Die Möglichkeit, Streitkräfte in Europa zu stationieren und von hier aus einzusetzen, sei "einer der Hauptgründe, warum die USA in der Nato sind", führte Rubio zu der Frage aus, ob die USA über einen Rückzug aus dem Verteidigungsbündnis nachdenken. Falls das jetzt nicht mehr der Fall sei, "ist das ein Problem und muss untersucht werden".
Trump hatte Italien und Spanien mit dem Abzug von US-Truppen gedroht, weil die beiden Länder dem US-Militär verboten hatten, US-Stützpunkte für Angriffe im Iran-Krieg zu nutzen. Während eine Entscheidung über mögliche Konsequenzen in diesen Fällen laut Rubio noch aussteht, hatte das US-Verteidigungsministerium unlängst den Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland angekündigt - laut Trump sollen es noch deutlich mehr sein. Der Teilabzug aus Deutschland sei aber "schon vorher geplant" gewesen und nur eine Rückkehr auf das Niveau von 2022, sagte Rubio nun in Rom.
"Wir müssen unsere Ressourcen auf der ganzen Welt immer auf Grundlage des nationalen Interesses verteilen", sagte Rubio dazu. "Obwohl wir vielleicht das mächtigste Land der Welt sind und über die meisten Ressourcen verfügen, sind unsere Ressourcen nicht unbegrenzt."
Im Fall Italiens geht es konkret um den Stützpunkt Sigonella auf Sizilien. Den bilateralen Vereinbarungen zufolge darf die US-Armee die Luftwaffenbasis nur für logistische Zwecke nutzen. Wegen der Weigerung Italiens hatte Trump über die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni gesagt, er sei "enttäuscht über ihren Mangel an Mut".
Rubio war am Donnerstag von Papst Leo XIV. im Vatikan empfangen worden und traf am Freitag auch mit Meloni zusammen. Mit ihr habe er aber nicht ausführlich über einen möglichen Truppenabzug gesprochen, erklärte Rubio im Anschluss. Meloni wiederum hatte am Dienstag beim EU-Armenien-Gipfel gesagt, die Entscheidung liege nicht in ihrer Hand.