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Corona-Leugner "Maskenfreier Ansturm" auf österreichische Supermärkte geplant – und wieder abgeblasen

Die aktuellen Corona-Fallzahlen machen einkaufen ohne Maske weiterhin unmöglich
Die aktuellen Corona-Fallzahlen machen einkaufen ohne Maske weiterhin unmöglich
© Julian Stratenschulte / DPA
Über die sozialen Netzwerke haben österreichische Corona-Gegner dazu aufgerufen, ohne Maske einkaufen zu gehen. Jetzt haben sie kalte Füße bekommen und die Aktion kurzfristig abgesagt. Das war geplant.

Ohne Lappen vor dem Mund shoppen gehen: Das ist lang passé und wird wohl auch noch eine Weile so bleiben – solange  es nach den Gesundheitsverordnungen geht.

Österreichische Verschwörungstheoretiker, Corona-Leugner und Masken-Gegner hatten allerdings anderes im Sinn: Über den Instant-Messaging-Dienst Telegram haben sie zu einem "maskenfreien Ansturm" auf Supermärkte in ganz Österreich aufgerufen.

In dem Aufruf, der eine Liste ausgewählter Lebensmittelgeschäfte mit Adressen enthält, wurden die Mitstreitenden aufgefordert, zu einer bestimmten Uhrzeit in Obst- und Gemüseabteilungen "die Hüllen fallen zu lassen".

Jetzt kümmert sich der Verfassungsschutz

Mittlerweile ermittelt das österreichische Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) gegen die Gruppierungen. Ein Bezug zu extremistischen Gruppen und den Corona-Demonstrationen der letzten Wochen in Wien könne nicht ausgeschlossen werden. "Noch wissen wir aber nicht genau, wer hinter dem Aufruf steckt", sagte ein Sprecher des BVT stern.de.

Zwar habe es immer wieder Corona-Demonstrationen in der Landeshauptstadt gegeben. Laut BVT ist die geplante Aktion bisher allerdings einzigartig. Wie groß der angekündigte "Ansturm" auf die Supermärkte werde, könne man im Vorfeld nicht sagen. Allerdings rechnet der BVT mit vereinzelten Vorfällen. "Wir werden daher punktuelle Kontrollen durchführen und die Polizeipräsenz erhöhen", betonte der Sprecher.

In den betroffenen Geschäften bereitet man sich vor: Die Mitarbeiter seien informiert worden, zudem wolle man vermehrt Security-Personal einsetzen, heißt es aus verschiedenen Geschäften. Wer ohne Maske im Supermarkt erwischt wird oder den Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhält, muss mit einem Bußgeld von 90 Euro rechnen. Zudem könne eine Anzeige erstattet werden.

Aktion kurzfristig abgesagt

Mehreren österreichischen Medienberichten zufolge wurde der "maskenfreie Ansturm" nun kurzfristig abgesagt. Grund für den Rückzieher sei demnach der große Bekanntheitsgrad, den die Aktion innerhalb kürzester Zeit erlangt habe.

Die Tageszeitung Heute zitiert aus einer entsprechenden Telegram-Gruppe: "Unsere Idee hat in kürzester Zeit große Kreise gezogen. Um jedwede Eskalation, auf welchen Seiten auch immer, zu vermeiden, erklären wir hiermit, dass unsere Aktion unter diesen Umständen nicht stattfinden kann."

In der Nachricht, die dem österreichischen Medium vorliegt, lenken die Initiatoren ein und geben zu Bedenken, dass "die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen wirklich dem Wohle der Menschen dienen." Frieden sei das oberste Gebot, deshalb distanziere man sich ausdrücklich von Gewalt und Aggressionen.

Laut österreichischem BVT zufolge ist die Aktion aber damit noch nicht vom Tisch. "Die Aktion wurde nicht offiziell an- und abgemeldet, insofern können wir nicht sicher sein, ob es möglicherweise nicht doch noch zu Vorfällen kommen kann", sagte ein Sprecher. Polizeiliche Kontrollen werden daher trotzdem stattfinden.

Keine Aktionen in Deutschland bekannt

In der deutschen Protestszene sind die Aufrufe der österreichischen Corona-Gegner bei den Behörden noch kein Thema. Zwar gibt es eine Reihe Telegram-Gruppen, in denen es ums maskenfreie Einkaufen geht, ein Fall für den Verfassungsschutz sind sie aber nicht. "Corona-Leugner und -Gegner werden nicht als Extremisten eingestuft und deshalb nicht vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet", betonte ein Sprecher.

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Auch den Polizeistellen der Länder seien keine Aktionen, wie sie in Österreich geplant sind, bekannt. Angaben der Polizei in Schleswig-Holstein zufolge wurde im vergangenen Jahr vereinzelt zum maskenfreien Einkaufen aufgerufen. Damals habe man mit erhöhter Polizeipräsenz reagiert. Versuche, Einkaufszentren und Geschäfte ohne Maske zu betreten, habe es allerdings nicht gegeben.


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