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Fahrdienst-Start-up: Missglückte Plakatwerbung: Mit diesem Spruch empört Clevershuttle das Netz

Mit einer groß angelegten Werbekampagne hat sich Fahrdienstanbieter Clevershuttle in Leipzig blamiert. Die Motive bedienten sich mehr oder weniger bekannten Klischees aus Horrorfilmen. Vor allem eines davon kommt im Netz gar nicht gut an.


Clever Shuttle: Ein Mann bedient an seinem Smartphone die App des Fahrdienst-Anbieters

Per App können Kunden den Fahrdienst von Clevershuttle anfordern. Mit seiner aktuellen Werbekampagne hat sich das Start-up massive Kritik eingehandelt (Symbolfoto)

Picture Alliance

Ziemlich daneben gehauen hat Fahrdienstanbieter Clevershuttle mit einer Werbekampagne, die derzeit in Leipzig zu sehen ist. "Wie Trampen. Nur ohne Axtmörder", steht auf einem der Plakate des Start-ups. Ein Jahr nach dem Fall der ermordeten Tramperin Sophia sorgt die Kampagne vor allem im Netz für Empörung. Andreas Lösche, der Bruder der getöteten Tramperin sagte der Deutschen Presse-Agentur, er finde die Plakate "pietätlos" und "unmöglich". "Die Dinger gehören abgehängt." Er habe vor rund zwei Wochen über Facebook und Twitter davon erfahren, mehrere Menschen hätten ihm Bilder der Kampagne geschickt. "Die Leute bringen die Plakate offenbar mit dem Fall meiner Schwester in Verbindung", so Lösche.

Per Mail habe er die Geschäftsführung von Clevershuttle aufgefordert, die Werbekampagne zu beenden. Zuvor hatten mehrere Medien über den Fall berichtet, darunter die "Abendzeitung" und die "Frankenpost".

Clevershuttle reagiert: "War nicht unsere Intension"

Nach Angaben von Clevershuttle werden die umstrittenen Motive derzeit entfernt. "Innerhalb der nächsten Tage sollte das Motiv nicht mehr im Stadtbild zu sehen sein", sagte ein Sprecher am Freitag. Der Spruch "Wie Trampen. Nur ohne Axtmörder" sei eine von 45 Schlagzeilen im Rahmen einer bundesweiten Kampagne gewesen. Neben Leipzig plakatierte der Fahrdienst die an Horrorfilme angelehnten Schlagzeilen auch in Berlin und München. Die Firma bedaure, dass ein Motiv der aktuellen Werbekampagne Schmerz bei der Familie von Sophia ausgelöst habe. "Dies war zu keinem Zeitpunkt unsere Intention." 

Ziel sei es gewesen, sich "Horrorfilm-Klischees" zu bedienen und diese stark auf die Spitze zu treiben. Daran sei man "ganz klar" gescheitert, räumte Clevershuttle ein, das auch mit Sprüchen wie "Wie Lieferdienst. Nur, dass du ausgeliefert wirst" oder "Wie Koks-Taxi. Nur ohne Koks" auf sich aufmerksam macht.

Sophia Lösche hatte vor gut einem Jahr von Leipzig in Richtung Nürnberg trampen wollen, wo die 28-Jährige aber nie ankam. Ein Fernfahrer aus Marokko erschlug sie mit einem Eisen. Er wurde wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu lebenslanger Haft verurteilt.

Dienste eingestellt: Rückschlag für Clevershuttle

Clevershuttle bietet per App einen Taxi-Service an, bei dem mehrere Fahrgäste mit ähnlichem Ziel auf der Strecke eingesammelt werden und sich die Fahrtkosten teilen. 2015 stieg die Deutsche Bahn bei dem 2014 gegründeten Start-up ein. Seit 2018 hält der Konzern die Mehrheit. Den ersten großen Rückschlag kassierte Clevershuttle im Oktober 2019, als das Unternehmen seine Fahrdienste in Hamburg, Frankfurt und Stuttgart einstellen musste. Nach eigenen Angaben zumindest im Fall von Hamburg wegen rückläufigen Buchungszahlen.

js / DPA