Was macht eigentlich... ...Johnny Logan?


Dem irischen Sänger ist es bisher als einzigem Künstler gelungen, den jährlich stattfindenden Grand Prix d’Eurovision zweimal zu gewinnen.

Bürgerlich heißen Sie Sean Patrick Michael Sherrard O’Hagan. Wie kamen Sie zu Ihrem Künstlernamen?

Ein Kerl namens Roberto Montecristo hat mir den gegeben, ein nicht sehr erfolgreicher italienischer Schlagersänger. Er wollte mich in seiner Heimat bekannt machen, das war Ende der 70er Jahre. Und er fand, Johnny Logan klänge für einen Sänger irischer und besser. Und so feierte ich meine ersten Erfolge als Johnny Logan.

Um den es nach dem ersten Grand-Prix-Sieg 1980 in Den Haag ziemlich still geworden ist.

Dort zu gewinnen war einfach unglaublich, doch ich konnte damit nicht umgehen. Ein halbes Jahr nach Den Haag fiel mir auf, dass ich bei all den Auftritten immer nur "What’s Another Year" gesungen habe. Du kannst aber nicht dein ganzes Leben lang immer nur ein Lied singen. Also bin ich zur Plattenfirma gegangen und sagte, dass ich eine neue Art von Musik einspielen wolle.

Was denn zum Beispiel?

Zu der Zeit lief dieses New-Romantic- Ding, mit Duran Duran und Spandau Ballet. Ich war 26 und wollte auch so etwas machen. Aber die Plattenfirma wollte nicht, und es kam zum Konflikt.

Bei dem Sie alles verloren?

Irgendwann bemerkte ich, dass all mein Geld weg war. Eine ziemlich hoffnungslose Zeit.

Und dann haben Sie "Hold Me Now" geschrieben.

Ich musste wieder bei null anfangen. Nach dem ersten Grand-Prix-Sieg hatte ich eine Menge gelernt, konnte jetzt vieles besser machen. Und ich wusste, wie wichtig ein zweiter Sieg sein könnte. Also setzte ich alles auf eine Karte und machte 8500 Pfund Schulden, um das Stück vorab einspielen zu können.

Und tatsächlich gewannen Sie 1987 in Brüssel zum zweiten Mal.

Ja, alles lief wunderbar. Zwar wollte mich danach die Industrie wieder in die Schnulzenecke drängen. Aber ich war überzeugt, dass es ein Publikum gibt für das, was ich machen will. Und ein Publikum habe ich in den letzten 20 Jahren ja auch gefunden: in Skandinavien, den Beneluxstaaten - und natürlich hier in Deutschland.

Deutschland ist ein gutes Stichwort: Dass wir uns in München treffen, ist nicht bloß Zufall?

Nein, nein, ich komme in letzter Zeit immer öfter nach Deutschland. Natürlich auch, um meine Freundin Tanja Surmann zu treffen. Sie arbeitet hier in München als Promotion Direktorin einer großen Plattenfirma.

Sie haben sich im Job kennengelernt?

Tanja hat damals bei Ralph Siegel gearbeitet.

Ralph Siegel? Den haben Sie doch 1980 und 1987 geschlagen?

Trotzdem sind wir Freunde geworden. Ich war zu Aufnahmen in München, als Ralph mich in sein Studio einlud. Und da habe ich Tanja kennengelernt, wir sind uns in der nächsten Zeit sehr vertraut geworden. Und nachdem ihre Ehe in die Brüche gegangen ist, sind wir uns halt noch näher gekommen. Aber Tanja ist nicht nur meine Freundin, sie ist auch ein wirklich guter Freund. Das ist mir ziemlich wichtig, da ich ja noch immer sehr viel unterwegs bin.

Haben deutsche Frauen etwas Besonderes?

Da muss ich jetzt genau überlegen und werde versuchen, diplomatisch zu antworten. Diejenigen Frauen, die ich kenne, ja, die haben etwas Besonderes. Ich habe einige Menschen aus Hamburg kennengelernt, da kommt Tanja auch her. Und die Hanseaten können wirklich dickköpfig sein, sehr dickköpfig sogar.

So wie die Iren.

Genau! Das aber ist für mich genau das Richtige.

Interview: Philipp Wente print

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