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Griechenland 92 Flüchtlinge fast nackt an griechisch-türkischer Grenze gefunden

Flüchtlinge sitzen an einem Fluss in der Nähe der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei
Flüchtlinge nahe der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland (Archivbild aus 2020)
In Griechenland sind nach Angaben der Regierung über 90 fast nackte und teils verletzte Flüchtlinge gefunden worden, die von der Türkei über den Fluss Evros nach Griechenland geschickt worden sein sollen. Der Vorfall sorgt für Entsetzen.

An der griechisch-türkischen Grenze kommen nach wie vor geflüchtete Menschen an, die die EU erreichen wollen. Am Freitag soll es zu einem schockierenden Vorfall gekommen sein: 92 Migranten seien "fast nackt und einige von ihnen mit sichtbaren Verletzungen" gefunden worden, erklärte eine Frontex-Sprecherin. Die meisten von ihnen seien laut der EU-Grenzschutzagentur Frontex Afghanen und Syrer. Die für Grundrechte zuständige Stelle der Agentur sei über eine mögliche Rechtsverletzung informiert worden.

Der griechische Katastrophenschutzminister Takis Theodorikakos sprach am Sonntag von einem "unmenschlichen Bild" und warf der Türkei vor, "illegale Einwanderung" zu "instrumentalisieren". Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR erklärte im Kurznachrichtendienst Twitter, es sei "zutiefst erschüttert von den schockierenden Berichten und Bildern von 92 Menschen, die an der griechisch-türkischen Landgrenze entkleidet aufgefunden worden sein sollen". 

Griechenland und Türkei schieben sich jeweils die Schuld zu

Minister Theodorikakos sagte dem Fernsehsender Skai, viele der Menschen hätten Frontex erzählt, von "drei türkischen Armeefahrzeugen" zum Evros gebracht worden zu sein. Der Fluss bildet eine natürliche Grenze zwischen der Türkei und Griechenland. Migrationsminister Notis Mitarachi hatte den Vorfall am Samstag als "Schande für die Zivilisation" beschrieben. Er forderte die Türkei auf, den Vorfall zu untersuchen und ihre Grenzen zur EU zu schützen.

Ankara wies die Vorwürfe zurück. Innenminister Ismail Catakli forderte Griechenland bei Twitter dazu auf, "Manipulationen und Unehrlichkeit" sein zu lassen.

Medien und Nichtregierungsorganisationen beschuldigen die griechische Regierung regelmäßig, Migranten rechtswidrig und teils gewaltsam in die Türkei zurückzudrängen. Athen bestreitet das. Im September hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Griechenland vorgeworfen, die Ägäis mit "repressiver" Einwanderungspolitik in einen "Friedhof" zu verwandeln.

nk AFP

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