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Hohe Strahlenbelastung um Fukushima Greenpeace fordert Japan zu weiteren Evakuierungen auf


Ein Anstieg der Strahlenbelastung weltweit. Und eine unverantwortliche Regierung. Das ist das Fazit der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die das Vorgehen Japans kritisierte und vor den Auswirkungen der Strahlung warnte.

Die Umweltorganisation Greenpeace fürchtet eine weltweit steigende Strahlenbelastung durch die Atomkatastrophe von Fukushima. Radioaktivität aus der japanischen Atomruine sei etwa in Amerika nachgewiesen worden und auch in Deutschland. "Und wenn es jetzt schon messbar ist, gehen wir davon aus, dass die Belastung noch zunimmt", sagte Greenpeace-Experte Christoph von Lieven. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betonte am Montag auf Anfrage, in Deutschland seien aber keine Gesundheitsgefahren wegen radioaktiver Strahlung aus Japan zu befürchten.

In Japan ist die die Region um die Atomruine Fukushima nach Messungen der Umweltorganisation deutlich verstrahlt. In der Stadt Fukushima, rund 60 Kilometer vom Atomkraftwerk entfernt, seien noch bis zu vier Mikrosievert pro Stunde gemessen worden, sagte Greenpeace-Experte Thomas Breuer am Montag in Hamburg.

Die Bevölkerung bekomme dort in 14 Tagen die höchste vertretbare künstliche Strahlendosis für ein Jahr ab. In der Stadt Koriyama sei diese Dosis in 42 Tagen erreicht. Die höchste Strahlenbelastung maß das Team nach Breuers Angaben in zwei Dörfern der Region mit 7 bis 48 Mikrosievert pro Stunde. Dort erhielten die Bewohner im Schnitt bereits in zwei Tagen die Jahresdosis.

Greenpeace sieht eine zusätzliche Belastung von 1000 Mikrosievert (1 Millisievert) im Jahr als höchste vertretbare Dosis an. Dieser Wert liegt in etwa bei der Hälfte der durchschnittlichen natürlichen Strahlenbelastung in Deutschland.

Breuer forderte die japanischen Behörden auf, die Menschen besser zu schützen. Es müsse über weitere Evakuierungen nachgedacht werden, ebenso über Maßnahmen gegen den radioaktiven Staub. Spielplätze und Kindergarten sollten vielerorts geschlossen werden. "Das alles haben wir leider dort nicht gesehen", sagte Breuer.

Greenpeace untersuchte auch 16 Gemüse- und 8 Bodenproben in der Region. In Feldgemüse seien Werte von 8000 bis 150 000 Becquerel pro Kilogramm festgestellt worden - der Grenzwert etwa für Jod-131 liege bei 2000 Becquerel pro Kilogramm. Welche radioaktiven Stoffe sich in dem Gemüse befanden, sei mit der mitgenommenen Technik nicht messbar gewesen. Von fünf Gemüseproben aus dem Supermarkt sei eine nicht zum Verzehr geeignet gewesen. Breuer forderte die japanischen Behörden auf, eine dauerhafte und flächendeckende Lebensmittelüberwachung in der Region aufzubauen.

AFP/DPA DPA

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