HOME
Jahresrückblick

Armut und Ausgrenzung: Straßenkinder in Berlin: Wenn dich keiner vermisst

In Berlin Marzahn leben 39 Prozent der Kinder in Familien, die Hartz IV beziehen - und viele einfach auf der Straße. Der Verein "Straßenkinder e. V." will nun ein Haus für Jugendliche bauen, die bislang nirgendwo zu Hause waren.

Ein Junge verdient sein Taschengeld durch das Sammeln von Pfandflaschen

Ein Junge verdient sein Taschengeld durch das Sammeln von Pfandflaschen: Auffangen vor dem Absturz, darum geht es im Kinderhaus Bolle des Vereins "Straßenkinder e.V."

Picture Alliance

Dank der großzügigen Unterstützung der stern-Leserinnen und -Leser konnte die Stiftung stern im vergangenen Jahr wieder weltweit Menschen in Not helfen. Der folgende Schicksalsbericht aus dem Mai gehört zu den Geschichten, die ein besonders großes Echo gefunden haben. Im Rahmen unseres Jahresrückblicks 2019 präsentieren wir Ihnen die Reportage deshalb noch einmal.

___________

Das Kinder- und Jugendhaus Bolle liegt an einem der östlichen Zipfel Berlins, am Rande einer Hochhaussiedlung. Links vom Haus gibt es "viel Wurst für wenig Kohle", rechts davon Billigklamotten vom Discounter. Für die siebenjährige Maria sind das unerreichbare Paradiese. Als sie am Mittagstisch des Kinderhauses alles in sich hineingeschlungen hat, was auf ihrem Teller lag, sagt sie: "Ich habe so ein komisches Gefühl im Bauch, ist das normal?" Eigentlich schon. Wenn es zu Hause regelmäßig etwas zu essen gibt.

Aber was heißt schon normal? 2,55 Millionen Kinder in Deutschland sind von Armut betroffen. Hier, in Marzahn, leben 39 Prozent in Familien, die Hartz IV beziehen, bei den unter Sechsjährigen sind es sogar 41 Prozent. Über 50 Prozent der Eltern im Viertel gehören zur unteren Bildungsschicht. Ein Schulbrot im Ranzen, eine Trainingshose für den Sportunterricht, eine warme Mahlzeit und jemanden, der zuhört und Rat weiß – darauf warten Kinder hier oft vergebens.

Manche Straßenkinder werden noch nicht mal vermisst

Als Eckhard Baumann 2009 die Abbruchimmobilie an der Hohensaatener Straße entdeckte und mit Spendengeldern erwarb, war ihm schon klar, welche Nöte die Kinder zu ihm treiben würden. Seit 1996 hatte der gelernte Klimakonstrukteur vor allem Straßenkinder betreut, zunächst ehrenamtlich, von 2000 an dann als Vorsitzender des Vereins "Straßenkinder e. V."

Mit einem gespendeten Citroën Berlingo fuhr er kreuz und quer durch die Stadt, zur Jannowitzbrücke, zum Breitscheidplatz, zum Alexanderplatz und zu Bauwagen auf verschiedenen Brachen. Er kannte die Stellen, an denen die Kinder übernachteten, verteilte heißen Tee, Suppe und Kekse. Und versuchte, Vertrauen zu ihnen aufzubauen.

"Viele der Straßenkinder kommen aus den Problemkiezen. Manche werden noch nicht einmal als vermisst gemeldet, wenn sie zu Hause nicht mehr auftauchen", erzählt Baumann. "Da besteht ein großer Bedarf, auch präventiv etwas zu bewirken."

Wer seine Schulaufgaben macht, wird belohnt

Auffangen vor dem Absturz, darum geht es im Kinderhaus. Baumann und sein Kollege, der Sozialpädagoge Markus Kütter, fassten schnell Fuß im Viertel, die Baracke wurde bald zu klein. 2017 eröffneten sie direkt nebenan einen aus Spendengeldern finanzierten Neubau, und seitdem erweitern sie ihr Angebot an die Kinder des Viertels: Essen, spielen und lernen sind die Grundlagen ihrer Arbeit, Kinderschutz und der Aufbau verlässlicher Beziehungen stehen im Vordergrund. Für regelmäßige Besuche in der Hausaufgabenbetreuung etwa erhalten die Kinder Punkte, die sie in der hauseigenen Kleiderkammer gegen eine neue Winterjacke, eine Sporthose oder ein paar Schuhe tauschen können.

