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Noch Fragen?

Frage Nummer 37593 missy_josephine

Digitaler Fotoapparat oder doch lieber klassisch analog? Wo genau liegen die qualitativen Unterschiede?

Antworten (30)
antwortomat
Digital!
netter_fahrer
Da mittlerweile selbst Profi-Fotografen bis auf wenige Ausnahmen digital arbeiten und die Bildbearbeitungsmöglichkeiten einfach und vielfältig sind, geht meine Meinung klar zu digital.
Die Übernacht-Entwicklung beim Fotoladen gibt es nicht mehr, digital ist preiswerter und einfacher. Und die Bildqualität ist mit einer 6- bis 8-MP-Kamera bestens.
miele
Digitalaufnahmen selbst aus Digital-SLRs werden es, systembedingt, in den nächsten Jahren nicht schaffen, an die feinen Farb- und Tonwertabstufungen und den Kontrastumfang von im Studio professionell entwickelten Fotoabzügen auf Basis analoger 35mm KB-Filme oder an die Quaklität von Diapositiven heranzukommen. Das liegt schon daran, daß eine Digitalisierung vorgenommen wurde, was belichtet wurde, wurde reduziert, in ein digitals Raster gepresst, und meist nocht mit Verlusten als jpeg komrimiert.
Digitale Fotos sind nach dem Belichten sofort verfügbar, sie werden in sozialen Netzwerken gepostet, auf Monitoren oder Fernsehern betrachtet, auf dem Mediaplaer zur Tante mitgenommen, via EMail versandt, zu 10tausenden, zu Hause auf Datenträgern abgelegt und katalogisiert. Fotografieren wird inflationär.
Das sind die Vorteile der Digitalfotografie, hat aber rein garnichts mit Qualität zu tun.
starmax
@miele - Dein Fazit ist mir etwas zu schlicht. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile Ich denke, es kommt auf den Verwendungszweck an. Was nützt Dir ein brillanter, herkömmlicher Papierabzug, der nach einem Jahr an der Wand auch in UV-armen Wohnzimmern oder Büros bereits farbstichig geworden ist? Digital ist preiswerter und sehr schön grafisch nachbearbeitbar, was z. B. in der Werbung gut ankommt.
miele
@starmax: Für einen umfassenden Vergleich reichen die im Forum zur Verfügung stehenden Zeichen nicht. Die digitale Fotografie hat Vorteile, einige habe ich erwähnt. Neben der von dir aufgeführten digitalen Bearbeitung kommt die problemlose Lagerung und Archivierung hinzu.
Die Frage war aber, wo die qualitativen Unterschiede liegen.
Bezogen auf die Bildqualität sehe ich die analoge Fotografie zur Zeit noch ganz klar im Vorteil, insbesondere wenn die ich Kameras der Baugröße äquivalent zum gängigen Kleinbildformat betrachte. Selbst digitale Großformatkameras mit möglichen 100 Megapixeln oder mehr werden nicht an an die "Auflösung" eines zu belichteneden Negativs von 24 x 36 mm² herankommen, auf dem mindestens mehrere Milliarden Moleküle konkurieren um auf die Lichtstrahlen reagiere zu können. Vom Belichtungsspielraum einmal ganz abgesehen, der bei kontrastreichen Motiven digital immer noch zu ausgefressenen Lichtern und /oder abgesoffenen Schatten führt.
Frank_stein325
Soweit ich weiß, arbeiten auch immer mehr Profis mit Digitalkameras. Übrigens gibt es auch digitale Spiegelreflexkameras. Für den normalen Nutzer hat die digitale Fotografie eh fast nur Vorteile: Du kannst Bilder direkt kontrollieren, kannst sie nachträglich überarbeiten und du sparst dir die Kosten für Filme und Entwicklung.
fussiOle10
Es gibt Leute, die bevorzugen die analoge Fotographie ganz einfach, weil sie es gewohnt sind, es "oldschool" ist oder sie sofortig ein Bild in der Hand halten wollen. Die digitale Bildqualität ist aber besser. Das begründet sich auch allein schon in den Bearbeitungsmöglichkeiten.
Svenschunsen
Also, ich habe von analog zu digital gewechselt. Zum einen wegen der Kosten, schließlich muss ich nicht jedes Bild entwickeln lassen, sondern nur die, die wirklich schön sind. Wenn die Kamera genügend Pixel hat und die Auflösung stimmt, dann gibt es super Bilder. Ich habe ohne Probleme große Poster von meinen digitalen Bildern an der Wand hängen - super scharf und farbecht.
Bender
Digitale riesen Kameras haben meiner Meinung nach vor allem Nachteile durch, kurze Akku-Zeiten und ihr Gewicht. Auf Reisen braucht man dann immer Ladegerät und all den Schnick-Schnack. Solange es noch Ersatzbatterien für meine alte Rolleiflex gibt wie hier https://www.akkuline.de/akku/geraete/sonstige/rolleiflex.aspx bleibe ich den Rollei Kameras, übrigens - damals - hergestellt in Braunschweig, treu!
Damit verzichte ich auf die vielen Automationsmechanismen, die das digitale Bild mit sich bringt, und auch auf die einfach Verbreitung der Aufnahmen. Ich überlasse [
zumindest für's erste ;-) ] die digitale Fotografie der breiten Masse. Und ich bleibe bei der analogen Fotografie, da ich an ihr die manuell leicht zu handhabenden Einstellungen schätze, sowie die Schärfe und Farbbrillanz.
Swan
Hallo Bender,

