HOME

Verstorbene Souldiva: Rätselraten um Whitney Houstons Todesumstände

Nach dem Tod von Whitney Houston stellen sich viele Fragen: Wie starb die Souldiva? Waren Drogen im Spiel? Medikamente? Eine Autopsie soll die genaue Todesursache klären.

Der unerwartete Tod von Whitney Houston schockt die Musikwelt. Fans weltweit sind entsetzt und trauern um die Pop- und Soulsängern. Viele stellen sich die Frage, wie genau Whitney Houston starb. Fest steht bislang: Die 48-Jährige ist am Samstag in einem Hotel in Beverly Hills ums Leben gekommen. Houston war bewusstlos in der Badewanne entdeckt worden, wie die Polizei mitteilte. Notärzte konnten die Sängerin nicht mehr wiederbeleben. Die Ermittler schlossen ein Verbrechen nach ersten Erkenntnissen aus. Der Weltstar hatte immer wieder mit Drogen- und Alkoholproblemen zu kämpfen. Nach einem Bericht des Nachrichtensenders ABC soll noch am Sonntag oder am Montag eine Autopsie der Leiche vorgenommen werden, um die genaue Todesursache zu klären.

Houston war nur Stunden vor ihrem geplanten Auftritt auf einer großen Grammy-Party von einem ihrer Mitarbeiter gefunden worden. Notärzte stellten um 15.55 Uhr (0.55 Uhr deutscher Zeit) den Tod der 48-Jährigen fest, während wenige Stockwerke weiter unten die große Gala ihres Entdeckers Clive Davis vorbereitet wurde. Die Party fand statt, während im dritten Stock Experten der Polizei die Leiche untersuchten.

Polizei schließt Verbrechen aus

Vor dem Hotel warteten zahlreiche Reporter, die eigentlich wegen der glamourösen Grammy-Party gekommen waren. Am Sonntag sollten die wichtigsten Musikpreise der Welt, von denen Houston selbst sechs gewonnen hatte, wieder vergeben werden. Die jährliche Davis-Party am Abend vorher gilt als ein gesellschaftlicher Höhepunkt in der Szene. Als ein Glanzlicht sollte Whitney Houston auf der Party erscheinen. Doch als die Luxuslimousinen der Gäste vorfuhren, standen da schon die CSI-Wagen der Tatortermittler.

"Wir untersuchen noch, aber Hinweise auf Gewalteinwirkung gibt es nicht", sagte Ermittler Mark Rosen am Abend vor dem Hotel, in dem noch die Leiche der Sängerin lag. Rettungssanitäter hatten nach einem Notruf versucht, Houston wiederzubeleben. "Die herbeigerufenen Notärzte haben alles versucht, aber sie konnten nichts mehr tun", sagte Rosen. Nach unbestätigten Medienberichten hatten sich ihre Mitarbeiter Sorgen gemacht, weil die Sängerin schon eine Stunde im Badezimmer war und nicht auf Klopfen reagiert habe. Ihre Friseuse und ein Bodyguard sollen sie dann entdeckt und aus der Wanne geholt haben.

Ist Houston in der Badewanne ertrunken?

Offensichtliche Zeichen wie etwa Pillendosen oder Ähnliches hatte es laut Polizei in dem Zimmer nicht gegeben. Die Internetklatschseite "tmz.com" will jedoch erfahren haben, dass Houston Xanan genommen habe. Das Medikament wird gegen Angstörungen und Depressionen verschrieben. Mit Alkohol geschluckt, könne es stark sedierend wirken und Schläfrigkeit hervorrufen. Ist Houston also ertrunken? Die Obduktion des Leichnams wird es klären. Doch das kann dauern. Nach dem Tod von Michael Jackson vergingen fast drei Monate, bevor die Behörden die Todesursache mitteilten.

Whitney Houston hatte jahrelang mit Rauschgift, Alkohol und einer turbulenten Ehe mit dem Soulsänger Bobby Brown Schlagzeilen gemacht. Immer wieder hatte sie Phasen, in denen sie am Ende ihrer Kräfte schien. Im Mai hatte sie wieder in eine Entzugsklinik gemusst. Nur Stunden vor der Todesnachricht war über neue Projekte für Houston spekuliert worden. Unter anderem sollte sie eine Zukunft in der populären Talentshow "The X-Faktor" haben. Dort sollte sie künftig als Jurymitglied auftreten, hieß es. Die ganze Hoffnung der Sängerin, und auch ihres Umfelds, schien aber auf "Sparkle" zu liegen. Der Film, der auf der Musikkarriere des Gesangtrios "Supremes" basiert, soll im August in die Kinos kommen.

In welcher Verfassung Houston zuletzt war, darüber gibt es unterschiedliche Aussagen. Am Donnerstag soll sie vor einer Diskothek in Hollywood gesehen worden sein - laut dem Sender ABC war sie dabei verwirrt. Bei einer Probe am selben Tag wirkte sie laut "Los Angeles Times" unstet. Sie erschien zerzaust, in eigenartiger Kleidung und mit tropfnassem Haar. Beim Sprechen soll sie wilde Handbewegungen gemacht haben und später ziellos durch die Eingangshalle gelaufen sein.

Andere Augenzeugen sagten in US-Medien, sie hätten Houston noch Tage oder sogar Stunden vor dem Tod gesehen und sie habe nicht gewirkt wie eine Frau, die dem Tode nahe ist. CNN zitiert eine Musikmanagerin, die anonym bleiben wollte, dass Houston gesund und fröhlich ausgesehen habe. Sie habe im Hotelpool mit ihrer Tochter Bobbi Kristina gebadet und glücklich gewirkt.

joe/DPA/AFP / DPA