Fanny H. 

An einem Nachmittag Ende Januar ist es merkwürdig still im Haus Bolle. Baumann öffnet die Tür zum Toberaum. Mehr als 120 Köpfe drehen sich um – und dann zurück Richtung Leinwand: In zwei Workshops haben die Großen im Haus Filme über ihr Leben gedreht, heute ist Premiere. Und alle sind gekommen.

"Das ist so ein Moment, da die Kleineren zu den Großen aufschauen, sie bewundern. Und die merken: Hey, ich kann was. Da eröffnen sich plötzlich ganz neue Perspektiven", sagt Baumann.

6500 Straßenkinder leben in Deutschland

Rund 150 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 18 Jahren besuchen jede Woche die Angebote, 137 fuhren 2018 mit den Bolle-Pädagogen etwa zum Zelten oder zum Klettern ins Erzgebirge. "Die Kids, die wir betreuen, sind nicht weniger begabt als die aus besseren Wohnquartieren", sagt Baumann. "Aber ihr Startblock im Leben steht 30 Meter weiter hinten. Die müssen erst mal aus der Kurve."

Kriegen sie diese Kurve nicht, landen sie auf der Straße. Baumann kennt Hunderte solcher Biografien: Kinder und Jugendliche, die aufgegeben wurden – und sich irgendwann selbst aufgaben. Laut einer Studie des Deutschen Jugendinstituts leben etwa 6500 Straßenkinder in Deutschland, circa 65 Prozent davon sind Mädchen.

Projekt Straßenkinderhaus "Butze", Strassenkinder e.V.

Das Kinderhaus Bolle setzt auf Prävention durch Betreuung und Förderung, damit aus vernachlässigten Kindern nicht jugendliche Ausreißer werden

stern

Neben den klassischen Ausreißern sind es vor allem sogenannte Careleaver, also Kinder und Jugendliche, die eine Betreuungseinrichtung verlassen haben – und seit etwa sechs oder sieben Jahren immer mehr obdachlose Minderjährige aus Osteuropa.

Eigentlich müsste die Polizei alle unter 18 Jahren einsammeln und zumindest kurzfristig irgendwo unterbringen. "Die haben aber viel zu wenig Personal, die nehmen nur mit, was ihnen vors Auto fällt", erzählt Markus Kütter.

Sogar William und Kate haben Bolle besucht

Zwei Anlaufstellen für obdachlose Kinder und Jugendliche betreibt der Verein mit seinen mittlerweile 29 Mitarbeitern in Berlin, nun soll ein eigenes Haus entstehen, das alle Aktivitäten bündelt: Wärmestube mit Dusch- und Waschmöglichkeiten, Projektküche, Notschlafstellen, betreutes und sogenanntes Übergangswohnen, Sozial- und Rechtsberatung.

Ein Grundstück für das "Butze" getaufte Projekt haben sie schon in Aussicht, Grundrisse sind fertig, auch eine Skizze der möglichen Fassade. Nur das Geld fehlt noch. Da die Vereinsarbeit zu fast 100 Prozent aus Spenden finanziert wird, machen sich Baumann und seine Mitstreiter wieder einmal auf die Socken, um Unterstützer zu gewinnen.

Das ist ihnen in all den Jahren gut gelungen. Sogar Prinz William und Herzogin Catherine machten einen Abstecher zu Bolle, als sie 2017 Berlin besuchten. Und gerade kündigte Familienministerin Franziska Giffey an, die pädagogische Arbeit der "Butze" in den ersten drei Jahren mit insgesamt 450.000 Euro zu bezuschussen.

Abgesehen vom chronischen Geldmangel ist die Arbeit mit den Straßenkindern auch mühsam und oft frustrierend. "Die Menschen, die wir betreuen, sind sehr verletzte Persönlichkeiten", erklärt Baumann. "Sich allein mit jemandem vom Amt hinzusetzen und sich durchzubeißen, dazu fehlt ihnen die Kraft und das Vertrauen in die Institutionen."