mit Interesse las ich deinen Beitrag, da er mich an die Anfangszeit meiner Fotografie erinnerte. Ich hatte zwei Rolleicords. Eine mit hochempfindlichem Film und eine, mit weniger empfindlichem Film, beide von Ilford. S/W natürlich. Es war eine aufregende Zeit, und ich habe viel Zeit in der Dunkelkammer verbracht.

Die Farbfotos schickte ich zur Entwicklung nach Neckermann. Das größte Format war damals 50 x 70 cm.

Ich sah mir deine Rolleiflex auf deinem Link an und finde, sie sieht aus wie eine frühe Hasselblad. Und was das Gewicht angeht, nehme ich mal an, dass sie mehr wiegt als meine Canon 600D.

Du bist der Meinung, die Akkus der digitalen Kameras seinen schwer und hätten eine geringe Kapazität.
Auch dazu sah ich deine Batterien an. Stimmt das wirklich, dass du ein 8-Pack benötigst?

Die Batterie für meine Kamera hat die Maße 55 x 37 x 15 mm und wiegt ca 20 Gramm. Damit mache ich bis zu 1000 (eintausend) Aufnahmen. Ich nehme auf Reisen 3 dieser Batterien mit, sie kosten € 5,00 das Stück (fünf, nicht fünfzig).

Jede Automatik einer digitalen Kamera kann man abschalten, und ich mache das häufig.

Wie ich sah, kannst du Magazine mit unterschiedlichen Filmen mitnehmen. Das benötige ich nicht. In Sekundenschnelle schalte ich von ISO 100 bis zu ISO 6400 um. Da benötigst du viele Kassetten.

Solltest du eine Dunkelkammer haben für Farbfotos, stehen dir sicher einige Hilfsmittel zur Verfügung, deine Fotos nachzubearbeiten. Ansonsten musst du nehmen, was das Labor dir schickt.

Ich habe einige Programme, welche die Möglichkeiten einer Dunkelkammer bei weitem übertreffen.
Aber ein Schrott-Foto kann niemand selbst in Photoshop in Gold verwandeln. Aber das weißt du ja.

Selbst die Smartphone Fotos, auf die so gern hinabgesehen wird, haben ihre Berechtigung, egal ob ich sie göttlich oder grauslich finde. Es werden Fotos aufgenommen von Kindern, Enkelkindern, Haustieren und Saufgelagen und dann im Internet verbreitet, vornehmlich bei Facebook.
Das Objektiv ist gepresstes Plastik und die Tiefenschärfe geht von 2 m bis ∞. Mehr ist nicht gewollt.

Und natürlich stimmt, was schon mehrfach erwähnt wurde: Das Wichtigste an einer Kamera ist das Objektiv. Wenn das Objektiv keine Qualität hat, kannst du den Rest wegschmeißen. Naja, es sei denn, es ist ein Smartphone aus Korea.

