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Serienmörderin: Giulia Tofana entwickelte das perfekte Gift und brachte Hunderte von Ehemännern um

In der Renaissance wollten viele Frauen ein Leben als selbstständige und reiche Witwe führen. Giulia Tofana half ihnen, ihre Ehemänner zu ermorden, denn sie hatte ein unauffällig wirkendes Gift entwickelt, das nicht nachgewiesen werden konnte.

Von Giulia Tofana existiert kein Portrait. Das Gemälde von Evelyn De Morgan zeigt eine Frau der Renaissance mit einem Liebestrank.

Von Giulia Tofana existiert kein Portrait. Das Gemälde von Evelyn De Morgan zeigt eine Frau der Renaissance mit einem Liebestrank.

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In der italienischen Renaissance trat der Mensch aus dem Dunkel des Mittelalters und befreite sich von den Bindungen, die Tradition und Religion ihm auferlegten. Manche befreiten sich allerdings von allen Hemmungen. Politische Gegner wurden ermordet, Päpste vergifteten ihre Widersacher und trieben es mit ihren Töchtern und eine Frau aus Neapel machte es zu ihrem Geschäft, unglücklichen Ehefrauen zur Witwenschaft zu verhelfen.

Unbekannte Serienmörderin

Giulia Tofana hat mit einem speziellen Gift-Elixier namens Aqua Tofana geholfen, mehr als 600 Männer zu vergiften. Eigentlich würde sie damit die größte Serienmörderin der Geschichte sein, doch sie stand immer im Schatten von finsteren Zeitgenossen wie dem Kindermörder und Zauberer Gilles de Rais oder der grausamen Blutgräfin Elisabeth Báthory, weil sie das Gift nicht selbst verabreichte.

Offiziell verkaufte Giulia Tofana in der Mitte des 16. Jahrhunderts Kosmetika in Süditalien – zuerst in Salerno, dann in Neapel und schließlich in Rom. Doch ihre eigentliche Innovation war das Gift Aqua Tofana. Beim Verkauf ihrer heiklen Ware muss Tofana sehr vorsichtig gewesen sein. 50 Jahre lang kam niemand der Giftmischerin auf die Schliche. Woraus man schließen kann, dass niemand bei all den Todesfällen misstrauisch und keine ihrer Kundinnen belangt wurde. Denn wäre eine der Mörderinnen gefasst worden, hätte sie die Lieferantin unter der damals üblichen Folter sicher verraten.

Das perfekte Gift

Nur vier Tropfen des Giftes konnten einen Menschen töten. Dabei konnte das Präparat über Wochen dem Opfer zugeführt werden. Der erste Tropfen schwächte einen Mann und erzeugte Symptome, die nicht anders waren als eine böse Erkältung. Dabei hinterließ das Gift keine Spuren im Blutkreislauf und den Organen. Eine der auch schon damals möglichen Autopsien hätte keine Anzeichen eines Giftmordes gezeigt. Das Rezept war eine Mischung von Arsen, Blei und Belladonna. Aqua Tofana war geschmacklos, geruchlos und farblos. Ein ideales Gift, das einfach in ein Glas Wein gegeben werden konnte. Solange es nicht überdosiert wurde, eignete es sich damals für den perfekten Mord.

Meisterin der Tarnung

Obendrein tarnte Tofana die giftige Mixtur, indem sie sie in unauffällige Behälter füllte. Von außen sah das Gift dann nach einem kosmetischen Puder oder einer Hautlotion aus. Sie verkaufte auch kleinen Fläschchen mit dem Bild des Heiligen Nikolaus von Bari, das "Manna" des Heiligen sah dann aus wie eine Heilsalbe. So wurde das Gift europaweit versandt, denn Zoll und Behörden mochten die heiligen Wunderfläschchen nicht öffnen. Es wird vermutet, dass ihre Mutter Thofania d'Adamo ebenfalls eine Giftmörderin war, sie wurde 1633 in Palermo, Sizilien, hingerichtet wegen des Mordes an ihrem Mann.

Kundin mit Skrupel

Giulia Tofanas Schicksal war besiegelt, als sie in Rom einer Frau das Gift verkaufte, die im letzten Moment Skrupel bekam. Die Frau hatte das Gift bereits gekauft und in die Suppe ihres Gatten gerührt. Doch als der die Speise verzehren wollte, packte sie die Reue und sie nahm die Schüssel weg. Nun wurde der Mann misstrauisch und forschte so lange nach, bis sie den Mordanschlag gestand und Giulia Tofana als Quelle des Giftes nannte.

Der drohenden Verhaftung entzog sich die Giftmischerin durch die Flucht in ein Gotteshaus. Die Träger der weltlichen Gewalt durfte nicht in die Kirche eindringen, doch auf den Straßen verbreitete sich das Gerücht, Tofana habe Brunnen und Wasser vergiftet. Ein wütender Mob schleifte sie aus der Kirche.

Unter der Folter gestand sie schließlich, zwischen 1633 und 1651 über 600 Männer vergiftet zu haben. Im Juli 1659 wurde Giulia Tofana in Campo de' Fiori in Rom gemeinsam mit ihrer Tochter Girolama Spera und drei Arbeitern hingerichtet. Durch ihr Geständnis kamen auch ihre Klienten in Bedrängnis – einige von ihnen wurde ebenfalls zum Tode verurteilt.

Quelle: Ranker, Blast from the Past

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