Markus Kütter ergänzt: "Keiner will Verantwortung übernehmen. Auf Verwaltungsebene laufen wir uns manchmal tot. Entweder wird der Bedarf weggeredet, oder man stellt so lange Fragen, bis unsere Leute zermürbt sind und aufgeben."

Warum Baumann vor vielen Jahren seinen festen Job aufgab, um sich gefährdeten Jugendlichen und Ausreißern zu widmen, darauf hat er eine ganz einfache Antwort: "Ich wollte aussteigen, wissen Sie, man lebt ja nur einmal", sagt er. "Ich bin ein Quereinsteiger, aber mein Herz brennt dafür."

Spenden der stern-Leser für das Projekt leitet die Stiftung stern weiter: Stiftung stern – Hilfe für Menschen e. V. IBAN DE90 2007 0000 0469 9500 01 BIC DEUTDEHH - Stichwort "Straßenkinder"; www.stiftungstern.de


Betruf beim Autokauf
ich habe letztem September ein gebrauchtes Auto gekauft und nach einem Monat habe ich wegen Servolenkung mein Auto bei ADAC abgescleppt lassen. (Damals hat die Servolenkung plötzlich ausgefallen und ich hätte mit Straßenbahn einen Unfall bekommen. Damals habe ich versuchte mit meinem Verkäufer zu kontaktieren. Leider hat er 3 Wochen Urlaub gemacht und habe ich mein Auto bei einer Werkstatt repariert hat und das kostet ungefähr 90 Euro und musste ich für ADAC mehr bezahlen. (Da meinte Meister, dass wegen Betteriepol meine Servolenkung ausgefallen hat.) aber nach 1 Tag ist dieses Problem wieder passiert und Bremeschalter auch kaputt gegangen ist und habe ich dafür 252 Euro bezahlt. Da war der Verkäufer imemrnoch im Urlaub. Nach seinem Urlaub habe ich mein Auto mitgebracht und er hat mir gesagt, dass wenn ich für Erstazteil(Servolenkung) bezahle, dann kann er mein Auto reparieren. (Das kostet ungefähr 50 Euro). Aber er konnte eine Teil von meinem Auto nicht finden und mit anderer Teil(verschidenen Artikelnummer) mein Auto repariert und er meinte, dass wenn ich wieder dieses Problem hätte, repariert er wieder mit richtiger Teil und wieder nach 1 Tag ist dieses Problem wieder passiert und habe ich mein Auto wieder mitgebracht. Aber er hat noch nicht die Servolenkung für mein Auto gefunden und er meinte, dass ich auch bei Ebay oder irgendwie die Teil suchen soll. Aber wenn ich wieder darüber telefoniert habe(weil ich leider nicht richtige Artikelnummer von meinem Auto kenne), hat er mir einfach gesagt, dass er einfach damals gar nicht repariert hat und d.h mein Auto wurde immernoch meine richtige ausfallende Teil eingebaut und er meinte, dass ich selber die Teil finden muss... Das ist echt scheiße. Deswegen habe ich die Servolenkung selber gekauft(200 Euro) und selber ausgetauch. Da ich nicht mehr dem Verkäufer vertrauen konnte. jzt alles wieder in Ordnung. Und letzte Woche habe ich Bremseleläge selber gewechselt da habe ich anderes Problem gefunden. Als ich hinten Bremsbeläge ausgebaut habe, habe ich ganz viel Problem gemerkt. Die Korben war festgeklebt im Zylinder deshalb Bremsbeläge einfach abgebrochen hat. Ich denke das ist sehr gefährlich.. Und Nach dem Rapatur von Hintenbremse kann ich nicht mehr schlechte Geräuch hören.. Dieses Geräuch hat auch als ich dieses Auto erstes Mal mitgenommen habe gehört, dachte ich, wegen ABS. Aber das war auch nicht.. Ich denke er hat total kaupttes Auto verkauft und gar nicht verantwortlich.. villeicht hat er mich ganz einfach unterschätzt weil ich ein Ausländer bin nicht so fließend Deutsch sprechen kann... In dem Fall was kann ich machen? Soll ich einfach anzeigen?
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?