Meine andere Kamera, 13 Jahre alte Panasonic Lumix DMC-FZ10, hat ein Leica Objektiv. Deutsches Qualitätsprodukt. Mit nur 4MP ist sie im Vergleich nicht mehr so rüstig wie sie mal war. Wie wir alle.

In den 50 Jahren meiner »Karriere« als Fotograf habe ich ca. 200 Fotos veröffentlicht, die meisten in Zeitschriften und Magazinen. Aber auch in Ausstellungen und Poster.
Meine Poster sind im Format von DIN A2 bis DIN A0 (841 x 1189 mm, also mehr als doppelt so groß wie 50 x 70 cm) und werden auf einem digitalen Drucker ausgedruckt in den Farben CMYK.
Dazu verwandele ich in Photoshop RGB in CMYK. Das muss man nicht, wenn man nicht weiß, wie das geht, denn der Drucker verwandelt das auch, nur eben nicht so brillant wie Photoshop das macht.

Und wenn du, Bender, deine Bilder professionell drucken lassen möchtest, werden sie sowieso gerastert. Und dort geht deine Brillanz zum Teil aus dem Fenster. *seufz*

Schöne analoge Fotos haben natürlich ihre Berechtigung und werden es immer haben.
DerDoofe
Na sowas, swan, du kannst es also doch. Stinknormales Deutsch schreiben. Und dann gerätst auch du, der sich so gern als Dudens Enkel geriert, an deine Grenzen.

Du lebst nach eigenem Bekunden seit Jahrzehnten im fremdsprachlichen Ausland. Würde ich das nicht wissen, spätestens nach der Lektüre deines vorstehenden Textes hätte ich es erkannt: Du schreibst in einem schon fast antiquiertem Duktus, der so im Alltag in Deutschland tatsächlich nur noch von Älteren verwendet wird. In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Umfang des Dudens um etwa 20000 Vokabeln vergrößert. Im selben Zeitraum hat sich die Zahl der schreibenden Menschen allein in Deutschland vermillionenfacht! Das hat natürlich Auswirkungen im Sprachalltag. Und das funktioniert so: Genitiv zu kompliziert? Schaffen wir ihn ab! Wie oder als? Der Positiv, der Komparativ? - völlig egal. Schaffen wir ab (Unser aller Kanzlerin bevorzugt in der freien Rede das stets korrekte alswie).

Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Beispiele, die im Laufe der Generationen die deutsche Grammatik tief greifend ändern werden.
Meine lesebegeisterte Tochter hat nach der Lektüre einer alten Goethe-Ausgabe einmal festgestellt: „Er ist Legastheniker, die Grammatik sehr fantasievoll - aber schreiben kann er.“ Da war sie elf Jahre. Mit ihrer Einschulung traten die Regeln der Rechtschreibreform in Kraft. Ich habe also den Deutschunterricht noch einmal durchlebt. Natürlich ohne die in Kindheit und Jugendzeit angeübten Grundmuster beeinflussen zu können, denn was mit etwa 18 Jahren nicht ‚sitzt’, kann man nicht mehr ändern. Lautäußerungen werden von der Evolution gesteuert.

Wenn du also in Kürze zum Pöbeln und Verunglimpfen zurückkehrst, dann hoffentlich in der Einsicht, dass wir, die wir mit der schönen deutschen Sprache jeden Tag umgehen, es besser können als du! Und daran ist doch nichts Verwerfliches.

Übrigens: Einen Einstellungstest in Richtung Setzerlehrling hättest du mit deinem Text nicht bestehen können!

(Ich fotografiere mit der Lumix FZ 150. Die Bilder bearbeite ich mit dem ururalten iPhoto plus und den Druck mit dem ebenfalls betagten Harvard Publisher.
Ausdrucke wahlweise mit Sechstankdruckern von Epson und Canon)
ameliiiie
Ich muss mit Bedauern feststellen, dass es immer mehr Leute gibt, die einfach nur oberflächlich sind.

Wichtiger als die Rechtschreibung und der Ausdruck sollte der Inhalt sein. ;)
Swan
Hallo DerDoofe,
vielen Dank, dass du dir so viel Zeit genommen hast, mir zu antworten.

