Die Rakete der Mondmission Artemis 2 ist in Florida erfolgreich gestartet. Damit sind zum ersten Mal seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen in die Nähe des Mondes unterwegs. Vier Astronauten hoben dafür an Bord der „Orion“-Kapsel mit dem Raketensystem „Space Launch System“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab.
Mit der zehntägigen Mission will die US-Raumfahrtbehörde Nasa erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen in die Nähe des Erdtrabanten bringen. Eine Mondlandung ist aber bei Artemis 2 nicht vorgesehen. Die NASA strebt eine Landung auf dem Mond für das Jahr 2028 an.
Die Crew – drei Männer und eine Frau – sollen bei der Umrundung des Mondes auch dessen Südpol für eine künftige Mondlandung auskundschaften. Auf der Rückseite des Mondes wird der Kontakt zur Bodenkontrolle für kurze Zeit unterbrochen sein. Die Crew wird dann weiter von der Erde entfernt sein als jemals Astronauten zuvor.
Die Artemis 2 soll eine später geplante Mondlandung vorbereiten
Zunächst will die Besatzung aber in der Erdumlaufbahn einige Tests vornehmen, um sicherzugehen, dass auf der 384.000 Kilometer weiten Reise zum Mond alles funktioniert. Dabei kommt auch Technologie aus Deutschland zum Einsatz. Danach soll die Kapsel die Erdumlaufbahn verlassen und Kurs auf den Mond nehmen. Auf dem Weg dahin soll die Crew weitere Tests und Experimente vornehmen.
Bei Artemis 2 sind erstmals eine Frau, ein Schwarzer und ein Kanadier Teil einer Mondmission. Kommandant ist der 50 Jahre alte US-Astronaut Reid Wiseman. Pilot der Orion-Kapsel ist der 49-jährige Victor Glover, der als erster nicht-weißer Mensch für eine Mondmission ausgewählt wurde. Seine Kollegin Christina Koch soll als erste Frau überhaupt zu dem Erdtrabanten fliegen. Der Kanadier Jeremy Hansen ist der erste Astronaut bei einer Mondmission, der nicht aus den USA stammt.
Die letzte Mondlandung für US-Astronauten war 1972 mit Apollo 17. Danach wurde das teure Programm eingestellt. Unter Präsident Donald Trump will die NASA wieder Menschen zum Mond bringen. Dort soll in der Zukunft auch eine Mondbasis errichtet werden – als mögliche Zwischenstation für bemannte Flüge zum noch viel weiter entfernten Mars. Der Konkurrent China plant für 2030 eine Mondlandung.