderern in Hamburg geboren. Mit ihren strengen Eltern verstand sie sich nie besonders gut. Früh zog sie von zuhause aus, um ihr Glück zu suchen. Als Teenager verdingte sie sich im Hamburger Rotlichtmilieu als Stripperin, heiratete den Clubbesitzer Milan Bakrac, von dem sie schwanger wurde. Tochter Katharina wuchs beim Vater auf, während sie ihr altes Partyleben weiterführte und ihren zweiten Ehemann kennenlernte. Plattenmanager Jens Thele war eine gute Partie. Durch ihn bekam sie Kontakt zu den Spielern des Hamburger Sportvereins, wo sie Ehemann Nummer drei kennenlernte: Khalid Boulahrouz.

"Rafael wünschte sich ein zweites Kind"

Jetzt sitzt Sabia Boulahrouz allein in einem beigen Sessel vor der Kamera und erzählt von ihrer letzten Trennung - die von Rafael van der Vaart. Es klingt wie eine Abrechnung. Er habe Schluss gemacht, nicht sie. Der Kontakt sei vollständig abgebrochen, nicht weil sie das so wolle, sondern er. Als sie schwanger wurde, sei noch alles in Ordnung gewesen, doch dann sei innerhalb von ein paar Wochen ihre Welt "zerbröselt". Dabei hätten der Fußballer und sie eine klare Vorstellung von ihrem gemeinsamen Leben gehabt: "Rafael wünschte sich unbedingt ein zweites Kind", sagt sie mit brüchiger Stimme.

Dieses "Wunschkind" kommt im Februar zur Welt. Vermutlich ohne den Vater. Der wohnt mittlerweile in Spanien, Sabia Boulahrouz  weiterhin in der großen Familienvilla im Hamburger Stadtteil Alsterdorf. Obwohl sie dort allen erdenklichen Luxus genießt, den sie sich wünschte, sei es eine "grauenhafte Zeit". Alleine sei sie zwar nicht, sie habe ihre Kinder, ihre Schwester und ihre Freunde. Aber "meine Kinder vermissen Rafael", sagt sie und auch dessen Sohn Damian, der bei der Mutter Sylvie Meis wohnt, aber die Patchworkfamilie komplettierte.

Boulahrouz will als Model arbeiten

"Blicken wir noch kurz voraus in die Zukunft. Jetzt geht die Modelkarriere los, ist das richtig?", fragt der Moderator bei Sat1. Gerade hat Boulahrouz einen Vertrag bei der renommierten Agentur "Mega Models" unterschrieben. Doch sie ist realistisch genug, um zu wissen, dass sie zu alt ist für die ganz große Karriere. "Ich weiß nicht, ob das möglich ist", sagt die Schwangere, "ich muss sehen, was ich von all dem erfüllen kann."

Es ist schwer zu glauben, dass die Frau, die nun angespannt vor der Kamera sitzt, das durchtriebene Luder ist, als das sie oft in einigen Medien dargestellt wird. Alles nur geschauspielert? Möglich. Doch es ist auch möglich, dass die Zuschauer die wahre Sabia Boulahrouz zu sehen bekommen haben. Eine Frau, die ihren Freund und den Vater ihres künftigen Kindes verloren und nun Angst vor der Zukunft hat.