Natürlich ist mein Deutsch über 40 Jahre alt, und die Neue Deutsche Rechtschreibung habe ich ganz allein mit einem Duden gelernt.

Ich lebe keineswegs im fremdsprachlichen Ausland. Ich lebe in der Welt, in der man Englisch (und Chinesisch) spricht. Wir nennen deshalb Deutsch nicht »fremdsprachliches Ausland«, ihr sprecht eben nur eine exotische Sprache, die nur wenige Menschen verstehen.

Die deutsche Sprache ist eines meiner Hobbys, sonst nichts. Die deutsche Sprache hat international keinen Wert. Meine Sprache ist Englisch. Natürlich komme ich mit dem Deutschen an meine Grenzen. Und daran ist, in der Tat, nichts Verwerfliches.

Herzlichen Glückwunsch zu deiner Tochter. Im Gegensatz zu ihr finde ich, dass Goethe nur mittelmäßig geschrieben hat, mit der Ausnahme »Die Leiden des jungen Werthers«, aber da war er noch sehr jung und voll Idealismus. Später hat er überwiegend abgeschrieben von anderen Autoren und es übersetzt.

Ich nehme an, dass du mit deiner Aussage … in den letzten 30 Jahren … [Zitat] »Im selben Zeitraum hat sich die Zahl der schreibenden Menschen allein in Deutschland vermillionenfacht!« Nicht klar bei Kasse warst.

Damals gab es ca 80 Millionen Deutsche. Nun multipliziere das mit nur einer Million.
Die Antwort ist 80.000.000.000.000. 80 Trillion.
Ich weiß nicht, wie ihr das auf Deutsch nennt, denn ihr nehmt das ja mit den Punkten und den Billionen, die ihr Milliarden nennt, nicht so genau, aber es ist dir ersichtlich, dass deine Angabe nicht stimmt.

Gottseidank brauche ich mir um einen Einstellungstest als Schriftsetzerlehrling keine Gedanken mehr zu machen. Und ebenfalls nicht als Buchdruckerlehrling. Ich habe beide Prüfungen mit Bravour bestanden. Und die Meisterprüfungen ebenfalls.

Du gehst von einer Annahme aus. Du warst schon mal besser.

Aber immerhin benutzt du iPhoto und Epson. Ich ebenfalls.
Swan
Hallo Ameliiiie,

du stellst mit Bedauern fest, dass es immer mehr Leute gibt, die einfach nur oberflächlich sind.
Sind sie einfach nur oberflächlich um Werbetreibende zu ermuntern, hier mehr Müll abzusondern indem sie Links posten und darauf antworten?

Und was meinst du mit immer mehr? Wie viele kanntest du vorher, und wie viele kennst du jetzt?
ameliiiie
Da fällt mir nix dazu ein. :D
DerDoofe
Du kannst mir offensichtlich nicht ganz folgen, swan. Wie viele schreibende Deutsche wird es vor 30 Jahren gegeben haben? Einerseits diejenigen, die beruflich an der Schreibmaschine saßen. Und dann gab es auch noch jene, die privat eine Schreibmaschine nutzten. Beziffern wir letztere mit 1 000 000 (nur eine Zahl) und stellen ihnen die heutige Zahl der PC-Nutzer entgegen, so kann man ohne Übertreibung von einer Vermillionenfachung des schreibenden Personenkreises in Deutschland reden. War wohl doch zu kompliziert ...
Musca
Auch wenn die Frage schon einige Jahre zurückliegt, sie ist eine sehr grundliegende, sehr philosophische Frage.
Die Frage lässt sich auf viele andere Lebensbereiche adaptieren.
Bei einer analogen Kamera muss ich mitdenken, bei einer digitalen kann ich es mir aussuchen, schalte ich auf Programm oder gehe ich auf manuell.
Aber selbst bei manueller Schaltung bei einer Digitalkamera gibt es gravierende Unterschiede zur Analogfotografie.
Welches Photopapier benutze ich, hartes oder weiches, welcher Entwickler ist für welches Papier der geeigneste, welcher Film ist der beste (Ilford HP 4 fand ich immer gut),
natürlich lassen sich gewisse Nuancen per Photoshop bearbeiten, die Originalität einer guten analogen Fotografie lässt sich nicht digital nachstellen.
Martina
sentimentale Folklore
Deho
Einige grundlegende Bedingungen gelten auch für die digitale Fotografie, auch da muss man mitdenken. Wer ins Gegenlicht fotografiert, in großen Räumen blitzt oder die Tiefenschärfe nicht beachtet, wird Ergebnisse erhalten, die sich auch mit Photoshop nicht mehr korrigieren lassen.
Swan
Nun gut, DerDoofe,
du magst nicht gern widerlegt werden. Ich habe damit ja keine Schwierigkeiten. Wenn man mich berichtigt, bedanke ich mich.
Es war in dieser WC bisher nur einmal der Fall.
In Deutsch gibt es für den Euro zwei Pluralformen. Euro und Euros.
Ich nehme mal an, dass ich der einzige Australier bin, der das weiß.

