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Bürger stürmen die Ämter: Jagd auf den alten Personalausweis

Die Deutschen stürmen die Pass-Behörden: Von November an gibt es den neuen Personalausweis - doch viele Bürger wollen lieber noch schnell einen alten "Perso" beantragen. Doch das klappt nicht mehr überall.

Von Sönke Wiese und Martin Motzkau

Die letzte Galgenfrist läuft: Am 31. Oktober endet die Ära des alten Personalausweises, den seit 1987 Millionen Deutsche bei sich getragen haben. Ersetzt wird er durch einen neuen Ausweis, mehrere Jahre dauerte die Entwicklung. Kleiner und stabiler ist das neue Dokument, fälschungssicherer soll es sein, es enthält biometrische Daten und einen Chip für die elektronische Identifizierung übers Internet. Steuererklärung, Kfz-Anmeldung, sogar rechtsverbindliche Geschäfte: All das soll mit dem modernen Personalausweis möglich sein. Als technisches Wunderwerk feiert ihn die Bundesregierung und glaubt an einen Erfolg wie beim Handy. "Die Bürger werden den neuen Ausweis lieben", sagt Andreas Reisen vom Bundesinnenministerium.

Doch danach sieht es im Moment überhaupt nicht aus. Im Gegenteil: Viele Bürger scheinen nun vor allem ihre Liebe zum alten Ausweis entdeckt zu haben. Manche Einwohnermeldeämter berichten von einem regelrechten Ansturm. Auf den letzten Drücker wollen offenbar viele Deutsche noch schnell den alten Perso beantragen - egal ob ihr jetziger noch ein Jahr, fünf oder acht Jahre gültig ist.

"Freitag wird ein Horrortag"

"Bei uns ist es total überfüllt", sagt eine Behörden-Mitarbeiterin in Hamburg. "Wir haben schon die Wartenummern-Ausgabe um eine Stunde verkürzt, damit wir zeitig schließen können." Auch in Dresden ist schwer was los: "Wir haben rund doppelt so viele Anträge wie sonst", sagt eine Angestellte vom Bürgeramt. "Die Zunahme begann schon vor zwei Monaten, jetzt wird es von Tag zu Tag schlimmer." Der Freitag werde ein Horrortag, befürchtet sie.

In Köln ist die Lage nicht ganz so dramatisch. "Es kommen zwar mehr Leute, aber die Wartezeiten halten sich noch in Grenzen", so die Info aus dem Kundenzentrum der Innenstadt. Ruhig ist es offenkundig in München: "Bei uns melden sich nicht mehr Bürger als vor einem Jahr", berichtet ein Mitarbeiter von der zentralen Nummer des Kreisverwaltungsreferats. "Die sind wohl alle gut informiert." Stress haben dagegen die Mitarbeiter bei den Service-Telefonen in Stuttgart: "Hier rufen gerade sehr viele Leute an, die sich nach dem alten Perso erkundigen", sagt eine Mitarbeiterin des Bürgeramts Mitte.

Diffuse Ängste vor der Technik

Eine Umfrage des ZDF-Politbarometers ergab: 45 Prozent der Deutschen finden die Einführung des neuen Personalausweises nicht gut. Nach den Erfahrungen der Mitarbeiter in den Einwohnermeldeämtern gibt es vor allem zwei Gründe für die plötzliche Popularität des alten Dokuments. Zum einen: der Preis. Der neue Personalausweis kostet knapp 29 Euro, der alte ist noch für acht Euro zu haben.

Doch der gewichtigere Grund für die starke Ablehnung des neuen Dokuments ist offenbar eine weit verbreitete Skepsis gegenüber der Technik. Viele Bürger sind verunsichert: Was genau speichert der Chip? Wer hat darauf Zugriff? Und wie sicher ist die Datenübertragung per Internet?

Die diffusen Ängste sind nicht vollkommen unbegründet. Beispielsweise der Chaos Computer Club (CCC) hält die Chipfunktionen für "praxisuntauglich für den normalen Bürger". Dem CCC gelang es, in einem Test die geheime Ausweis-PIN abzufangen und sie sogar zu ändern. Auf diese Weise könnten Kriminelle im Internet Geschäfte mit der gestohlenen Identität machen. Allerdings stellten Experten der Bundesregierung klar, dass solche Hackerangriffe nur bei ungesicherten Computern ohne Firewall und aktuelle Virenscanner möglich seien.

Verbraucherschützer empfehlen außerdem, sich die freiwillige Speicherung der Fingerabdrücke genau zu überlegen. So könnten die Abdrücke beispielsweise in Ländern, wo es nicht so strenge Datenschutzrichtlinien wie in Deutschland gebe, heimlich gespeichert werden.

Trickserei auf den Ämtern

Viele Bürger mögen sich über all dies gar nicht erst den Kopf zerbrechen. Doch wer nun noch den alten Personalausweis mit einer Gültigkeit von zehn Jahren haben will, muss sich beeilen: Die letzte Chance dazu besteht in den meisten Kommunen bis Freitag, in Hamburg und Teilen Schleswig-Holsteins sogar nur bis Donnerstag. Danach gibt es nur noch das neue Dokument.

Mancherorts allerdings verfahren die Behörden strikt: Nochmals den alten Ausweis händigen sie nur unter bestimmten Bedingungen oder für Extra-Gebühren aus (weitere Informationen siehe Kasten). "Jedes Bundesland kann die Einzelheiten selbst bestimmen", sagt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin. Thüringen und Hessen beispielsweise geben die alten Ausweise gar nicht mehr aus, wenn die Gültigkeit nicht bereits abgelaufen sei, sagen Sprecher der Innenministerien auf Nachfrage von stern.de.

Aus Angst, das alte Dokument nicht mehr zu bekommen, greifen immer mehr Bürger zu einem Trick: "Bei uns melden viele ihren Ausweis als verloren oder gestohlen", sagte eine Mitarbeiterin vom Bürgeramt in Dresden. Das Bundesinnenministerium warnt: "Sollte dies nicht der Wahrheit entsprechen, stellt das eine Ordnungswidrigkeit dar." Die Dresdner Behördenangestellte sagt: "Uns ist es lieber, wenn die Leute ehrlich bleiben. So oder so bekommen sie bis Freitag ja noch den alten Ausweis."

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.

Von:

Sönke Wiese und Martin Motzkau