Gewerkschaftsstreit Peters soll nicht, Schartau will nicht


Die Querelen in der IG Metall um die Zwickel-Nachfolge gehen weiter. Spitzen-Metaller fordern einen Verzicht Jürgen Peters. Derweil sagte der im Gespräch stehende Harald Schartau, er stehe für den Posten nicht zur Verfügung.

Nach IG Metall-Chef Klaus Zwickel hat jetzt ein weiterer Spitzen-Metaller im Streit um die zukünftige Führung der Gewerkschaft persönliche Konsequenzen vom designierten Zwickel-Nachfolger Jürgen Peters gefordert. Zwickel scheidet im Oktober aus dem Amt.

Peters soll persönliche Konsequenzen ziehen

Das Mitglied im IG Metall Vorstand, Helmut Lense, sagte am Freitag in der ARD: "Ich erwarte, dass Jürgen Peters auch in Verantwortung der Organisation gegenüber die persönlichen Konsequenzen zieht, um die Organisation vor weiterem Schaden zu bewahren." Peters müsse den Weg freimachen, damit die IG Metall einen Neuanfang wagen könne.

Harald Schartau als Nachfolger im Gespräch

Zu einem Zeitungsbericht, der derzeitige Arbeitsminister von Nordrhein-Westfalen, Harald Schartau (SPD), könne neuer IG-Metall-Chef werden, sagte er, erst müsse klar sein, dass der IG Metall-Vize Peters nicht Vorsitzender werden wolle, dann könne über Alternativen diskutiert werden. Die IG Metall müsse wieder dazu kommen, Realitäten in der Gesellschaft wahrzunehmen und sich darauf einstellen, sagte Lense. Die Niederlage beim Streik in Ostdeutschland sei auf ein dramatische Fehleinschätzung der Lage zurückzuführen.

Nach einem Bericht der "Welt" vom Freitag haben sich einige Vorstandsmitglieder der Gewerkschaft für Schartau als neuen IG-Metall-Chef ausgesprochen. Eine Sprecherin des SPD-Politikers sagte, sie dementiere den Bericht.

Schartau: kein Interesse an IG-Metall-Chefposten

Schartau steht nicht für IG-Metall-Chefposten zur Verfügung Harald Schartau selbst hat bekundet, kein Interesse am Chefposten der IG Metall zu haben. Schartau erklärte am Freitag in Düsseldorf, er stehe für dieses Amt "definitiv nicht zur Verfügung". An gewerkschaftsinternen Diskussionen beteilige er sich in keiner Weise.

Die Debatte um die künftige Führung der IG Metall ist nach dem von Peters forcierten, aber gescheiterten Streik um die Einführung der 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland entbrannt. Eigentlich soll Peters im Oktober zum Nachfolger des derzeitigen IG-Metall-Chefs Zwickel gewählt werden. Am Donnerstag hatte Zwickel von Peters erstmals öffentlich Konsequenzen aus dem Streik-Debakel gefordert.


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