Aber wenn du annimmst, dass vor 30 Jahren 1.000.000 (1 Million) Deutsche schreiben konnten, und sich diese Zahl vermillionenfacht hat, dann wären das 1 Million x 1 Million.
Und damit 1.000.000.000.000.
1 Trillion.
Swan
Deho,
man sollte also in großen Räumen nicht blitzen? Auch nicht Politiker oder andere Redner?
Vielleicht nur im Freien blitzen?
Und diese millionenfachen Sonnenuntergänge im Gegenlicht? Ja, finde ich auch, sollten nicht sein.

Wie ich bereits schrieb. Ein Schrott-Foto bleibt Schrott, da hilft auch kein Photoshop.

Oder wie es schon lange heißt: »Crap in crap out.«
Deho
Swan,

wenn wir großes Glück haben, dürfen wir hier demnächst eine fünfseitige Abhandlung von Matthew lesen, warum das so ist.

Ich mache es einfacher: Probier es einfach aus. Oder schau nach, welche Leitzahl für Dein Blitzgerät angegeben ist.
Swan
Blitzlicht bei Sonnenuntergang im Gegenlicht.
Ja, das werde ich mal probieren … hihihi … 💥
Zombijaeger
Und ich werde probieren einen sonnenuntergang ohne gegenlicht zu fotographieren. Wäre doch gelacht, wenn ich das nicht hinbekomme.
bh_roth
Jau, Zombi, und das Bild stellst du dann hier ein. Bin echt gespannt.☺
Deho
Und ich werde probieren, den Neumond mit Blitzlicht zu fotografieren. Laut Swan müsste das funktionieren.
Swan
Na klar, alles geht.
Man muss es nur wollen. 🌚
Matthew
Ach Deho, wenn Du mich so lieb darum bittest, dann will ich Deine Hoffnung selbstverständlich nicht enttäuschen - ♥♥♥ flöt ♥♥♥! Nur was den Umfang von 5 Seiten angeht, das kriege ich auch kürzer hin!
Und sogar einige Beiträge mit sachlich fundiertem Hintergrund hast Du schon geschrieben. Geht doch! Mit etwas Übung kannst Du das sicherlich noch weiter ausbauen.

  • Vorweg: Ein Blitz hat Grenzen, was die ausgesendete Lichtmenge angeht. Ausgedrückt wird das durch seine "Leitzahl". Sie wird abhängig von der jeweiligen Filmempfindlichkeit angegeben. Die Leitzahl dividiert durch die eingestellte Blende bestimmt die Entfernung in Metern, auf die der Blitz eine Szene noch ausreichend ausleuchten kann.
  • Ausser eine Szene auszuleuchten, setzt man einen Blitz auch gerne ein, um in praller Sonne die Schatten etwas aufzuhellen, um so einen weicheren und ausgewogeneren Bildeindruck zu bekommen.
  • Was Gegenlicht-Aufnahmen angeht:
    Da ist die Schattenseite des Objekts ja der Kamera zugewandt. Je nach Kontrast ist dann das Objekt evtl. nur als Silhouette zu erkennen. Das kann gewollt sein und sehr stimmungsvolle Fotos ergeben. Manchmal möchte man aber doch Zeichnung des Objekts haben. Das kann man mit Hilfe eines Blitzes erreichen. Man braucht dafür aber Erfahrung oder viel Glück, um ein ansprechendes Ergebnis erzielen zu können.
  • Was das Blitzen in großen Räumen angeht.
    In kleinen Räumen (zumindest, wenn Wände und Decken nicht dunkel gestrichen sind, oder dunkle Möbel das Licht schlucken) wird das (Streu)-Licht des Blitzes von Decke, Wänden, Tischdecken etc. reflektiert, man bekommt deshalb eine höhere Lichtausbeute, als rein rechnerisch zu erwarten wäre. In großen Räumen oder gar im Freien kann man sich diesen Effekt aber kaum zunutze machen und muss mit einer Beleuchtungsstärke auskommen, die nahe an dem liegt, was die Berechnung aus Leitzahl und Blende ergibt. Bei größeren Entfernungen kann das schnell eng werden.
    Versucht man in einer Halle z.B. einen Redner zu fotografieren, der etwas weiter entfernt ist, dann kann man ihn mit einem Tele heran holen, der Blitz wird dadurch aber nicht heller. Man muss also entweder mit dem vorhandenen Licht auskommen, mit einer entsprechend hohen "Film"-Empfindlichkeit fotografieren oder man braucht einen sehr starken Blitz oder ein entsprechend lichstarkes Objektiv und muss mit entsprechend großer Blendenöffnung fotografieren (mit Konsequenzen für die Schärfentiefe).

    Nur mal als Beispiel: Ein Blitzgerät das bei 100asa (21 DIN) eine Leitzahl von 40 hat, ist schon fast ein semiprofessionelles Blitzgerät. Mit Blende 4 bekommt man bis zu einer Entfernung von 10m mit der Lichtmenge hin. Die Beleuchtungsstärke nimmt mit dem Quadrat des Abstand zu. Versucht man mit einem solchen Blitz in einem Stadion ein Bild zu machen, auf eine Entfernung von, sagen wir 80m, dann ist das die 8fache Entfernung, man braucht also die 8x8 = 64fache Lichtmenge oder eine entsprechend höhere Emfindlichkeit, also

    • Einen Blitz mit Leitzahl 2560 (wir wollen nicht zu penibel sein: 2500 reicht)
    • Eine Lichtempfindlichkeit von 6400asa (39 DIN)
    • Eine Blendenöffnung von 0,06 (bei einer Brennweite von 200mm wäre das ein Blendendurchmesser von 3,2m). Das ist sehr weit jenseits des Praktikabelen.
    • Die 64fache Belichtungszeit, z.B. statt einer 1/60sec eine 1sec

  • Es gibt allerdings Profi-Blitze, die über eine eigene Optik verfügen (gewissermaßen ei Objektiv für den Blitz) und das Blitzlicht entsprechend der verwendeten Brennweite mehr oder weniger stark bündeln. So bekommt man auch in größeren Entfernungen bei Verwendung eines Teles noch eine ausreichende Beleuchtungsstärke, ohne das dafür die abgegebene Lichtmenge erhöht werden muss. Eine generelle Fokussierung des Blitzlichts verbietet sich aber, weil dann bei kurzen Brennweiten das Foto nicht vollständig ausgeleuchtet wäre.
    Solche Profi-Blitzgeräte mit variabeler Abstrahl-Charakteristik sind allerdings sehr teuer.
  • Was die Beachtung der Tiefenschärfe angeht. Wenn man mit großer Blenden-Öffnung fotografiert, dann wird der Bereich, in dem das Bild scharf dargestellt werden kann sehr klein. Alles, was näher oder weiter entfernt ist, wird unscharf. Das kann ein gewünschter Effekt sein, stellt einen aber manchmal auch vor Probleme.

Natürlich hoffe ich, dass mir jetzt keine Rechenfehler unterlaufen sind.

So, Deho, mein Schatz, ich hoffe ich konnte Dich glücklich machen!
♥♥♥ Bussi! ♥♥♥
Deho
@ Matthew

Der Artikel ist gut, nur hätte ich anstatt "Die Beleuchtungsstärke nimmt mit dem Quadrat des Abstand
zu" geschrieben: "Die Beleuchtungsstärke nimmt mit dem Quadrat des Abstand ab".

Nun sei aber bitte nicht gleich wieder beleidigt.
Matthew
Du hast recht. Danke!
Warum sollte ich beleidigt sein?